Die Entwicklung der germanischen Völker wird während des ersten Jahrtausends analysiert. Hierbei nutzt der Autor hauptsächlich römische überlieferte Quellen, wodurch der germanisch-römische Gegensatz in den Vordergrund tritt. Im Unterschied zu den Kelten werden die germanischen Völker nicht im römischen Reich integriert. Zwischen Rom und den Germanen bildet sich so eine Grenze, wobei jedoch ein Austausch stattfindet. Rom greift immer wieder auf germanische Söldner zurück. Die Germanen gewinnen während den inneren Unruhen im Reich an Gewicht, um selbst in wichtige Ämter aufzusteigen und bilden später, nach dem Verfall der weströmischen Staatlichkeit, eigene Reiche. Diese Entwicklungsprozesse sind massgebend für die spätere territoriale Entwicklung Europas.
Das Buch ist interessant und flüssig geschrieben und gibt einen Einblick in die historische römisch-germanische Beziehung. Der behandelte Zeitraum stellt eine hervorragende epochenübergreifende Analyse dar. Lediglich das ausserrömische Germanien kommt etwas zu kurz, was allerdings auch auf mangelndes Quellenmaterial zurückzuführen ist.