Seit dieser Film 1989 auf Video erschien, schaue ich ihn mir jedes Jahr zu Weihnachten an. Ein moderner Klassiker, der einfach zu Weihnachten dazugehört. Mann, fast 20 Jahre ist er jetzt alt, kann das kaum glauben...
So oft hört man, wie actionreich und schrill der Film sein soll (TV Spielfilm bezeichnet ihn jedes Jahr so), was ich nicht verstehe. Klar kommt er anders daher als übliche "Scrooge" Verfilmungen, aber letztlich ist er vielleicht besinnlicher für die heutige Generation als Originalgetreue Verfilmungen. Und auch die Botschaft kommt bestimmt besser an.
Denn so witzig der Film auch ist, so ist er auch sehr, sehr warmherzig, und hat packende, stille Momente.
OK, das schrillste sind wohl gleich am Anfang die Trailer für das geplante Abendprogramm von Frank Cross' Sender (Der Weihnachtsmann kämpft mit Hilfe von Lee Majors samt Maschinengewehren gegen Terroristen, die den Nordpol besetzen - herrlich!!!) Und John Forsythe gab eine perfekte Darstellung von Cross' totem, ehemaligen Chef (wohl ein erster Versuch, sich von seinem "Denver Clan" Image zu lösen). Zudem gibt es ein Wiedersehen mit Bobcat Goldthwait (bekannt aus den "Police Academy" Filmen) und Robert Mitchum in einer seiner letzten Rollen. Bill Murray als Frank Cross ist natürlich wunderbar, aber wenn man wie ich Murray Fan ist, dann mag man ihn auch schon vor seiner "Besserung". In diesem Film wird er übrigens außnahmsweise von Manfred Lehmann synchronisiert (die Stimme von Bruce Willis), die ich auch sehr passend empfand.
Und der Film mündet in der schönsten Weihnachtsparty, die je in einem Film zu sehen war. Man hat wirklich das Gefühl, der Filmcrew beim Feiern zuzuschauen, das hat mit einer üblichen Film-Szene kaum noch was zu tun. Bill Murray spricht in die Kamera, und allen merkt man den Spaß an. Das ist ein Geniestreich! So macht ein Film Spaß! Und auch der Song "Put a little Love in your heart" von Annie Lennox und Soullegende Al Green ist ein Ohrwurm und passt sehr gut.
Aber letztlich ist der ganze Film eine einzige Party. Viele Gastauftritte diverser Stars von gestern und heute (z.B. Miles Davis und die fantastische Anne Ramsey, die noch bevor der Film in die Kinos kam verstarb) und, was mir besonders gefällt, wie der Film in vielen Szenen auf die damals noch vorherrschende Südafrika-Ungerechtigkeit hinweist. In der Wohnung von Cross' Sekretärin sieht man bei genauem Hinsehen ein Schild "Free Southafrica" an der Wand, und auch im Studio des TV-Senders.
Dieser Film geht wirklich ans Herz, so etwas hat es vorher nie gegeben und wird es wohl auch nicht mehr. Wer ihn nicht kennt, sollte ihn so schnell wie möglich anschauen!
Die DVD hat leider keine Nennenswerten Extras, doch auf mich wirkt die Bildqualität dafür fabelhaft, sie ist glasklar. Ich bin aber keiner von denen, der sich mit Messgeräten hinsetzt, um zu überprüfen, ob das Bild denn nun auch "theoretisch" gut sein könnte etc. Denn das wichtigste ist und bleibt der Film und seine Aussage, der Rest ist zweitrangig.