Die Autorin scheint keinerlei Liebe für ihre Heldin zu empfinden, ja nicht einmal ein kleines bisschen Sympathie, so dummdreist, eindimensional und wahllos gierig, wie sie Alais beschreibt.
Alais ist an nichts und niemandem interessiert außer an dem Medicus Aurel und an gutem Essen. Sie will nichts lernen und niemandem zuhören, sie kann sich nicht freuen und misshandelt ihr Kind, während sie stumpf durch ihr Leben dümpelt und immer weiter wegrennt, wovor auch immer, wohin auch immer.
Julia Kröhn kann schreiben, das stimmt schon. Aber warum nutzt sie ihr Talent nicht zu etwas Größerem, als ein so von Grund auf unsympathisches Miststück in die Welt zu schreiben, das sich ausschließlich kreischend und keifend artikuliert und immer mehr verroht im dauernden Kreisen um sich selbst und einen ebenso egozentrierten Mann.
Fazit: Irgendwie anstrengend, weil man viele Seiten lang vergeblich hofft, Alais werde doch noch ein bisschen sympathischer. Passiert leider nicht.