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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Schlicht schlecht,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Geheimnisse von Paris: Vollständige Ausgabe. Zwei Bände in Kassette (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Ich war jung, ungefähr 14 Jahre alt, als ich in unserer Stadtbibliothek eine illustrierte und vermutlich gekürzte Version des Klassikers von Eugène Sue fand und sie innerhalb von zwei, drei Tagen gierig verschlang. Welch eine fantastische und geheimnisvolle, intrigendurchtränkte und bedrohliche Welt hatte sich mir da aufgetan! Während meines letzten Frankreichaufenthalts kaufte ich deshalb in einem Anflug von Nostalgie die 1367 Seiten starke Ausgabe von "Les Mystères de Paris" aus dem Bouquins-Verlag, um mich wieder an den Abenteuern Rodolphes und der Pariser Unterwelt sowie den Kreisen des Adels zu erfreuen.Das war jedoch ein großer Fehlgriff, denn nichts von dem Zauber, den ich während der frühen Jugend empfunden hatte, war geblieben. Das Buch erschien ursprünglich in mehreren Teilen im Journal des Débats vom Sommer 1842 bis zum Herbst des folgenden Jahres, gehört also in den Bereich des Kolportageromans. Nun ist gegen das Genre als solches eigentlich nichts zu sagen, denn wie die englische Literatur, allen voran der Großmeister Dickens, zeigt, kann literarische Qualität durchaus mit dem Fortsetzungsroman einhergehen. Bei Sues "Die Geheimnisse von Paris" ist dies meiner Meinung nach indes nicht der Fall. Die Sorgfalt und Raffinesse, die der Autor auf die Ausgestaltung der Handlung, eines bewundernswerten, labyrinthischen Gespinstes von Intrigen und Verbrechen, verwendet, lässt er bei der Zeichnung seiner Charaktere vermissen. Sie wirken allesamt wie Kreaturen von Karl May, oberflächlich und holzschnittartig, wobei die Vertiefungen eher mit dem Beil als mit dem Schnitzmesser gezogen worden sind. Rodolphe beispielsweise ist ein Proto-Old-Shatterhand, denn er kann einfach alles, er spricht sogar den Pariser Argot so gut, dass die Ganoven ihn nicht als Angehörigen der Oberschicht entlarven (Harun Ar-Raschid lässt bestimmt nett grüßen!). Daneben gibt es noch jede Menge guter und böser Menschen, und selbst Personen wie Le Chourineur, ein Mörder, in dem ein guter Kern steckt und der von Rodolphe geläutert wird, bleiben schablonenhaft gezeichnet. Ein weiterer Minuspunkt ist der Stil des Buches: Sue hat nichts vom Witz und der Originalität eines Dickens, der Eindringlichkeit eines Zola oder der Tiefe eines Hugo. Er ist einfach nur lang, um nicht zu sagen langweilig, was vor allem von seiner lächerlichen Melodramatik herrührt. Gefühle sind so dick aufgetragen - und dies gleichzeitig in Wasserfarbe - dargestellt, dass man jeden Moment die Befürchtung hat, die Charaktere würden im nächsten Augenblick anfangen zu singen wie in einem Musical. Zu allem Überfluss schien Sue auch noch pro Wort bezahlt worden zu sein, denn deren macht er viele, wo es hätten wenige sein können. Sein deutsches Pendant, Karl May, hält sich in dieser Hinsicht wenigstens zurück. Man hat dem Buch verschiedentlich auch sozialkritisches Potential bescheinigt, was sicherlich ein großes Verdienst ist, doch gleichzeitig sollte man in diesem Zusammenhang nicht verschweigen, dass sich Sue auch zu einem indirekten Verfechter der Eugenik aufzuschwingen scheint (vgl. den Exkurs über die arme junge Ehefrau, die unwissentlich einen Epileptiker geheiratet hat; Teil III, Kapitel 16 Schluss), die ja im 19. und 20. Jahrhundert noch eine unheilvolle Rolle spielen sollte. Fazit: In einer gekürzten Version kann das Buch sicherlich den einen oder anderen pubertierenden Jüngling auch heute noch unterhalten, doch im Original ist es sicher nur noch für den Literaturwissenschaftler interessant, zumal es, schon an den Kriterien seiner eigenen Zeit gemessen, keinen großen literarischen Wert besitzt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wunderbarer Schmöker,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Geheimnisse von Paris: Vollständige Ausgabe. Zwei Bände in Kassette (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Ein Buch, das es nicht duldet, weggelegt zu werden! So viele Geschichten, neben- und übereinander, spannend, gefühlvoll, zum Weinen bringend, mich jedenfalls sehr oft, aber nicht weil alles so traurig ist, sondern weil es so oft so viel Hoffnung gibt.
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5.0 von 5 Sternen
die Geheimnisse von Paris,
Rezension bezieht sich auf: Die Geheimnisse von Paris: Vollständige Ausgabe. Zwei Bände in Kassette (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
dieses Buch reißt mich dermaßen in seinen Bann, daß es mir sehr schwer fällt, es wegzulegen. Mir wäre es am liebsten, wenn dieses Buch nie und nimmer aufhören würde, wenn ich ein Leben lang daran lesen könnte.............
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