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42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mit Ausblick auf die Serie: 5 Sterne! Oberklasse-Fantasy!, 30. August 2005
Wer sich Steven Erikson's "Die Gärten des Mondes" zu Gemüte führt, der darf nicht die übliche Fantasy-Fadenspinnerei ala Jordan's "Rad der Zeit" oder Goodkind's "Schwert der Wahrheit" erwarten. Auf den unerfahrenen Erikson Leser wirken die vielen verschiedenen Handlungsstränge des ersten Bands der Serie "Spiel der Götter" (die Serie lautet im englischen Original: Malazan Book of the Fallen) teilweise sehr verwirrend, da ständig neue Charaktere eingeführt werden. Der Leser bewegt sich regelmäßig an der Grenze zum "Jetzt reichts aber!" Doch die Belohnung kommt! Keine andere Fantasy-Welt bietet die Komplexität mit der Eriskon den Leser auf sprachlich wundervolle Weise unterhält. Seine Charaktere sind wunderbar lebendig, teilweise extrem witzig und haben alle ihre Schwächen. Im Gegensatz zur Konkurrenz lässt Erikson bisher qualitativ nicht nach! Im Gegenteil: Je weiter die Serie fortschreitet, umso liebevoller führt er (neue) Charaktere ein/fort. Er scheut auch nicht davor Schlüsselcharaktere sterben zu lassen und Handlungsstränge gänzlich zu beenden, obwohl es sich um eine Serie handelt. Das "Spiel der Götter/ Malazan Book of the Fallen" erhält seinen Seriencharakter dadurch, dass regelmäßig altbekannte Charaktere auftauchen und Handlungsstränge weitergeführt werden. Dabei mischt Erikson sehr gekonnt neue Aspekte, Charaktere und Sichtweisen unter fortlaufende Erzählungen. Verteufelt der Leser innerlich noch anfangs bestimmte Charaktere, schiebt ihm Erikson später bestimmte Ereignisse aus anderer Sichtweise unter. Die Truppe um die Brückenverbrenner herum wächst einem schnell ans Herz. Man freut sich immer wieder, wenn die Handlung zu Sterblichen wie Kalam, zum schnellen Ben, Hauptmann Paran, Elster, u.a. zurückkehrt, während über allem das Intrigennetz der Götter schwebt. Sterbliche steigen zu den Göttern auf und Götter fallen tief.. Erikson's Schreibstil ist sehr metaphernhaltig ohne dabei gekünstelt blumig zu wirken. Es geht teilweise sehr blutig und brutal zu, doch rutscht Erikson sprachlich nie ab. Erikson verherrlicht Gewalt nicht, sondern schildert sie oft ernüchternd traurig. Für Fantasyfans führt kein Weg an dieser Serie vorbei! Es ist Fantasy der Oberliga! Die Serie entfaltet ab dem 3. Band ihre volle Kraft. Negativ: Mal wieder wurden englische Originale auseinandergerissen und aus kommerziellen Gründen auf mehrere deutsche Bände verteilt. Die Übersetzung von Tim Straetmann ist aber (zum Teil) ganz gut gelungen.
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38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Komplexe Fantasy mit innovativen Ideen..., 10. Januar 2003
Von Ein Kunde
...die jedoch leider zahlreiche Detailmängel aufweist.Mit seinem Erstlingswerk "Die Gärten des Mondes" setzt der Kanadier Steven Erikson all jenen Fantasy-Liebhabern ein Festmahl vor, deren Herzen beim Gedanken an extrem epische Fantasyzyklen a la "Wheel of Time", "Song of Ice and Fire" oder der Osten-Ard-Tetralogie einen Freudensprung vollführen. Zehn Bände sollen es wohl letztendlich werden, zumindest auf Englisch. Die Story und die Welt, die Erikson dafür ausgetüftelt hat (und von Tüfteln kann hier wirklich die Rede sein, denn sein Szenario ist bis zum Rand gefüllt mit liebvollen, kleinen und feinen Details, Bräuchen und verschiedenen Kulturen) sind gleichermaßen episch angelegt. Es gibt allerdings eine Besonderheit: so hat jeder (englische) Band seine eigene Spannungskurve, das heißt, jedes der 10 Bücher wird, neben der großen Gesamthintergrundgeschichte, eine eigene kleinere Story aufweisen, deren Hauptkonflikt am Ende des Bandes gelöst wird, so wird etwa in Band 1 hauptsächlich die Situation in der genabackischen Prunkstadt Darujhistan beleuchtet, die als letzte der großen freien Städte noch Widerstand gegen das sich unerbittlich ausbreitenden Joch des malazanischen Imperiums leistet. Im deutschen Band 2 und drei (die zusammen den englischen zweiten Band ergeben) berichtet Erikson dann größtenteils von den Ereignissen im Reich der Sieben Städte, einem Land, das bereits vom erwähnten malazanischen Imperium eingenommen wurde. Doch damit noch nicht genug der Innovationen: auch Eriksons Magiesystem ist außerordentlich ungewöhnlich und