Aus der Amazon.de-Redaktion
Nicht trotzdem. Gerade deswegen. Und die Argumente, die dafür sprechen, sind so simpel wie einleuchtend. ALDI verlässt den Weg des Wesentlichen nicht. Es erteilt Beratern, Managementmoden und Managersprache eine Absage und setzt stattdessen auf Vertrauen, Dezentralisierung und gesunden Menschenverstand. Machtkonzentrationen und Luxus sind im ALDI-Management verpönt. Wer braucht schon detaillierte Planungen und ausgefeilte Präsentationen? Eigentlich niemand, so argwöhnte schon so mancher Manager in anderen Unternehmen, und doch wird unglaublich viel Zeit darauf verschwendet. Die beste Marktforschung ist, selbst im eigenen Laden einzukaufen und dabei die Augen offen zu halten. Auch in den einzelnen Läden ist weniger oft mehr. Die Kunden haben vom kundenfängerischen Firlefanz, gepaart mit Teuro-Preisen, die im Handel vorherrschen, längst die Nase voll.
Hinter dem neuen Buch verbirgt sich Dieter Brandes wunderbarer Bestseller Konsequent einfach in neu strukturierter und aktualisierter Form. Neu in der überarbeiteten Ausgabe sind unter anderem bissige Bemerkungen zum Hin und Her anderer Ketten bei der Euro-Umstellung (erst Teuro-Preise, dann Preissenkungsaktionen -- so verspielt man das Vertrauen der Kunden). Aber auch das neue Preissystem der Bahn bekommt sein Fett weg, Brandes erklärt auch gleich, wie das System nach ALDI-Grundsätzen ausgesehen hätte.
Brandes befolgt seine eigenen Regeln -- sein Buch ist frei von Schnickschnack und Schwatzhaftigkeit. Die neue Ausgabe bringt die Lehren aus dem ALDI-Erfolg noch klarer auf den Punkt, nichts ist überflüssig. Und jeder der elf Grundsätze, die Brandes vorstellt, wirkt erfrischend und inspirierend. Ein Buch, das man zur Pflichtlektüre machen sollte. --Sylvia Englert -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Pressestimmen
Kurzbeschreibung
Der Verlag über das Buch
Konsumzurückhaltung und Teuro-Diskussion machen dem Handel zu schaffen. Nur der Lebensmittel-Discounter ALDI fährt unbeeindruckt seinen Erfolgskurs weiter. Ex-ALDI-Geschäftsführer Dieter Brandes beschreibt die Geheimnisse und vor allem die goldene Regel dieses einzigartigen Erfolgs.
Wenn man es nicht besser wüsste, würde man beim Betreten einer ALDI-Filiale wohl kaum auf den Gedanken kommen, dass es sich bei ihren Eigentümern Karl und Theo Albrecht um die reichsten Europäer handelt. In ungemütlichen Flachbauten stehen die Waren wie in einer Lagerhalle auf den bloßen Euro-Paletten. Die Artikel sind auffallend preiswert und die Auswahl ist überschaubar: eine Sorte Senf, eine Sorte Zucker, eine Sorte Nuss-Nougat-Creme.
Doch für das, was heute wie ein karges Notsortiment in schlechten Zeiten anmutet, stehen die Menschen tagtäglich Schlange, gründen ALDI-Fan-Clubs, feiern ALDI-Parties und schreiben spezielle ALDI-Kochbücher. Noch beeindruckender liest sich dieser Erfolg in wirtschaftlichen Zahlen und Fakten: Der jährliche Umsatz von ALDI beträgt 33 Milliarden Euro und sein Unternehmenswert wird auf 40 Milliarden Euro geschätzt ein Betrag, der in etwa dem Börsenwert von Daimler-Chrysler entspricht. Aber was ist das Erfolgsrezept des ALDI-Imperiums?
Dieter Brandes wirft einen Blick hinter die Kulissen der geheimnisvollen ALDI-Welt. Nach einem Überblick über Geschichte, Entwicklung Struktur und Unternehmenskultur verdichtet er seine Erkenntnisse über das ALDI-Konzept zu elf Erfolgsgeheimnissen. Brandes zeigt, dass es lediglich ein einziges Prinzip ist, das als goldene Regel die Grundlage für den Erfolg bietet und das gesamte ALDI-System durchzieht: Die Kunst der Einfachheit. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Auszug aus Die 12 Geheimnisse des ALDI- Erfolgs. von Dieter Brandes. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
»Verbringe nicht die Zeit mit der Suche
nach einem Hindernis, vielleicht ist keines da.«
Franz Kafka
Die reichsten Europäer kommen aus einem
Bergarbeiterviertel
Karl und Theo Albrecht sind die reichsten Europäer, die reichsten Nicht-Amerikaner. Das Forbes-Magazin schätzte die Familie Albrecht in 2002 auf ein Vermögen von 27 Milliarden Dollar. Die Albrechts stammen aus einem ärmlichen Bergarbeiterviertel in Essen-Schonnebeck. Dort betrieben sie nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1946 auf 100 Quadratmetern ihren ersten Laden. Heute führen die beiden inzwischen über 80-jährigen Brüder eines der angesehensten und erfolgreichsten Filialunternehmen der Welt.
