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Produktinformation
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Viktor Askenasis sich zur Verzweiflung steigernde Suche nach dem Sinn endet in Dubrovnik. Auf Anraten seiner Freunde ist er allein dorthin gereist, um wieder zu sich zu finden. Stattdessen kommt es zur endgültigen Zerstörung und zu einem motivlosen Mord an einer fremden Frau im Hotel. Spätestens an dieser Stelle drängt sich dem Leser der Vergleich mit einem Roman der Weltliteratur auf, in dem auch die Absurdität des menschlichen Daseins in einem Mord kulminiert. Und auch Márais Roman hieße passenderweise Der Fremde, denn dieser Riss durchs Dasein, diese Fremdheit den Menschen und der Gesellschaft gegenüber ist das alles überstrahlende Gefühl, das den eleganten Pariser Herrn letztendlich ins Verderben treibt.
Wer hat sich da also vielleicht von wem inspirieren lassen? Nun, Márais Roman ist 1934 erschienen, acht Jahre vor dem berühmten Werk Albert Camus'. Und wenn auch auf sprachlich ganz unterschiedliche Weise, skizzieren doch beide den gleichen existentialistischen Grundkonflikt auf intensive und beeindruckende Weise. Professor Askenasi und Camus' kleiner Büroangestellter Meursault sind trotz ähnlicher Fragen ans Dasein zwar völlig unterschiedliche Menschen. Doch am Ende unterwerfen sich beide "der zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt" und begegnen ihrem Untergang mit einem Lächeln. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Der Titel „Die Fremde“ ist irreführend, gaukelt er uns doch eine Liebesgeschichte vor. Treffender wäre „Das Fremde“, da dies das eigentliche Thema des Buches ist. Askenasi weilt in der Fremde, genauer gesagt in Paris und macht auch in der Fremde Urlaub. Egal, welches Reisebüro er betritt, mit untrüglichem Instinkt werden ihm immer die abgelegenen Feriendomizile angeboten, wo sich dem Interessierten die Chance bietet, das fremde Land noch in seiner Ursprünglichkeit kennen zu lernen. Diese Gelegenheit nimmt er jedoch nie wahr sondern vergräbt sich hinter seinen wissenschaftlichen Studien, statt das reale Leben zu erkunden und dort das Glück zu finden, welches er vergeblich hinter den Buchrücken sucht.
Seine Frau bleibt im fremd und auch Eliz vermag er nicht zu ergründen. Seine Gefühlswelt, anfänglich als gefestigt und als sichere Bastion vor dem Ungewissen geschildert, bricht Stück für Stück auseinander wie die Mauern von Jericho. Immer größer wird die Diskrepanz zwischen seinen Wünschen und den vermeintlichen und tatsächlichen Regeln, den Erwartungen, die die bürgerliche Gesellschaft an ihn stellt.
Fremd ist ihm auch, seine Gefühle zu artikulieren. Weder seinen Freunden noch seiner Frau gegenüber ist er in der Lage, seine Gefühle, Ängste und Zweifel zu artikulieren. Er führt lange innere Monologe, die aber keineswegs zur Erhellung beitragen und dazu führen, dass sich sein Geist langsam um nachtet.
Marai bleibt unsichtbar hinter dem Protagonisten und seinem Leid verborgen. Nie hat man das Gefühl, dass er Partei ergreift oder seine Figur zu rechtfertigen versucht. Selbst als Askenasi einen Mord begeht, bleibt Marai dieser Erzählhaltung treu und vermeidet, in Allgemeinplätze zu verfallen. Weder Schuldzuweisungen, fadenscheinige Entschuldigungen oder Reue werden thematisiert sondern vielmehr die inneren Kämpfe eines Mannes in mittleren Jahren, der bei der Suche nach seinem persönlichen Glück die Gelegenheiten übersieht, die, statt zu einem tragischen Ende, zu einem goldenen Weg geführt hätten.
Charles Brauers Stimme passt perfekt zu den Lebensdaten von Askenasi und auch die leichte, sensible Vortragsweise, in die sich gelegentlich ein zweifelnder Unterton mischt, vermag den Hörer über die gesamte Dauer der ungekürzten Lesung zu fesseln. Die Ausstattung des Hörbuches vermag nicht zu überzeugen. Außer einem nichts sagenden Booklet enthält der Juwel-Chase nur noch die CDs.
