Das ansprechende äußere Layout, Titel und Autoren inspirieren zum Kauf und Lesen des Buches: Fester Einband, guter Titel "Die Geheimnisse der Spitzentrainer", sowie die Autoren Gerd Kulhavy und Susanne Petz.
Autor Gerd Kulhavy ist Inhaber der nach eigenen Angaben "führenden Referentenagentur in Deutschland, Österreich und der Schweiz". Damit muss er als profunder Kenner der Trainer- und Referentenszene gelten.
Das Buch ist gut recherchiert, die Quellen werden auf mehr als 8 Seiten sauber angegeben. Es trägt die "ordentliche Handschrift" einer Journalistin. Für Trainer-Neulinge sind viele Inhalte nützlich.
Auf Seite 29 werden Erfolgskriterien für das eigene Profil beschrieben.
15 Spitzentrainer kommen in den von den Autoren geführten Interviews zu Wort. Viele Geschichten, in denen es "menschelt", werden erzählt. So komme beispielsweise Zeitmanagement-Papst Lothar J. Seiwert selbst gerne ein wenig zu spät. Seiwert rät den Lesern, sich klar für ein Thema zu entscheiden. So sei es ihm gelungen, durch strategische Allianzen mit Zielgruppen und Herstellern als Experte für Zeit- und Selbst-Management wahrgenommen zu werden.
Klaus Fink beispielsweise habe sich "doppelt" spezialisiert, er stehe für Telefon- und Empfehlungsmarketing und dies nur bei Finanzdienstleistern.
Die Autoren empfehlen auf der Inhaltsebene nur eine Kernbotschaft zu senden. Rednerin Sabine Asgodom setzt in ihren Vorträgen auf den sparsamen Einsatz von Powerpoint. Sie entwickelt die Gedanken zu den einzelnen Charts frei und sei in der Lage zu jeder Folie durchaus eine halbe Stunde frei zu sprechen.
Der Gedächtnis-Experte Oliver Geisselhart legte bereits ganz zu Beginn seiner Karriere hohen Wert auf Äußerlichkeiten: "Ich kann jedenfalls nicht anders als zuerst auf Äußerlichkeiten zu schauen." Begründet er den hohen Anspruch an seine Kleidung.
Wer mit nicht zeichnen kann, der solle wenigstens mit "Wörtern Bilder malen", ist sich Werner Tiki Küstenmacher sicher. Denn wenn nichts Eigenes "echtes" im Vortrag auftauche, könne man auch gleich Zettel austeilen.
Zur Positionierung ihrer Marke, setzt Gaby Graupner auf rote Kleidung. Dadurch habe sie eine absolute Wiedererkennbarkeit erreicht.
Die "Umsatzmaschine" Andreas Buhr fordert den Leser auf, Erfolge duplizierbar zu machen. Dazu gehörten CD's. DVD's und Bücher ebenso, wie komplette Trainingskonzepte.
Basiswissen zum Netzwerken und zur Öffentlichkeitsarbeit werden beschrieben, abschließend ermuntern die Autoren dazu, eine eigene Vision zu entwickeln.
Getreu dem Motto, "Die Qualität deiner Fragen bestimmt die Qualität Deiner Antworten" befinden sich nach jedem Kapitel etwa fünf Seiten, auf denen der Leser seine eigenen Gedanken schriftlich fixieren kann.
Etwas irreführend ist der Titel "Die Geheimnisse der Spitzentrainer". Das einzige Geheimnis, das neben der guten Idee in der Regel viel Geld fürs Marketing investiert werden muss, erfährt der Leser jedenfalls nicht. Der Titel ist ebenfalls nicht völlig zutreffend, da im wesentlichen von Top-Referenten gesprochen wird. Die meisten genannten Personen erwirtschaften den größeren Teil ihres Umsatzes sicher als Redner und eben nicht als Trainer. Das ist insbesondere deshalb wichtig, da die Positionierung von Rednern anders erfolgt als die von Trainern.
Bereits zu Anfang im Kapitel Profil: Seien Sie nicht besser - seien Sie anderes" geht es unter der Sub-Headline "Wie entsteht die Glaubwürdigkeit einer Marke" um Meissener Porzellan von 1710, Faber-Castell von1761 oder Persil von 1907. Die strategische Herangehensweise für den Aufbau einer Personenmarke und passende Beispiele sowie Angaben zu den nötigen Investitionen findet der Leser nicht.
Wenn mit dem Buch aktiv gearbeitet werden soll, wäre der Download des gesamten Fragenkataloges nützlich, denn die zwei Antwortzeilen sind für ernsthafte Versuche, den Weg zum "Spitzentrainer" bzw. Spitzenredner" zu gehen, nicht ausreichend.
In vielen Bereichen wird -interessant- am Thema vorbeigeschrieben. So erwarten den Leser im Kapitel "Unternehmerisches Denken als Erfolgsprinzip" ellenlange Zeilen über Verbesserungsvorschläge in Großunternehmen wie Robert Bosch, der Telekom oder der Deutschen Post AG.
Im Bereich "PR: Reden ist Gold" stehen viel zu sehr von Speakers Excellence vermittelte Redner wie Monika Matschnig u.a. im Mittelpunkt, der Tiefgang zum Thema Öffentlichkeitsarbeit ist sehr begrenzt.
Fazit: Als Basiswerk oder als "Zugabe" für entsprechende Seminare des Autors ist das Werk geeignet.
Nach einem alten Marketingspruch ist es besser Erster zu sein, als nur besser zu sein! In diesem Fall ist das Werk von Gerd Kulhavy und Susanne Petz leider nur "Zweiter" in beiden Kategorien. Nur in der Kategorie Preis hat es gegenüber Hermann Scherers Werk "Der Weg zum Top-Speaker" aus dem Gabal-Verlag die Nase vorne.