interessant, ohne, dass ich hier allzu viel darüber verraten will. Man kann ebenfalls nicht behaupten, dass Erikson nichts getan hätte, um die Lektüre des Buches aufregend und spannend zu gestalten: es gibt Intrigen an allen Ecken und auch die unerwarteten Storywendungen sind durchaus gelungen und lockern die Geschichte auf. Zudem gibt es eine Unmenge von Charakteren, von denen die meisten sehr interessant geraten sind. Zudem weiß man sehr häufig nicht, wer denn eigentlich gut und wer böse ist und wer wem feindlich und freundlich gesonnen ist. Es gibt kein "gut" und kein "böse" in dem Sinne, fast jeder Charakter hat positive und negative Eigenschaften. Erikson zeigt uns seine Welt in schmuckem Grau, und das ist eigentlich das einzige Merkmal seines Buchs, das mit G.R.R. Martins "Song of Ice and Fire" vergleichbar ist. Ansonsten nämlich unterscheiden sich beide enorm, ja verhalten sich sogar komplett gegensätzlich zueinander: wo Martin uns mit seinem brutalen Realismus und der Reduzierung des magischen Elements zu etwas seltenem, staunenswertem begeistert, da sucht Erikson ganz bewusst das Fantastische, das Abstrakte, das Magische, wo Martin mit seiner mitterlalterlich-kargen Welt besticht, mit seinem Pessimismus und der Hoffnungslosigkeit, da präsentiert uns Erikson ein buntes Konfettifeuerwerk, in dem auf jeder zweiten Seite Magie in ihrer farbenprächtigsten Form angewendet wird. Kurz gesagt: Magie spielt eine sehr viel größere Rolle als bei GRRM. Und das erweist sich mitunter als nicht eben günstig. Denn hier wird einem sehr schnell vor Augen geführt, weshalb es so wichtig ist, in Fantasy-Romanen mit der Magie sparsam umzugehen: wenn gar zu viele Zaubersprüche durch die Luft sausen, setzt ein gewisser Abnutzungsprozess ein: an jeder Ecke wogt einem Magie entgegen, doch dadurch wird das Buch beileibe nicht magischer, im Gegenteil: "Der Herr der Ringe" und das "Lied von Eis und Feuer" beziehen ihre magische Atmosphäre gerade aus dem Umstand, dass die Magie etwas Mysteriöses, Unirdisches, Unergründliches bleibt - daraus beziehen sie einen Großteil ihrer Spannung. Ein weiterer negativer Aspekt des Buches ist der Schreibstil, dessen sich Steven Erikson bedient: Der ist nämlich weit weniger kunstvoll und sprachgewaltig als etwa der von GRRM oder von Tad Williams und wirkt zum Teil sogar ein wenig hölzern, wenn sich nämlich Ausdrücke und Redewendungen einschleichen, die in Fantasyromanen nichts zu suchen haben. Manche Abschnitte wirken gar lieblos heruntergeleiert, als hätte Erikson keine Zeit gehabt, sich eingehender mit dieser Stelle des Romans zu befassen. Was mich persönlich außerdem ziemlich stört ist der extrem häufige Gebrauch des Wortes "grunzen", und zwar in einem Kontext, in dem er allenfalls unfreiwillig komisch wirkt: ist es normal, dass ein Mensch ungefähr alle zwei Minuten "grunzt"? So ungefähr mutet das nämlich bei Erikson an. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen sind zuweilen etwas unglaubwürdig und hölzern geraten (sie werden spätestens dann wissen, was ich meine, wenn Flickenseel und Paran zusammentreffen). Anzumerken ist ebenfalls noch, dass dies hier bei weitem nichts für zimperliche Gemüter ist: schon im ersten Kapitel waten die Charaktere im wahrsten Sinne des Wortes durch ein Meer aus verwesenden, verstümmelten Leichen und diese Spirale aus Blut zieht sich durch das gesamte Buch. Wer jedoch (wie ich) gefallen an derartige düsterer Fantasy findet, dürfte sich daran kaum stören. Schlussendlich muss ich noch eine Warnung erteilen: an dieses Buch sollten sich nur altgediente Fantasy-Recken heranwagen, Anfänger sollten die Finger davon lassen: gerade zu Anfang der mysteriösen Handlung versteht ein flüchtiger, unaufmerksamer Leser größtenteils Bahnhof, alles ist sehr verzwickt, kompliziert, mit jeder Menge rätselhafter Hinweise und Andeutungen versehen und man muss aufpassen, um nicht den Faden zu verlieren. Nach einer Weile jedoch gibt sich das und zum Ende hin entwickelt sich das Buch zum echten "Page-Turner". Ich komme alles in allem zu einer Wertung von 3.5 Sternen und runde großzügig und in anbetracht der Innovationen auf 4 Sterne auf. Es gehört zu den besseren Werken des Genres, der Osten-Ard-Tetralogie von Tad Williams oder gar dem "Song of Ice and Fire" ist "Das Spiel der Götter" jedoch weit unterlegen. Wer aber Magie über alles liebt, sollte es ruhig einmal darauf ankommen lassen.
