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Die Gesänge des Maldoror
 
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Die Gesänge des Maldoror [Taschenbuch]

Lautréamont , Ré Soupault
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 2 (2. Februar 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499235471
  • ISBN-13: 978-3499235474
  • Originaltitel: Oeuvres Complètes
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 15.711 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Gesänge des Maldoror
OT Les chants de Maldoror OA 1869 /1874 DE 1954Form Prosagedicht Epoche Surrealismus
Die Gesänge des Maldoror von Lautréamont stellen nicht nur in der Schilderung des Bösen einen kaum mehr zu überbietenden Endpunkt dar. Sie sind auch formal einzigartig, verquicken lyrisch-hymnische Tonlagen unverwechselbar mit absurder Komik.
Entstehung: Den ersten Gesang veröffentlichte Lautréamont anonym 1867. Zwei Jahre später erschienen die Gesänge komplett unter dem Pseudonym Comte de Lautréamont – der Verleger ließ die Ausgabe aber aus Furcht vor einem Skandal nicht vertreiben. Die zweite, identische Ausgabe, nur mit anderem Umschlag, erschien postum 1874.
Inhalt: Maldoror, Held und Ich-Figur, ist die Verkörperung des Bösen schlechthin. Er hat »einen Pakt mit der Prostitution geschlossen, um in den Familien Zwietracht zu säen«. Als satanischer Verführer will er auch andere zum Bösen verleiten, oft nur, um seine Opfer (häufig Kinder) zu quälen. Seine Bösartigkeit schlägt sich in minuziös beschriebenen Folterszenen nieder. Maldoror ist aber nicht nur Sadist, sondern trägt auch masochistische Züge: Nach der genüsslich ausgedehnten Zerfleischung eines Jünglings hegt er den Wunsch, im Tod, in der Unendlichkeit, Gleiches von dem Jungen angetan zu bekommen. Und auch die Selbstqual, das Selbstzerfleischen, ist ihm bekannt.
Maldorors Grundauffassung, dass Leben Leid und Schmerz bedeute (»erinnere dich wohl, wir sind auf diesem entmasteten Schiff, um zu leiden«), resultiert aus der Erkenntnis, dass der Mensch schlecht sei. Wiederholt beklagt er dessen Egoismus, Kälte und Wankelmütigkeit sowie die Grausamkeit Gottes, der ihn erschuf: »Was soll die Ungerechtigkeit in den höchsten Beschlüssen? Ist er von Sinnen, der Schöpfer?« Maldorors erklärtes Ziel ist es, Gott und die Menschen an Schlechtigkeit zu übertreffen.
Aufbau: Das Buch keiner Gattung eindeutig zuschreibbar; die Bezeichnung »Prosagedicht« stellt nur eine Annäherung dar. Der Text gliedert sich in sechs Gesänge, die in »Strophen« bzw. Abschnitte unterteilt sind. Zwischen den einzelnen Teilen besteht kein Zusammenhang. Textsorten sind Hymnen (z. B. an den Ozean, an die Krake, an die »strenge Mathematik«, an die »unbegreiflichen Päderasten«) sowie Dialoge (z. B. mit dem Totengräber); es gibt rein reflektierende Passagen (z. B. über die Dummheit der Literaturkritik); im sechsten Gesang wird der Text »Roman« genannt. Am Anfang und am Ende der einzelnen Gesänge verweist der Text auf sich selbst; hier spricht der Autor mit Bezug auf den tatsächlichen Lautréamont, der sich z. B. als »Montevideaner« zu erkennen gibt, kommentiert seine Prosa, gibt bisweilen direkte Lektüreanweisungen. Verwechslungen mit Maldoror, der mal in der ersten, mal in der dritten Person erscheint, sind beabsichtigt und erhöhen die Provokation durch Tabubrüche.
Kunstvoll mischt Lautréamont Lyrismen und logisch-rhetorische Wendungen, die oft absurde Komik erzeugen (»folglich weisen wir jeden Vergleich mit dem Schwan, im Moment, da sein Leben entflieht, zurück«). Vorherrschende Stilfigur ist der Vergleich, dessen Elemente sich weit voneinander entfernen: »Er ist schön wie die Einziehbarkeit der Raubvogelkrallen.«
Wirkung: Frühe Interpreten meinten, der Autor sei wahnsinnig gewesen. Dagegen spricht jedoch die bewusste Wahl der Stilmittel. Die Surrealisten entdeckten in Lautréamont ihren wichtigsten Vorläufer, André R Breton nannte ihn »den großen Pförtner der Moderne«. M. R. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

