Als eingefleischter Twin Peaks Fan habe ich mich bei Whistler gleich von der ersten Folge an auf seltsame Weise irgendwie "zuhause" gefühlt. Die Ähnlichkeit zu Twin Peaks wurde mir aber erst nach ein paar Folgen so richtig bewusst.
Wistler spielt genau wie Twin Peaks in einem kleinen Städtchen, indem sich die Bewohner weitestgehend alle kennen und auf irgendeine Art miteinander verstrickt sind. Es gibt Intrigen, viele düstere Geheimnisse und menschliche Abgründe.
Es gibt auch ein gigantisches Hotel, eine bauliche Abscheulichkeit, die wirklich sehr an das Great Northern erinnert und natürlich gibt es auch einen Benjamin Horne, hier heißt er allerdings Varland, der aber nicht minder gefährlich ist.
Es gibt zahlreiche, unübersehbare Parallelen, bis hin zu den einzelnen Charachteren. Diese aber alle zu nennen käme einem Referat gleich ...
Der Auftakt beginnt mit dem Tod von Beck McKaye (die männliche Adaption von Laura Palmer), einem jungen und erfolgreichen Snowboarder. Seinem jüngeren Bruder kommen sofort erste Zweifel an dem scheinbaren Unfall und er setzt alles daran herauszufinden was wirklich passiert ist. Dabei entdeckt er immer mehr düstere Geheimnisse seines toten Bruders und auch Personen, die er immer gut zu kennen geglaubt hat erscheinen immer suspekter. Es stellt sich raus, dass viele ein Motiv hatten Beck zu töten.
Gut, hier gibt es keinen Agent Cooper, keine schwarze Hütte, keinen Bob und auch keine freakige Mystery ala David Lynch, trotzdem ist Whistler eine etwas leichter verdaulichere Adaption in moderner und frischer Verpackung mit wunderbaren Darstellern, die absolut zu überzeugen weiß und einfach Spaß macht.
Sicher kein Potential zum Kultstatus (Twin Peaks vom Thron zu stoßen ist auch ein Ding der Unmöglichkeit) aber auf jedenfall mit Suchtpotential.
Und ich finde es auch durchaus legitim sich eines bereits bestehenden Konzepts zu bedienen, wenn das Resultat überzeugend ist.
Ich habe jede Folge mit Spannung verschlungen.
Meine absolute Empfehlung!!