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Die Gefahren der Ehe: Elisabeth von England und Maria Stuart
 
 
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Die Gefahren der Ehe: Elisabeth von England und Maria Stuart [Gebundene Ausgabe]

Anka Muhlstein , Ulrich Kunzmann
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Anka Muhlsteins Buch bietet historisch interessierten Laien eine lesenswerte Lektüre. Sie erfahren viele Details und lernen eine seriöse Untersuchung zur gesellschaftlichen Position von Frauen im England des sechzehnten Jahrhunderts kennen.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Das Doppelportrait zweier Herrscherinnen im Spannungsfeld der Konfessionen ist so packend wie Shakespeares Königsdramen. « (Abendzeitung München )

Kurzbeschreibung

Elisabeth I. herrscht als Königin über England, Maria Stuart über Schottland. Sie sind Cousinen, aber alles trennt diese Frauen: ihre Religion - die eine ist Protestantin, die andere katholisch -, ihre Vergangenheit, ihre Ambitionen, ihre politischen Ansichten und besonders ihr privates Leben. Trotzdem sind beide mit demselben Problem konfrontiert: sich zu verheiraten und ihrem Land einen Erben zu hinterlassen. Elisabeth, die Frau der politischen Macht, zieht es vor, sich keinem Mann unterzuordnen, und heiratet nicht. Maria Stuart hingegen geht drei Ehen ein. Ihr Leben wird zu einem düsteren Kapitel der Weltgeschichte, bestimmt von Liebe, Haß und Intrigen. Ihre verzweifelte Flucht nach England endet auf dem Schafott.
Anka Muhlstein erzählt auf der Grundlage genauer Recherchen detailliert und spannend das Leben dieser außergewöhnlichen Frauen mit ihren entgegengesetzten und dennoch untrennbar verbundenen Schicksalen, das Leben zweier Frauen an der Macht, die gefordert sind, zwischen Liebe und Pflicht zu wählen.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Floetelei TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Maria Stuart, das leidenschaftliche Vollweib, Elisabeth, das gefühlskalte Mannweib. Die weit verbreiteteten Klischees, denen die beiden Herrscherinnen, deren Schicksal so eng verflochten war, vor allem in Deutschland immer noch unterliegen, haben nicht zuletzt etwas mit Schillers Drama "Maria Stuart" zu tun.

Doch im ganzen 18. und 19. Jahrhundert war Elisabeth Männern UND Frauen nicht geheuer, auch nicht in England, während Maria von einem romantischen Mythos verklärt wurde.

Die Zeitgenossen der beiden Königinnen sahen das anders - zu Recht, wie Anka Muhlstein in ihrem hervorragenden Buch klar macht. Sie ist nicht die Erste, die Maria und Elisabeth historisch gerecht wird, aber ihre Herangehensweise ist die bis dato originellste: ihr Vergleich der beiden Frauen in bezug auf "Die Gefahren der Ehe".

Maria gab ihren Emotionen hemmungslos nach und ging zwei katastrophale Ehen ein (die erste zählt nicht), Elisabeth hatte sehr wohl auch Gefühle für Männer, ließ sich aber von diesen niemals beherrschen. Eine Ehe hätte bedeutet, ihre Macht zu teilen und zu gefährden - siehe Maria.

Muhlstein führt klar und knapp vor Augen, wie unterschiedlich der Lebensweg dieser beiden Frauen verlief. Selbst Kenner ihrer Geschichte werden in ihrem Buch neue Aspekte finden, die Muhlstein ohne zu detailverliebten Ballast präsentiert, wie er in historischen Kompendien oft zu finden ist. Während in der Vergangenheit vor allem männliche Autoren Elisabeth oft in schlechtem Licht darstellten, ihre Fraulichkeit leugneten, während sie ihr gleichzeitig negative, "weibische" Eigenschaften zuschrieben, stellt Muhlstein beide Frauen fair dar. Dennoch gelangt man aus historischer Sicht zu dem Schluss: Elisabeth, die der Hinrichtung Marias übrigens alles andere als kaltblütig und erst nach langem Zaudern zustimmte, hatte gute politische Gründe dafür, ihre Rivalin, die sie in ihrem eigenen Land ständig bedrohte, aus dem Weg zu räumen.

