Die Geschichte selbst ist weder neu noch besonders ausgefallen, ich würde sie eine satirische Analogie (oder allegorische Satire?) nennen. Doch die Sprache ... ein Genuß. Schön ist sie nicht. Ihr dekonstruktives Element verwirrt am Anfang: diese Auslassungen, diese Parenthesen, diese Satzzeichen - ungewohnt. Jedoch nach einer anfänglichen Befremdungsphase (die auch beim zweiten Lesen noch auftritt) wird sie konstruktiv, ja ich erkenne (und befürchte!) sogar Transferhandlungen meinerseits. ---- [besonders schön für Gedankenpause] Die galligen Bemerkungen des 'Übersetzers' spielen mit den Elementen des 'Verfassers' und ergänzen sie prächtig (nicht zu vergessen: Schmidt, der Deutschland-Kritikaster, als sein eigener 'Corrector & Proleptor'). Könnte ich doch die ganzen - gebrochenen - rhetorischen Figuren aufzählen und behalten, lieber noch: die Neologismen. Die dialektisch-umgangssprachlichen wie Náddu, die onomatopoetischen wie knisterdieknack und erst die wirklich neuen: kaugummite. Das ist alles so schön, da kommt es mir vor Freude hoch. Ein bißchen - und ja, das ist gewagt - erinnert es mich an Byron; zumindest in der Diktion, nicht in den Wörtern.
Leidvoll: Man kann wenig darüber sprechen. Ich hatte den 'Roman' mit mir & las ihn in Anwesenheit Dritter. Gewohnte Reaktion: Was'n das?! Was'n Scheiß!. Mein Entzücken, meine glänzenden Äuglein ob dieses Sprachabenteuers wurden mit Unverständnis quittiert. Nun gut: Gutes ist selten/Seltenes teuer/Teures unverstanden. Oder ähnlich.
Ich könnte noch Stunden in der Nach- und Nabelschau verharren. Aber das soll reichen. Danke. Vielmals.
Wie geht's weiter? Mehr Leser, ja: Ich wünsche mehr Leser für das Buch!