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Die Geheimsprache der Krankheit [Taschenbuch]

Wolfgang Schmidbauer
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Kurzbeschreibung

1998
«Von 100 Patienten, die in die Praxis eines Allgemeinarztes kommen, sind mindesten 50 bis 80 'psychosomatisch' krank, d. h., seelische Einflüsse spielen beim Zustandekommen ihres Leidens eine Rolle. Ich will zeigen, wie die naturwissenschaftliche Objektivierung der Krankheit und des Kranken den Zugang zu seiner Subjektivität und natürlichen Umwelt abgeschnitten hat.» (Wolfgang Schmidbauer)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Rowohlt Tb. (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499607085
  • ISBN-13: 978-3499607080
  • Größe und/oder Gewicht: 19,7 x 12,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 708.379 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

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Viele Krankheiten, unter denen Menschen leiden, haben ihre Ursache sowohl in der körperlichen als auch der seelischen Verfassung der Betroffenen, sind also psychosomatischer Natur. Dieser Erkenntnis konnte sich auch die Schulmedizin der jüngsten Zeit nicht mehr verschließen. Aber dennoch ist unser medizinisches Denken weit davon entfernt, den Kranken und seine Krankheit als Ganzes zu sehen und auch -- und vor allem -- auf die Psyche des kranken Menschen einzugehen. Dagegen schreibt der Psychotherapeut Wolfgang Schmidbauer an.

Er kritisiert den heutigen Umgang mit den Psychosomatikern, bei dem diese in Arbeitsteilung mit Medizinern eher "ein bißchen Menschlichkeit" vermitteln sollen, während die vermeintlich eigentliche Arbeit von den Schulmedizinern erledigt wird. Doch gerade deren rein naturwissenschaftliche Vorgehensweise anhand strenger Regeln sei der Fehler. Schmidbauer legt ausführlich dar, warum der seelische Zustand eines Patienten von enormer Bedeutung für sein Krankheitsbild ist. Und die psychische Verfassung läßt sich eben nur schwer anhand starrer Instrumentarien erfassen. Deshalb vollzieht Schmidbauer die Entwicklung der Psychoanalyse nach und macht auch nicht halt vor scheinbar sehr fremden Herangehensweisen an Krankheiten, etwa durch Naturvölker mit ihrem magischen Ansatz. Nicht, daß Schmidbauer den medizinischen Fortschritt zurückdrehen möchte zu diesen traditionellen Methoden, er sieht hier vielmehr einen Denkanreiz zu einem erweiterten Verständnis von Krankheit. Auch die ungewöhnlichen Ansätze des "wilden Analytikers" Georg Groddeck bezieht Schmidbauer immer wieder ein, um letztlich die "Theorie der subjektiven Krankheit" zu entwickeln. Hierin schlägt er eine am Kranken orientierte Behandlung vor, die die psychischen Elemente nicht vernachlässigt.

Schmidbauers Buch wendet sich sicherlich nicht gerade an Neueinsteiger, dazu sind seine Argumentationslinien und seine Formulierungen doch zu komplex. Jedoch hat er auch kein reines Expertenbuch geschrieben, viele Fallbeispiele erleichtern das Verständnis; und der Autor hat es vermieden, schlicht den Status quo darzulegen. Vielmehr erläutert er seine Ideen aus der historischen Entwicklung und den gesellschaftlichen Zusammenhängen heraus. --Joachim Hohwieler

Über den Autor

Wolfgang Schmidbauer, geboren 1941 in München, studierte Psychologie und promovierte 1968 über "Mythos und Psychologie". Anschließend war er als freier Schriftsteller in Deutschland und Italien tätig. Nach einer Ausbildung zum Psychoanalytiker gründete er ein Institut für analytische Gruppendynamik. Heute lebt er als Psychotherapeut und Lehranalytiker in München.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Krankheit mal anders 3. August 2004
Ich habe eine Arbeit über Psychosomatik geschrieben und dabei vieles aus diesem Buch verwendet.Wirklich gerne habe ich mich damit beschäftigt und möchte es nun gerne weiterempfehlen: Das Herzstück des Werkes ist sicherlich "Die Theorie der subjektiven Krankheit". Der Autor hat so versucht dem Leser das Thema Krankheit einmal auf andere Weise näherzubringen. Unangefochten versuchen wir oft unsere Beschwerden so schnell wie möglich zu eliminieren, ohne sie hinterfragen zu wollen....diese Grundproblematik hat Wolfgang Schmidbauer wirklich gut hervorgebracht, teils sogar schon philosophisch erläutert.
Zu empfehlen ist dieses Buch jedem, der denkt, dass hinter der Krankheit eventuell mehr steckt als "nur" der medizinische Aspekt.
Warum nur 4 Sterne? Fragen Sie sich jetzt vielleicht. Mir persönlich haben diese Ansätze sehr angesprochen, aber deutliche Lösungswege sind mir zu kurz gekommen. Wer weiß...vielleicht ist es fast unmöglich bei dieser Thematik Lösungsvorschläge zu finden, denn so simpel wie eine Rechenaufgabe ist das Muster einer Krankheit nicht zu knacken.
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