Viktor Askenasi, Professor für orientalische Sprachen, gerät in einen Strudel aus Obsession, Besessenheit und Wahnsinn, als er die Tänzerin Eliz kennen lernt. Obwohl gefangen zwischen den Polen einer konventionellen Ehe und der vorgeblichen Leidenschaft für Eliz, keimt in ihm die Hoffnung, endlich das lang gesuchte, vollkommene Glück gefunden zu haben. Doch schon bald zerbricht diese Illusion und voller Hass auf sich und die gesellschaftlichen Konventionen reist er nach Ragusa zur Erholung. Dort eskaliert die Situation. Seine Gedanken kreisen immer mehr um seine vermeintliche Verstrickung in bourgeoise Regeln, die ihn unentrinnbar festhalten wie die klebrigen Fäden eines Spinnennetzes. Er steigert sich mehr und mehr in düstere Selbstreflektionen, die darin gipfeln, dass er sich selber Verletzungen beibringt, nur um überhaupt noch etwas zu empfinden. Unaufhaltsam ergreift ihn der Wahnsinn, der ihn letztendlich zu einem Mord treiben wird.
Programmatischer Titel
Der Titel „Die Fremde“ ist irreführend, gaukelt er uns doch eine Liebesgeschichte vor. Treffender wäre „Das Fremde“, da dies das eigentliche Thema des Buches ist. Askenasi weilt in der Fremde, genauer gesagt in Paris und macht auch in der Fremde Urlaub. Egal, welches Reisebüro er betritt, mit untrüglichem Instinkt werden ihm immer die abgelegenen Feriendomizile angeboten, wo sich dem Interessierten die Chance bietet, das fremde Land noch in seiner Ursprünglichkeit kennen zu lernen. Diese Gelegenheit nimmt er jedoch nie wahr sondern vergräbt sich hinter seinen wissenschaftlichen Studien, statt das reale Leben zu erkunden und dort das Glück zu finden, welches er vergeblich hinter den Buchrücken sucht.
Seine Frau bleibt im fremd und auch Eliz vermag er nicht zu ergründen. Seine Gefühlswelt, anfänglich als gefestigt und als sichere Bastion vor dem Ungewissen geschildert, bricht Stück für Stück auseinander wie die Mauern von Jericho. Immer größer wird die Diskrepanz zwischen seinen Wünschen und den vermeintlichen und tatsächlichen Regeln, den Erwartungen, die die bürgerliche Gesellschaft an ihn stellt.
Fremd ist ihm auch, seine Gefühle zu artikulieren. Weder seinen Freunden noch seiner Frau gegenüber ist er in der Lage, seine Gefühle, Ängste und Zweifel zu artikulieren. Er führt lange innere Monologe, die aber keineswegs zur Erhellung beitragen und dazu führen, dass sich sein Geist langsam um nachtet.
Marai bleibt unsichtbar hinter dem Protagonisten und seinem Leid verborgen. Nie hat man das Gefühl, dass er Partei ergreift oder seine Figur zu rechtfertigen versucht. Selbst als Askenasi einen Mord begeht, bleibt Marai dieser Erzählhaltung treu und vermeidet, in Allgemeinplätze zu verfallen. Weder Schuldzuweisungen, fadenscheinige Entschuldigungen oder Reue werden thematisiert sondern vielmehr die inneren Kämpfe eines Mannes in mittleren Jahren, der bei der Suche nach seinem persönlichen Glück die Gelegenheiten übersieht, die, statt zu einem tragischen Ende, zu einem goldenen Weg geführt hätten.
Entwicklungshilfe
Charles Brauers Stimme passt perfekt zu den Lebensdaten von Askenasi und auch die leichte, sensible Vortragsweise, in die sich gelegentlich ein zweifelnder Unterton mischt, vermag den Hörer über die gesamte Dauer der ungekürzten Lesung zu fesseln. Die Ausstattung des Hörbuches vermag nicht zu überzeugen. Außer einem nichts sagenden Booklet enthält der Juwel-Chase nur noch die CDs.
(C) Wolfgang Haan
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