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Die Gärten der Finzi-Contini: Roman [Taschenbuch]

Giorgio Bassani , Herbert Schlüter
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 1983 --  
Unbekannter Einband --  

Kurzbeschreibung

1983
Dieser weltberühmte Roman Giorgio Bassanis ist die zarte Geschichte einer großen unerfüllten Liebe und zugleich Chronik des tragischen Schicksals jüdischen Bürgertums in Italien: Seit seiner Kindheit liebt der junge Mann, der zur Jeunesse dorée der Provinzstadt Ferarra zählt und plötzlich durch die Rassengesetzgebung des Faschismus zum Paria wird, die geheimnisvolle Micòl. Doch die schöne Tochter aus dem Hause der Finzi-Contini wird für ihn immer unerreichbar bleiben. »Bassanis Meisterwerk, ein Roman, der an Thomas Manns ›Buddenbrooks‹ und ›Tod in Venedig‹ erinnert.« Bayerisches Fernsehen

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: N.-A. (1983)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492203140
  • ISBN-13: 978-3492203142
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 12,1 x 2,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 455.878 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Bassanis Meisterwerk, ein Roman, der an Thomas Manns ›Buddenbrooks‹ und ›Tod in Venedig‹ erinnert.« Bayerisches Fernsehen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Gärten der Finzi-Contini
OT Il giardino dei Finzi-ContiniOA 1962 DE 1963 Form Roman Epoche Moderne
In seinem Hauptwerk stellt Giorgio Bassani sein Thema – den Untergang des jüdischen Bürgertums – am Beispiel des Schicksals einer Familie dar. Sachlich, fast kühl wird das Geschehen berichtet; einziges Zugeständnis an die Gefühlswelt ist die Verwendung eines Ich-Erzählers.
Inhalt: Die Familie Finzi-Contini hat sich deutlich von den anderen jüdischen Familien in Ferrara abgesetzt. Ihr großer Besitz ist für niemanden zugänglich, ihren Gottesdiensten gehen sie in einer Privatsynagoge nach. Der Ich-Erzähler hat nur einmal, als Schulkind, eine kurze Begegnung mit Micol, der Tochter des Hauses, gehabt, aber das Haus und den angrenzenden Park nie betreten. Als 1938 die Rassengesetze erlassen werden, die Juden u. a. auch die Mitgliedschaft in Sportvereinen verbieten, öffnet die Familie Finzi-Contini ihren Park und bietet den jungen Juden Ferraras ihren Tennisplatz an. Außerdem verzichtet sie auf den Besuch in ihrer Privatsynagoge und feiert den Vorabend des Sabbats gemeinsam mit anderen Glaubensgenossen in einer der städtischen Synagogen.
Der Ich-Erzähler kommt wegen seiner literaturgeschichtlichen Forschungen im Rahmen seiner Doktorarbeit in Kontakt mit dem Oberhaupt der Familie Finzi-Contini. Er darf die Bibliothek des Hauses benutzen und ist bald täglich dort zu finden. Zunehmend fasziniert von der kultivierten Atmosphäre des Hauses, den geistreichen Gesprächen und der unverbindlichen Art des Umgangs, kann sich der Ich-Erzähler keinen angenehmeren Aufenthaltsort vorstellen. Zudem verliebt er sich in die zurückhaltende, spröde erscheinende Micol. Scheu und ungelenk macht er der spöttischen Schönen den Hof, die sich seine Liebesbeweise gnädig gefallen lässt, ohne sie zu erwidern. Als sie erkrankt ist, darf er sie endlich in ihrem Zimmer besuchen. Er überfällt sie auf eine plumpe Weise und bedrängt sie, doch sie reagiert kühl und überlegen. Dieses Zusammentreffen erscheint in seinen Augen als eine Katastrophe – er vermag nicht zu verstehen, dass Micol sich in der Zeit der Verfolgung und der täglichen Bedrohung den Luxus einer wirklichen Liebesbeziehung nicht erlaubt und keine Zukunft für sich sieht. So lässt sie sich nur auf eine rein sexuelle Affäre mit dem nicht jüdischen Freund des Ich-Erzählers ein, auf eine Beziehung, die von vornherein ihre Fortsetzung ausschließt.
1943 werden Micol und ihre Eltern deportiert; der Ich-Erzähler weiß um ihre Ermordung, wird aber niemals ihre Grabstätte besuchen können.
Aufbau: Der Roman beginnt mit dem Besuch des Ich-Erzählers in der etruskischen Gräberstadt von Cerveteri. Angesichts dieser pompösen Grabstätten erinnert er sich an das Mausoleum der Familie Finzi-Contini, in dem die Menschen, die er kannte und liebte, nicht ihre letzte Ruhe fanden. Der Ich-Erzähler berichtet aus der Erinnerung, bedauernd, melancholisch, unter dem Motto des »Zu spät«.
Wirkung: Der Roman, der Bassani den italienischen Literaturpreis »Premio Viareggio« einbrachte, machte den Autor nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa bekannt. Die Verfilmung von 1970 unter der Regie von Vittorio de Sica (1902–74) trug zur weiteren Verbreitung des Romans bei. D. Ma. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

