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Fourniers Blick auf Unternehmen ist ganzheitlich. Er kuriert nicht nur die Symptome, sondern erläutert den Patienten, wie sie langfristig gesund bleiben können. Vor allem liegen ihm die zehntausenden kleinen und mittelständischen Unternehmen am Herzen, genau diejenigen also, bei denen noch nicht das Primat des Shareholder Value regiert. Dort regieren Zahlen, Theorien, eine Unzahl von Methoden und die Religion der Gewinnmaximierung. Am Ende, so Fournier, stehe dort aber häufig nur die wirtschaftliche Brandrodung.
Im Mittelpunkt seiner Ausführungen steht der Begriff Gesundheit. Fourniers Ziel: Gesunde Unternehmer führen gesunde Mitarbeiter in gesunden Unternehmen. Was wiederum drei Aspekte beinhaltet: Erstens das Unternehmen, zweitens die Mitarbeiter und drittens sich selbst führen. Und zwar in einem lebensbejahenden, kooperativen und spaßvollem Sinne. Was die Voraussetzung ist, um das zu ermöglichen, was jeder Unternehmer ebenso nicht vergessen darf: genügend Geld zu verdienen. Für Fournier das 11. Gebot: Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass ein Unternehmen Gewinne machen muss. Aber nie darf es das Ziel sein, Gewinne zu machen, immer nur das Ergebnis der erreichten Ziele. Dann allerdings soll es ein sehr großer Gewinn sein. -- Peter Felixberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die zehn Gebote wurden selbstredend nicht zum ersten Mal in der Schreibstube des ehemaligen Arztes und Unternehmers Cay von Fournier verfasst. Aber aus unzähligen Möglichkeiten wählte er die richtigen aus, setzte Schwerpunkte und bringt sie mir durch anschauliche Beispiele näher. Und es ist vor allem die Art ihrer Vermittlung, die mich vom Saulus zum Paulus mutieren liess. Denn da spricht ein Mann der Praxis, der das Leben, seinen Job, seine Kunden und Leser liebt. Wenn Cay von Fournier den Theologen Dietrich Bonhoeffer zitiert, dann sind es auch dessen Werte, die er weitergeben will. Wenn er von Würde und Respekt spricht, dann stellt er bei der Suche nach individuellen Persönlichkeitsmerkmalen eben auch andere Fragen. Wenn sein zehntes Gebot „Lebe in Balance!" heisst, dann kann er locker auf billige Wellness-Tipps verzichten. Und wenn er im vierten Gebot zum Investieren aufruft, dann sind haben seine Anmerkungen zur „Geiz-ist-geil-Manie" spürbare Substanz.
Unter der Flagge der zehn Gebote ein Erfolgsmodell für mittelständische Unternehmen anzubieten, trägt die Gefahr in sich, zum Missionar und Moralprediger zu werden. Aber auch davon ist Cay von Fournier weit entfernt. Immer wieder weist er ausdrücklich darauf hin, dass es verschieden Wege zum Erfolg gibt, dass es auch Glück braucht, dass nach sieben fetten oft sieben magere Jahre kommen, dass Versuch und Irrtum eine gängige Strategie der Natur ist. Dennoch federt der Autor seine Glaubenssätze nicht verbal ab, um mit Beliebigkeit möglichem Liebesentzug zu entgehen. „Sei konsequent!" und „Sei einfach!" gehören schliesslich ebenfalls zu seinen zehn Geboten. Was Cay von Fournier seinen Lesern bietet, ist ein möglicher Ausgangspunkt, von dem es leichter ist, die Gebote „Sei kreativ!", „Stärke deine Stärken!" und „Verbessere dich ständig!" zu befolgen. Dem zweiten Gebot „Biete echten Nutzen!" gehorchend, offeriert er den Lesern bei jedem Gebot Grundsätze, Aufgaben und Werkzeuge an. Und wer als Unternehmer seine Mitarbeiter nach dem Gebot „Führe mit Werten!" behandelt, wird nebst einer tauglichen Strategie auch die Menschen um sich haben, die Konzeptionelles umsetzen können.
Die vielen Beispiele veranschaulichen die Praxistauglichkeit der Gebote, auch wenn unnötigerweise einige darunter sind, die mit mittelständischen Unternehmen nichts am Hut haben. Von den Links zu den zehn Geboten hätte ich mir noch mehr gewünscht, führen sie doch auf Unternehmen, die den Glauben des Autors teilen und dem Leser noch näher bringen. Nicht gestört hat mich jedoch, dass Cay von Fournier sich bei den Literaturangaben auf wenige Autoren beruft, die er besonders neugierigen Lesern zur Lektüre empfiehlt.
Mein Fazit: eine Bibel für kleine und mittelständige Unternehmer, die mit Werten zum Erfolg kommen wollen, die ihnen nachts den Schlaf nicht rauben und tagsüber bei Kunden und Mitarbeitern gute Gefühle auslösen. Und dennoch Gewinne generieren.
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