"Und so schwankt, von der Parteien Gunst und Hass verwirrt, sein Charakterbild in der Geschichte." So schreibt Schiller über Wallenstein. Er hätte es auch über Elisabeth sagen können, zu deren negativem Image er einiges beigetragen hat. Muhlstein gehört zu denen, die diese faszinierende Frau rehabilitiert haben.
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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gefühl und Verstand 11. August 2005
Von Elenor
Format:Gebundene Ausgabe
Zwei Frauen, wie sie gegensätzlicher nicht sein können: Die Eine, die immer wusste, dass sie Königin sein würde und die auch immer so behandelt wurde, bis sie schließlich hingerichtet wurde. Die Andere, die nach dem Tod ihrer Mutter als Bastard aufwuchs und bis zu ihrer Krönung um ihr Leben fürchten musste. Maria Stuart, die sich von ihren Gefühlen leiten ließ und schließlich teuer dafür bezahlen musste. Elisabeth, die ihre Gefühle bezwang und ihrer erfolgreichen Regentschaft ein erfülltes Privatleben opferte.
In diesem Buch ist Maria nicht die unschuldig Romantische und Elisabeth nicht das cousinenmordende Monster. Anhand vieler historischer Quellen, die alle hinten im Anhang zu finden sind, hat die Autorin ein Buch geschrieben, in dem man viele Hintergründe erfährt, das aber auch klar darlegt, wie Legenden entstanden und was wohl für immer ein Geheimnis bleiben wird. Schön ist auch das Nachwort, in dem beschrieben wird, wie James der Erste direkt nach Elisabeths Tod versucht hat, seine Mutter zu rehabilitieren und wie die beiden Königinnen im Laufe der Zeit von Autoren und Filmemachern charakterisiert wurden. Ein Sachbuch, dass sich sehr gut lesen lässt.
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38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bernhard Nowak TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Anka Muhlstein hat in ihrer flüssig zu lesenden Doppelbiographie das Leben der beiden Königinnen Elisabeth I. und Maria Stuart packend und fesselnd dargestellt. Dabei stützt sich die Autorin, wie die umfangreiche Bibliographie zeigt, auf den neuesten Forschungsstand.

Elisabeth I., als Bastard verschrien, da sie die Tochter Heinrichs VIII. aus seiner Ehe mit der enthaupteten Anna Boleyn war, wuchs unter Lebensgefahr am Hofe auf, die sich verstärkte, als Heinrich VIII. am 29. Januar 1547 starb. Sie musste sich verstellen, um während der Herrschaft ihrer Schwester Maria der Katholischen 1553-1558 nicht ermordet zu werden. Doch sie überlebt diese Zeit, wird als Elisabeth I. deren Nachfolgerin und ordnet die Interessen ihres Landes strikt ihren persönlichen Interessen unter. So weigert sie sich, zu heiraten oder sich in einen Krieg auf dem europäischen Kontinent hineinziehen zu lassen.

Im Gegensatz dazu hat Maria Stuart, die schottische Königin, niemals die Interessen ihres Landes bedacht und handelt ohne politischen Verstand, wobei sie vor Mord und Intrigen - unter anderem an ihrem Ehemann Darnley nicht zurückschreckt. Schließlich muss sie vor ihren Gegnern nach England fliehen. Dies tut sie, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass Elisabeth keinen Bürgerkrieg in England haben wollte und eine katholische Königin, die als Thronprätendentin Anspruch auf ihren eigenen Thron erhoben hätte. Maria wird eingekerkert und nach einem geplanten Attentat auf Elisabeth 1587 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Damit war Elisabeth I. auf Dauer die gefährliche Rivalin losgeworden, die während ihrer ganzen Gefangenschaft einen "verhängnisvollen Mangel an Wirklichkeitssinn" bewiesen hatte. Allerdings hatte die Hinrichtung der schottischen Königin schwerwiegende Folgen: so wurde erstmals ein Souverän von einem anderen hingerichtet, das Gottesgnadentum der monarchischen Herrschaft damit in Frage gestellt. Somit wurde mit der Ermordung Maria Stuarts ein weitreichender Präzedenzfall geschaffen, der später die Verurteilung und Ermordung Karls I., des Enkels von Elisabeth I. ebenso ermöglichte wie die Todesurteile für Ludwig XVI. von Frankreich und seiner Gemahlin Marie-Antoinette.

Anka Muhlstein stellt sich in dieser Biographie jedoch eindeutig auf Seiten der englischen Königin. Im Gegensatz zu früheren Biographen von Maria Stuart, etwa Stefan Zweigs, sieht sie in Elisabeth nicht das unheilvolle Monster, welches ihre Cousine ermordete, sondern die Königin, die den Bürgerkrieg verhinderte. "Man konnte ihre [Elisabeths, B.N.] Entscheidung in moralischer Hinsicht anzweifeln;...doch man konnte unmöglich bestreiten, daß sie in politischer Hinsicht recht hatte, als sie Maria aus dem Weg räumte. Nach den Wirren, die von ständigen Komplotten und fortwährenden Bedrohungen geschürt wurden, kehrte Ruhe ein." Nach dem Sieg über die spanische Armada 1588, die zum großen Teil ebenfalls der Umsicht Elisabeths zu verdanken war, erlebte England innen- und außenpolitisch eine Blütezeit und der realistischen, "jungfräulichen" Königin, die in Filmen - etwa der großen Bette Davis von 1955 - unsterblich wurde.

Diese Rehabilitierung Elisabeths und kritische Distanzierung von Maria Stuart prägt die vorliegende Biographie. Sie orientiert sich aber an den historischen Fakten und rückt von der ungerechtfertigten Glorifizierung Maria Stuarts, wie sie etwa Schillers Drama oder Zweigs Biographie prägten, die kritisch am Ende (S. 309-311) reflektiert werden, ab. Und dies ist - neben dem flüssigen und angenehmen Lesestil, äußerst wohltuend. Wer historisch getreu und mit einem Mindestmaß an Objektivität über diese beiden Frauen auf heutigem Forschungsstand gut informiert werden möchte, der greife zu diesem eindrucksvollen Buch, bei dem auf rund 320 Seiten alles Wesentliche zu beiden Frauen gesagt wird. Unbedingt lesenswert.

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