Pressestimmen
Die Menschheit bekommt eine zweite Chance -- doch zu welchem Preis? Nach der Beinahe-Selbstvernichtung im Dritten Weltkrieg werden die wenigen Überlebenden von einer merkwürdigen außerirdischen Spezies, den Oankali, aufgesammelt und neu angesiedelt. Überlebt hat auch Lilith Iyapo, die den Erneuerungsprozeß koordinieren soll. Aber die Oankali erwarten eine Gegenleistung: Die totale genetische Vermischung mit den Menschen, denn die Oankali sind Gen-Händler, deren Lebenszweck die ständige Veränderung ihrer selbst ist.
Einige Menschen wollen dieses Spiel nicht mitspielen -- sie plädieren für die Reinheit der menschlichen Rasse. Dies kann von den Oankali nicht akzeptiert werden, die Abtrünnigen werden sterilisiert. Grund: Man müsse durch die genetische Vermischung verhindern, daß die menschliche Spezies sich von Neuem zerstöre und damit auch die Oankali gefährde. Schließlich entführen die Rebellen Akin, Liliths kleinen Sohn, einen Mischling. Es müssen Kompromisse gefunden werden. Kann vielleicht Jodahs, ein geschlechtsloses Wesen, zum Teil Mensch, zum Teil Außerirdischer mit unglaublichen Fähigkeiten, Brücken zwischen den Menschen und ihren vermeintlichen Errettern bauen? Oder verliert die Menschheit am Ende all das, was sie menschlich macht?
Die Genhändler ist eine mehrfach ausgezeichnete SF-Trilogie (hier erstmals in einem Band zusammengefaßt) von Octavia E. Butler. Science-fiction sind die drei Bücher nur pro forma: Das geschilderte Szenario entbehrt jeder realistischen Grundlage, regt jedoch zum Nachdenken an -- vielleicht sollte man eher von einer futuristischen Fabel sprechen. Der Grundgedanke, durch genetische Vermischung bessere Menschen zu schaffen, impliziert aber eine genetische Disposition des Menschen zur Selbstzerstörung, was zu einem unangebrachten Fatalismus oder zu falschen Hoffnungen auf genetische Erlösung verleiten kann. Hier zeigen sich auch die religiösen Elemente des Epos, ließe sich doch aus dem geschilderten Szenario ohne weiteres eine messianische Sekte entwickeln. Unzweifelhaft richtig und anerkennenswert (und von der Zeit des Kalten Krieges, in der das Buch geschrieben wurde, gezeichnet) ist jedoch der Versuch, Lern- und Gesprächsbereitschaft, Offenheit und Toleranz zu vermitteln. --Erik Möller -- carpe.com