1000 Worte reichen kaum aus,um Eriksons Meisterwerk "Die Gärten des Mondes" ausreichend zu würdigen. Wo soll man anfangen?Vielleicht bei detaillierten Beschreibung der Welt mit seinen Kreaturen,den Völkern mit eigenen Riten und eigener Kultur,bei der Magie,die so beschrieben einzigartig in der Fantasylitertaur ist. Oder soll man die wunderbaren Charaktere würdigen? Da ist zum Beispiel Ganoes Paran,ein Hauptmann des malazanischen Imperiums,für das er als Adliger eigentlich keine wirkliche Liebe verspührt und sich trotzdem noch immer nach einem Heldenleben sehnt. Oder Rallick Nom,der Assassine,der trotz seines Berufes ein ehrenwerter Mann mit festen Prinzipien ist. Kruppe,mein persönlicher Liebling,ein kleiner,fetter Mann,der sich seiner Schwächen ,aber auch seiner besonderen Stärken bewusst ist,der sich immer wieder in nicht zu enden scheinenden Monologen verliert und der mit seinem Humor alleine schon ein ganzes Buch füllen kann. Keiner der Charaktere ist weder ganz gut,noch ein wirklich bösartiges Individuum.keiner von Ihnen ist unfehlbar oder unbesiegbar..einschlieslich der Götter.
Man sollte aber auch die Geschichte nicht vergessen:Ein weltumspannendes Imperium,welches dank der wohl diszipliniertesten Streitkräften,seiner hervorragenden Magier,den gefürchteten Assassinenkommandos und nicht zuletzt des nun verstorbenen Imperator Kellanved und seines nun ebenfalls ermordeten,charismatischen Begleiter Tanzer die halbe Welt unterworfen hat.Auf dem Kontinent Genabackis jedoch scheint dieser Feldzug in einem Disaster zu enden.Zugleich mischen sich auch die Götter ein,die ihre eigenen Spiele spielen und die dabei doch den Menschen immer noch unheimlich ähnlich sind.Eine wirklich wundervolle Geschichte beginnt sich dem Leser zu eröffnen,die er nach dem Lesen von "The Deadhouse Gates" besser zu vertshen beginnt.
Eine hervorragend erzählte Geschichte,die sich vor einem Vergleich mit George Martins "Lied von Eis und Feuer" nicht zu verstecken braucht...und ein größeres Kompliment kann man einem Fantasyauthor dieser Tage,so denke ich,kaum machen,stellt doch Martin derzeit das non-Plus-Ultra da..und damit meine ich,auch im Vergleich zu Tolkien,Feist,Williams und Kay,Jordan etc.
Man sollte sich Erikson auf keinen Fall entgehen lassen,auch wenn man sonst nicht viel mit Fantasy anzufangen weiss.Denn die Geschichte erzählt vor allem von Menschen,mit all ihren Stärken und Schwächen,mit all ihren Wünschen und Begierden...und ihren Grausamkeiten.
Wo doch die Zivilisation Homers Illias als Beginn der abendländischen Kultur begreift...warum kann man dann nicht auch wieder moderne Fantasy lesen? Es muss doch noch etwas anderes geben,als Groschenromane,Harry Potter und Tom Clancy.
Es sei nur noch angemerkt,dass das Setting relativ düster ist und sich am besten mit George Martin vergleichen lässt..trotzdem:unbedingt lesen..sie haben sonst etwas wirklich Wundervolles verpasst!