Nachdem ich mir ganz frisch einen E-Book-Reader zugelegt hatte und ich auf die Suche nach passender Literatur gegangen war, bin ich als historisch sehr interessierter Leser per Zufall auf das Buch von Achim Müller Hale gestoßen. Der Autor war mir bis dato nicht bekannt, aber die Inhaltsangabe hatte mich neugierig gemacht. Zwei gute Gründe für den sofortigen Download (Natürlich gibt es das Buch auch in gedruckter Form und ist beim Sutton Verlag 2010 erschienen.)
Sofort nach den ersten Seiten war mir klar, dass dieses Buch der Hammer ist! Selten habe ich eine solch spannende Lektüre in den Händen gehabt. Auf den Inhalt möchte ich nicht mehr groß eingehen - dazu dient die kurz gefasste Inhaltsangabe, die jeder Interessierte nachlesen kann.
Nur so viel sei gesagt. Die Geschichte - ich sage bewusst nicht Story - spielt in der Zeit des Dritten Reiches, 1939 kurz vor der Annexion der "Rest-Tschechei" durch Nazi-Deutschland. Der Engländer Henry Clarson, ehemaliger Offizier der Royal Air Force und wegen einer Beinverletzung für den Flugdienst untauglich geworden, gerät über seine Heirat mit der Schwester von Magda Goebbels recht unmittelbar in der Nähe eines von Hitlers engsten Vertrauten. Per Zufall wird er in eine Verschwörung eines Teil der deutschen Generalität unter der Leitung des zweiten Mannes im Reich verwickelt. Daraus entwickelt sich eine atemberaubende Handlung, in der Fiktion und Realität zu einem Konglomerat ungeahnter Güte verschmelzen, den Leser packt und bis zum Ende nicht mehr los lässt.
Wer nur ein bisschen Ahnung von der jüngsten deutschen Geschichte hat, wird sehr schnell erkennen, dass hier jemand als Autor am Schreibtisch gesessen hat, der sein Handwerk als Historiker bestens versteht. Die Handlung ist mit historisch belegten Details, und zwar bis ins Absolute, in einer noch nie da gewesenen Fülle ausgestattet, die einen Leser vergessen lässt, dass das Ganze ja nur ein fiktiver Roman ist und die Handlung - allerdings vor historischem, durch Tatsachen belegten Hintergrund - und ein Teil der Personen frei erfunden sind.
Müller Hale gelingt es vorzüglich das Interesse des Lesers zu wecken, ihn mit Hochspannung zu fesseln, die bis zum furiosen Finale nicht nachlässt. Zwei unbedeutende Unkorrektheiten in Bezug auf militärhistorisches Gebiet kann man leicht verschmerzen. Sie trüben den Gesamteindruck nicht im Geringsten.
Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der ein Faible für spannende Thriller und darüber hinaus noch Intereresse für jüngste deutsche Geschichte hat. Mal ein Werk, dass nicht aus einer englischsprachigen Feder stammt! Dem Erstlingswerk von Müller Hale kann man nur eine größere Leserschaft wünschen. Das Buch hat es verdient - fünf Sterne zu vergeben fällt leicht...
Wie man hört ist ein zweiter Roman in Arbeit, und wer Näheres über den Autor wissen möchte, besucht am besten seine Webseite [...]