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64 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Phantastische Fantasy zum träumen!, 28. August 2001
1000 Worte reichen kaum aus,um Eriksons Meisterwerk "Die Gärten des Mondes" ausreichend zu würdigen. Wo soll man anfangen?Vielleicht bei detaillierten Beschreibung der Welt mit seinen Kreaturen,den Völkern mit eigenen Riten und eigener Kultur,bei der Magie,die so beschrieben einzigartig in der Fantasylitertaur ist. Oder soll man die wunderbaren Charaktere würdigen? Da ist zum Beispiel Ganoes Paran,ein Hauptmann des malazanischen Imperiums,für das er als Adliger eigentlich keine wirkliche Liebe verspührt und sich trotzdem noch immer nach einem Heldenleben sehnt. Oder Rallick Nom,der Assassine,der trotz seines Berufes ein ehrenwerter Mann mit festen Prinzipien ist. Kruppe,mein persönlicher Liebling,ein kleiner,fetter Mann,der sich seiner Schwächen ,aber auch seiner besonderen Stärken bewusst ist,der sich immer wieder in nicht zu enden scheinenden Monologen verliert und der mit seinem Humor alleine schon ein ganzes Buch füllen kann. Keiner der Charaktere ist weder ganz gut,noch ein wirklich bösartiges Individuum.keiner von Ihnen ist unfehlbar oder unbesiegbar..einschlieslich der Götter.Man sollte aber auch die Geschichte nicht vergessen:Ein weltumspannendes Imperium,welches dank der wohl diszipliniertesten Streitkräften,seiner hervorragenden Magier,den gefürchteten Assassinenkommandos und nicht zuletzt des nun verstorbenen Imperator Kellanved und seines nun ebenfalls ermordeten,charismatischen Begleiter Tanzer die halbe Welt unterworfen hat.Auf dem Kontinent Genabackis jedoch scheint dieser Feldzug in einem Disaster zu enden.Zugleich mischen sich auch die Götter ein,die ihre eigenen Spiele spielen und die dabei doch den Menschen immer noch unheimlich ähnlich sind.Eine wirklich wundervolle Geschichte beginnt sich dem Leser zu eröffnen,die er nach dem Lesen von "The Deadhouse Gates" besser zu vertshen beginnt. Eine hervorragend erzählte Geschichte,die sich vor einem Vergleich mit George Martins "Lied von Eis und Feuer" nicht zu verstecken braucht...und ein größeres Kompliment kann man einem Fantasyauthor dieser Tage,so denke ich,kaum machen,stellt doch Martin derzeit das non-Plus-Ultra da..und damit meine ich,auch im Vergleich zu Tolkien,Feist,Williams und Kay,Jordan etc. Man sollte sich Erikson auf keinen Fall entgehen lassen,auch wenn man sonst nicht viel mit Fantasy anzufangen weiss.Denn die Geschichte erzählt vor allem von Menschen,mit all ihren Stärken und Schwächen,mit all ihren Wünschen und Begierden...und ihren Grausamkeiten. Wo doch die Zivilisation Homers Illias als Beginn der abendländischen Kultur begreift...warum kann man dann nicht auch wieder moderne Fantasy lesen? Es muss doch noch etwas anderes geben,als Groschenromane,Harry Potter und Tom Clancy. Es sei nur noch angemerkt,dass das Setting relativ düster ist und sich am besten mit George Martin vergleichen lässt..trotzdem:unbedingt lesen..sie haben sonst etwas wirklich Wundervolles verpasst!
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