3.9 von 5 Sternen
3.9 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebesgeschichte und Spurensuche 5. November 2001
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
In seinem erfolgreichsten Buch geht der unspektakuläre und dabei höchst intensive Erzähler Bassani den Spuren und Überresten einer jüdischen Familie im Italien des aufkeimenden Faschismus nach. Ort der Handlung ist Ferrara, genauer: das etwas abseits gelegene Gut der traditionsreichen und gerade verblühenden Familie, ein großer Garten, der, von einer Mauer umgeben, sowohl das Geheimnis als auch den Mittelpunkt des Romans darstellt. Der Erzähler begehrt das Geheimnis zu erfahren, das schließlich sonderbar vielfältig sich zeigt. Eine Roman über Ausgrenzung, Isolation und darin verschlungen gleichzeitig Chronik einer vorsichtigen, überwältigend-zarten Neigung; (wenn es noch nicht zu allgemein ist: eine Liebesgeschichte, intelligent-charmant! Wunderbar zu lesen.).
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar 7. August 2002
Format:Taschenbuch
Giorgio Bassanis klassischer Roman über die Liebe zweier junger Juden im faschistischen Italien ist für mich eines der wichtigsten Bücher überhaupt: zugleich künstlerisch perfekt und emotional wahr. Eine der zartesten Liebesgeschichten, unspektakulär und sachte beschrieben, ohne Herz+Schmerz und all den Quatsch, fast nur angedeutet, aber gerade dadurch ganz echt, wunderschön, sehr menschlich. Sicher nichts für Fans von Action und 'großen Gefühlen' (d.h. Hollywood-Kitsch), sondern im echten Sinn tragisch. Wer etwa die Erzählungen von Alessandro Baricco (Seide, Oceano Mare) mag, kann hier das Original finden: weniger 'witzige' Einfälle und Schnörkel, weniger Künstlichkeit, dafür mehr Liebe und wirklich große Literatur.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn die Gegenwart sofort zur Vergangenheit wird 18. Februar 2011
Von Diethelm Thom TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Der Ich-Erzähler stammt (wie der wirkliche Bassani) aus einer gutbürgerlichen jüdischen Familie, nennen wir ihn deswegen und wegen vieler anderer Parallelen zu seiner Biografie getrost Giorgio. Die Zeit: die späten dreißiger Jahre des italienischen und deutschen Faschismus, der Ort: Ferrara. Meistens spielt sich das Geschehen in den Gärten der hocharistokratischen jüdischen Familie der Finzi-Contini ab, hierher laden der jugendliche Alberto Finzi-Contini und seine gleichaltrige Schwester Micòl fast täglich ihre jüdischen Freunde und Bekannten ein, denn in Ferrara werden sie zunehmend diffamiert, und bei den Finzi-Contini ist reichlich Platz, um Tennis zu spielen oder für Giorgio, um nach dem Studium in der Bibliothek des Hauses seine Doktorarbeit zu schreiben. Man hat zunächst nicht den Eindruck, dass die jungen Leute stark von den zunehmenden Rassendiskriminierungen tangiert sind, sie scheinen sie eher leichtsinnig zu ignorieren oder reagieren sarkastisch auf sie, aber am Schluss resümiert Giorgio, dass die von ihm geliebte Micòl ihr Leben unter der Vorahnung des kommenden Unheils geführt haben muss. Sie will das Leben genießen, so weit es ihr möglich ist. Mit Giorgio jedenfalls ist es kaum möglich, denn er gehört wie sie zu den Menschen, für den "nicht so sehr der Besitz der Dinge als die Erinnerung an sie" wichtig ist (268)....
Das autobiografische Material Giorgio Bassanis wird also Gegenstand der Darstellung, denn Giorgios Veranlagung ist, "die Gegenwart sofort zur Vergangenheit werden zu sehen, um sie dann mit aller Muße lieben und anschauen zu können." (268f.). So erklären sich auch Stil und Struktur des Romans: Da das wirkliche Leben in der Regel (selbst in seinem Fall) nicht besonders dramatisch verläuft, geht es in dem Buch auch eher gleichförmig und realistisch zu: Man spielt endlos Tennis, man diskutiert, man telefoniert oder treibt sich mit dem Freund ein wenig im Rotlichtmilieu herum. Aber Bassanis Kunst besteht darin, diese Gleichförmigkeit in ein sanftes und am Schluss magisches Licht zu tauchen und unauffällig, aber ständig mit Symbolen zu arbeiten. Man muss also diese Atmosphäre, diese Nuancen und dieses Licht lieben, um den Roman zu genießen - was erklärt, dass das Buch eher ein Geheimtipp geblieben ist denn ein populärer Renner.
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