Natürlich muß man zuallererst zugeben, daß der Autor es sehr schwer hatte - sein Vorhaben war eine vollständige Biographie vom großen Sir Peter, und deshalb muß er bei der Geburt anfangen, um sich dann linear bis zum heutigen Tage vorzuarbeiten. Was daran das Problem ist? Daß Sir Peter vor Jahren ja eine eigene Autobiographie geschrieben hat, die dieser Biograph auch lobt. Und in gewohnt humorvoller, pointierter Schreibweise hat Ustinov damals ein Meisterwerk abgeliefert. 2/3 dieser neuen Biographie stinken im Vergleich also einfach ab. Dennoch ist sie flüssig geschrieben, wobei ein paar weniger Zitate aus der alten Biographie angebracht wären, und bringt durchaus die eine oder andere kleine Szene, die man noch nicht so oft gehört hat. Wirklich sinnvoll ist das Buch allerdings erst im letzten Drittel, also dem Teil, der über die Autobiographie hinausgeht. Das letztendliche Verdienst des Buches: Die Lücke zur aktuellen Zeit ist geschlossen, und der Autor berichtet mit großer Achtung über Ustinov, was dann auch den Leser mit dem Buch versöhnt; den Weltbürger und einen der herausragendsten Menschen unserer Zeit, Ustinov, zu bewundern, fällt nicht schwer, und in jedweder Form liest man gerne mehr. Also kein Pflichtkauf, aber auch nicht wirklich vergeudet. Und wer etwas Gutes tun will: Spenden an UNICEF oder die Peter-Ustinov-Stiftung.