Das zweite album der deutschen Gothic-Metal band weist genau dieselben stärken und schwächen auf, die auch der vorgänger aufgewiesen hat. Einige songs sind verdammt gut, strotzen vor kraft, bombastischen arrangements und herrlichen melodien, andere songs sind etwas dürftig und sehr unscheinbar. Was an diesem album eine eindeutige verbesserung gegenüber dem vorgänger ist, das ist der sound. Drums, bass und vor allem die gitarren haben nun einen breiteren, satteren sound. Eröffnet wird das album mit wahntrieb, ein gelungener song mit tollem refrain. Noch besser und erfüllt von epik und bombast ist der song mein land. Der refrain ist einfach klasse. Schafre gitarren und ein tolles pianothema peitschen sich gegenseitig voran, dazu die eindrucksvolle stimme des sängers. Etwas langsamer, aber dafür nochmals bombastischer geht's mit die kraft weiter, der wohl beste song des albums. Auch hier wieder ist der refrain der absolute höhepunkte. hoch auf ist ebenfalls ein gut gelungener song, wieder die typische vermischung von schwermut und epik. Nach dem zweiten durchlauf des refrains kommt eine herrliche keyboardpassage, sehr ruhig und traurig, einfach klasse. Mit tief begraben geht's auf höchstem niveau weiter, auch hier ist der bombastische refrain wieder der höhepunkt. Dann passiert dasselbe, wie auch schon auf dem vorgänger: das niveau fällt deutlich ab. Zwar weist die sonne über uns gute gitarrenriffs auf, die strophen klingen sehr geheimnisvoll und gut gelungen, doch der refrain ist recht langweilig. Ebenso beginnt über tausend sternen sehr vielversprechend, doch auch dieser song verflacht sehr schnell. Schlecht sind die zwei songs natürlich nicht, aber eben etwas flach. Mit flieg, eingeleitet von leisen orgelklängen, steigt das niveau stark an. Der song hat einen sehr tollen, ohrwurmartigen refrain, der einfach begeistert. es kommt der tag schleppt sich dann wieder etwas träge dahin, auch nicht sehr beeindruckend in meinen ohren. nebelreich beginnt ganz interessant, zunächst wieder sehr ruhig, geheimnisvoll und schwermütig. Während den strophen ertönen traurige piano- und keyboardklänge, doch der refrain drückt das niveau leider wieder nach unten. Schade, denn die stimmung der strophen ist toll. Das album endet aber versöhnlich, denn mit dem instrumentalsong nordtal haben die vier mannen einen richtig traurigen, stimmungsvollen song geschaffen. Sphärische, mystische und triste keyboardklänge erzeugen eine richtig tolle stimmung der einsamkeit und der trauer.
Insgesamt ist das album ganz gut, wieder einige richtig tolle songs, leider auch vier schwache songs.