Das größte Einzelhandelsunternehmen in der Welt ist die Firma Wal-Mart. Mit einem jährlichen Umsatz von 200 Milliarden Euro ist Wal-Mart etwa sechs mal so groß wie ALDI, das einen jährlichen Umsatz von 33 Milliarden Euro macht. Aber ALDI ist das größte und mächtigste Unternehmen der Welt auf den Beschaffungsmärkten. Der durchschnittliche ALDI-Einkaufswert beträgt pro Artikel jährlich mehr als 30 Millionen Euro, der von Wal-Mart dagegen lediglich 1,5 Millionen Euro, also 1/20.
Der Unternehmenswert von ALDI kann sogar mit 40 Milliarden Euro und damit etwa mit 50 Prozent über der Forbes-Schätzung angenommen werden. Das ist etwa der Börsenwert von DaimlerChrysler und 4 mal soviel wie der Wert der Metro. Das haben die Albrechts in 50 Jahren mit einem konsequenten kaufmännischen Konzept geschaffen.
ALDI in Australien -- und bald in China?
Im Jahr 2001 hat sich ALDI Süd auf eine ferne Expedition nach Australien begeben. Zuvor hatte man schon Läden in Österreich, in den USA, in England und Irland eröffnet. ALDI Nord expandierte in der Nachbarschaft, es verbreitete sich nach Holland, Belgien, Dänemark, Frankreich und Spanien.
Bruder Karl hat es sich für die australische Expansion von ALDI Süd trotz der Ferne auf eine eigene Weise einfacher gemacht und ist damit wieder dem Prinzip des einfachen Managements gefolgt. In seiner Gruppe gibt es neben Deutsch nur eine Fremdsprache, nämlich Englisch.
Immer wieder zeigte es sich, dass das ALDI-Konzept in anderen Ländern und sogar in anderen Branchen funktioniert. Vorausgesetzt, man hat die Prinzipien begriffen und ist fähig, sie in die Tat umzusetzen. Und nun gibt es das Gerücht, dass sich ALDI-Manager schon in China umgeschaut hätten.
Die Stradivari ALDI
Das ALDI-Konzept ist wie eine Stradivari. Es gibt kein besseres Instrument. Nicht alle konnten solche Instrumente bauen, und nur wenige hatten die Fähigkeiten, aus einem solchen hochwertigen Instrument die schönsten Töne zu zaubern. Die Brüder Albrecht bauten das seltene Instrument, und sie waren die meisterhaften Solisten, die schönste Töne und damit höchste Gewinne produzieren konnten. Ihr hoch entwickeltes System der Dezentralisierung und Zellteilung erlaubt es, diese Fähigkeiten weiterzugeben an Tausende von Mitarbeitern. ALDI rekrutiert Führungskräfte ausschließlich aus den eigenen Reihen, damit sie auf der »Ochsentour« lernen können, wie man mit dem Instrument am besten umgeht. Viele von ihnen sind inzwischen zu guten Solisten geworden, die das Instrument meisterhaft spielen können. Und das ist die Bedingung für den Erfolg des ALDI-Systems in der Zukunft. Dafür gibt es keine Garantien. Ohne hervorragende Solisten kann auch die Stradivari nicht zur Höchstleistung geführt werden.
Die Geheimnisse von ALDI: Die Kunst des Normalen
Antoine de Saint-Exupérys kleiner Prinz sagt:
»Das Wesentliche ist für das Auge nicht erkennbar.«
Alle können sich im ALDI-Laden vieles ansehen: die Produkte, die Preise, die Kassen und wie die Kassiererinnen arbeiten. Aber niemand kann sehen, wie hinter den Kulissen im Einkauf oder in der Verwaltung gearbeitet wird. Keiner kann sehen, welche Prinzipien und welche Kulturen das Unternehmen und seine Mitarbeiter leiten. Das sind für Außenstehende Geheimnisse. Dieses Buch soll Licht in die geheimnisvolle Welt bringen.
Nach der Lüftung der Geheimnisse wird der Leser sehen, dass er in seiner Welt vieles davon übernehmen und entsprechend gestalten kann. Er wird sehen, dass es Übung braucht, um solche Künste zu beherrschen. Nach Lüftung der Geheimnisse zeigt sich, dass es sich eigentlich immer wieder »nur« um eine hohe Kunst handelt, die ALDI beherrscht:
Das Selbstverständliche, das Vernünftige einfach
in die Tat umzusetzen.
Das allerdings braucht manch tugendhaftes Verhalten, das in unserer Gesellschaft oft in Vergessenheit gerät. Wir lassen uns beeindrucken von Gurus der Managementlehre und von Modewellen. Viele erscheinen resistent gegenüber dem gesunden Menschenverstand. Nur tiefgründiges Verständnis vom Wesentlichen schützt uns vor der Blendwirkung unserer Umwelt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.