Wer noch Bilder vom dunklen, düsteren und kulturlosen Mittelalter in sich trägt, wird sich bei der Lektüre dieses Buches schon die Augen reiben. Die Spurensuche des Autors nach den Wurzeln der gotischen Kathedrale von Chartres und deren Bauherren öffnet den Blick auf ein Mittelalter, wie es kaum in einem Schulbuch nachzulesen ist. Es fällt schwer zu glauben, welches heute kaum nachvollziehbare Wissen in den Standort und die Architektur dieser Kathedrale "versteckt" worden ist. Der Bauplan offenbart eine raffinierte Verknüpfung von Architektur, Astronomie, Geometrie, Masszahlen, Musik und Licht. Der Autor findet Bezüge, die über die Bruderschaft der Handwerker zu den Templern, zum Tempelschatz in Jerusalem bis hin zu den Pyramiden im alten Ägypten führen. Darin eingebette wird das Rätsel des Grals beleuchtet. Spiegelt die Gotik ein universales Wissen, ein kosmologisches Prinzip, geschaffen wie aus dem Nichts?! Spannender könnte eine Entdeckungsreise durch das Mittelalter des 11. bis 13. Jahrhunderts nicht sein!