Das verbotenste Buch des 19. Jahrhunderts – ein Klassiker der schwarzen Romantik Maldoror ist der gefallene Engel, der satanische Verführer, der Rache nimmt und Gott für die Erschaffung des Menschengeschlechts bestrafen will. Mit seinem einzig vollendeten Werk schuf Lautréamont einen ästhetisch kühnen, alle Tabus brechenden Gesang über Schmerz und Grausamkeit, der vielen Interpreten noch heute als eines der radikalsten Bücher der abendländischen Literatur überhaupt gilt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Weltbewegend 13. Februar 2008
Format:Taschenbuch
Es handelt sich hierbei um ein Buch, das man nach dem Lesen entweder völlig angewiedert oder völlig begeistert in den Bücherschrank stellen wird.
Inhaltlich geht es um Malodoror, einen Mann, der voller Hass gegen Gott ist und diesen für die Erschaffung der Menschheit strafen will.
Maldoror hasst aber nicht nur Gott und die Menschen, sondern auch sich selbst, was er auf sado-masochistische Weise auslebt.
Lautréamont erzählt in "Die Gesänge des Maldoror" die Geschichte dieser außergewöhnlichen Person auf der einen Seite auf sehr grausame und ekelhafte Weise und auf der anderen Seite wiederum mit sehr viel Ästhetik.
Wie bereits angedeutet, handelt es sich bei diesem Werk um ein Buch, das wirklich polarisiert. Ich persönlich gehöre zu den großen Bewunderern dieser tollkühnen Schrift und empfehle jedem, sich sein eigenes Urteil darüber zu verschaffen.

Eine weitere Anmerkung möchte ich noch zum Buch selbst machen: Es ist wirklich eine ausgesprochene Frechheit, dass im Text einige Fußnoten sind, diese aber NIRGENDS ausgeführt werden!! Es tauchen kleine Zahlen über gewissen Wörtern auf, haben dann aber im Endeffekt keine Erläuterung.

Abgesehen von diesem kleinen Malheur, möchte ich das Buch mit den Worten Leon Bloys jedem ans Herze legen, der es 1890 als das Werk eines Verrückten, aber auch als das eines wirklich großen Dichters bezeichnete.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
sadistische Poesie 24. Januar 2008
Von Hulda
Format:Taschenbuch
Ich hatte keine Ahnung, was ich von diesem Buch erwarten sollte, doch es hat mich tief beeindruckt. Es ist schockierend ehrlich, offeherzig grausam, zeitlos und wiederlich schön. Die Gesänge bezaubern immer auf's Neue und die unschuldige Bosheit die Maldoror, diesem offensichtlich unwürdigen Gott zukommen lässt, ist erfrischend und belustigend. Obwohl nicht ganz einfach zu lesen, kann man das Buch nicht zuschlagen, ohnen einen angefangenen Gesang bis zum Ende zu lesen. Besonders für Zweifler, E.A Poe-Fans und Sadisten wird dieses Buch ein Genuss.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Zwar gilt dies Buch als ein "Klassiker der schwarzen Romantik", doch empfinde ich es eher als unausgereifte Klagepoesie denn als lustvolle Sadistenliteratur. Lautréamont sucht, das Übel der Welt zu vergolden (= "Maldoror"), nicht aber die Qual als Mittel der Lustgewinnung einzusetzen. Eigentlich würde er gern lieben, aber er kann es angesichts des allgegenwärtigen Unguten nicht: "Gott, (...), dich rufe ich an: zeige mir einen Menschen, der gut ist!" Aber Gott zeigt ihm keinen solchen Menschen. So würde er wenigstens viel lieber der Welt vergeben, ist aber dazu noch nicht reif.
Zu ihm kommt nachts auf einem Friedhofe ein schönes nacktes Weib und legt sich zu seinen Füßen nieder. Die Stimme des Glühwurms Moral gebietet ihm, einen Stein zu nehmen und das weibliche Wesen zu töten, denn dessen Name sei: Prostitution. Aber statt zu gehorchen, nimmt er mit rasendem Zorn im Herzen den Stein und zerschmettert den Glühwurm. "Wehe,", rief das schöne nackte Weib. "Was hast du getan?" Er antwortet: "Ich ziehe dich ihm vor, weil ich Erbarmen mit den Unglücklichen habe. Es ist nicht deine Schuld, wenn die ewige Gerechtigkeit dich geschaffen hat." Spricht sie: "Nur du und die gräßlichen Ungeheuer (...) verachten mich nicht. Du bist gut. Adieu, du, der du mich geliebt hast!" Er: "Adieu! Ich werde dich immer lieben! ... Von heute an gebe ich die Tugend auf."
Liest sich dies nicht wie eine Paraphrase der nicht statt gefundenen Steinigung der in flagranti ertappten Ehebrecherin (Joh 8, 2-11)? Auch der Maldoror steinigt nicht die "Hure", sondern erbarmt sich ihrer und erklärt ihr seine Liebe. Aber statt dies einem "Pharisäer" oder dem "Glühwurm" zu erklären, steinigt er ihn. Die unvollständige Vergebung kämpft noch gegen die Stimmen der wenn auch heuchlerischen Moral: statt auch ihr zu vergeben, entsagt er der angeblichen Tugend, die doch nur ein öffentliches Phantom ist. Dieser Kampf aber ist das Schwarze der bunten "Romantik" dieses Buches.
Leider starb Isidore-Lucien Ducasse (so Lautréamonts eigentlicher Name) nach diesem Erstlingsroman, ohne die Vergebung oder die Liebe zu finden.
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