Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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38 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein sehenswerter und nachdenklich stimmender Film, 7. Januar 2008
Erica Bain (Jodie Foster) liebt die Straßen von New York und sie lebt von ihnen. Als Moderatorin der Radiosendung Street Walk streift sie mit Mikrofon und Aufnahmegerät durch die Straßen der - statistisch gesehen - sichersten Stadt der Welt und teilt mit ihren Hörern die Storys und den Rhythmus dieser Stadt. Eines Abends, als sie mit ihrem Verlobten David Kirmani (Naveen Andrews) und ihrem Hund Curtis im Central Park spazieren geht, wirft sie schlagartig ein traumatisches Erlebnis aus der Bahn: Sie werden überfallen und brutal zusammengeschlagen.
3 Wochen später erwacht Erica, die nur knapp mit dem Leben davon kam, aus dem Koma und erfährt, daß David den Überfall nicht überlebt hat. Körperlich wird Erica zwar wieder gesund, aber der traumatische Verlust Davids und die ständige Angst, die sie seitdem verfolgt, läßt sie seelisch nicht los. Die Straßen der Stadt, die sie einst so liebte, erscheinen ihr nun bedrohlich, gar fremd und sie traut sich kaum aus ihrer Wohnung.
Als sie die lähmende Angst nicht mehr erträgt, die Erfolge bei der Polizei auch ausbleiben und sie sich von ihr sogar im Stich gelassen fühlt, faßt sie einen Entschluß und besorgt sich illegal eine Schußwaffe. Mit ihr will sie sich selbst schützen und sie soll ihr das Gefühl von Sicherheit zurückgeben. Als sie darauf in einem kleinen Supermarkt etwas einkauft, wird sie Zeugin, wie in diesem ein Mord geschieht. Aus Notwehr erschießt sie den Täter. Als sie in der U-Bahn von zwei Typen mit einem Messer bedroht wird, handelt sie ebenfalls in Notwehr und erschießt sie. Ihre panische Angst weicht und Erica beginnt sich zu verändern. Eine Fremde in ihr macht sich breit, die nun regelrecht die Gefahr sucht um ihre Peiniger aufzuspüren, damit sie Rache üben kann.
Derweil untersucht NYPD-Detective Sean Mercer (Terrence Howard) einen Fall, der ihm persönlich nahe geht. Als immer mehr Schlagzeilen über einen anonymen Rächer kommen, werden Mercer und sein Partner (Nicky Katt) auf die Fälle angesetzt. Die Indizien führen ihn aber nicht zu einem gewissenlosen Killer, sondern zu einer traumatisierten Frau. Dazwischen kreuzen sich die Wege von Erica und Mercer beruflich und es entwickelt sich zaghaft eine Freundschaft. Während für sie die psychische Belastung immer größer wird und beginnt an ihren Taten moralisch zu zweifeln, führt die Spur Mercer immer mehr zu Erica...
Die Fremde in dir ist wahrlich keine leichte Kost. Der Zuschauer sitzt 122 Minuten lang stets mit einem ambivalenten Gefühl im Bauch da, das auch nach Verlassen des Kinosaals anhält. Man befindet sich in dem moralischen Dilemma, ob man Selbstjustiz rechtfertigen bzw. gutheißen kann, weil doch irgendwie die Protagonistin die Sympathie auf sich zieht. Man sieht und spürt, daß ihr Rachefeldzug eher einer zwanghaften Handlung als einem persönlichen Genuß folgt. Dieser Zwiespalt, in dem sich die Protagonistin befindet, wird jedoch nicht zum Anlaß genommen, die Fragwürdigkeit in ihren Taten aufzuwerfen, sondern ordnet sich ganz der Funktionalität eines spannenden Thrillers unter. Der Film bietet also viel Stoff, um danach auf ein Glas Bier darüber zu diskutieren.
Jodie Foster verkörpert Erica Bain intensiv, faszinierend und hervorragend. Erneut liefert sie eine brilliante Vorstellung ab. Ängstlich, zerrissen, erschöpft, zweifelnd, wütend und mit weiteren Facetten einer an Leib und Seele tief verwundeten Frau nimmt man ihr die Rolle in jeder Minute des Filmes ab. Regisseur Neil Jordan inszenierte den Film spannend bis zur letzten Minute und immer zur Stimmung passenden Bildern. Als Beispiel die Szenen, in denen Erica Angst hat das Haus zu verlassen und das düstere Bild mit der schrägen Kamera diese einfangen. Oder die blitzartigen Flashbacks des Überfalls, die nicht nur Erica quälen, sondern auch dem Zuschauer ebenfalls erneut - aufgrund der gewalttätigen Szene - einen Stich in die Magengrube setzen.
Die Fremde in dir ist ein wirklich sehenswerter Thriller, der weniger auf Action setzt (aber ein paar harte Gewaltszenen enthält), sondern die Psyche der (Haupt-)Protagonisten beleuchtet. Foster und Howard tragen diesen Film, der einen mit gemischten Gefühlen zurück läßt. Es ist ein sehr nachdenklich stimmender Film. Wenn man so im Dunkeln nach Hause geht fragt man sich schon, ob man genauso wie Erica reagieren würde, wenn einem das Gleiche passiert. Ich für mich konnte keine eindeutige Antwort finden.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Guter Film mit fragwürdigem Ende, 20. Juli 2008
Der Film zeigt wie Menschen mit einem Verbrechen, bei dem sie einen geliebten Menschen verlieren, umgehen und was dieser brutale Einschnitt in ihrem Leben aus ihnen machen kann. Ein Film über Verlust, Schmerz, Trauer, Angst, Rache und Selbstjustiz.
Die große Stärke des Films ist meiner Meinung nach, die gut gelungene, dramaturgische Entwicklung der Heldin vom passiven Opfer zur aktiven Täterin. Schritt für Schritt verwandelt sie sich mehr zu einem Racheengel. Jodie Foster spielt diesen Engel sehr gut und passt gerade als kleine, zierliche Frau sehr gut in diese Rolle. Leider werden aber ihrem inneren Konflikt nur wenige Szenen gegeben. Das fand ich eher schwach.
Der größte Schwachpunkt war aber für mich das zwar überraschende, aber doch unlogische Ende. Mir geht es jetzt gar nicht so sehr die Frage von Selbstjustiz ja oder nein, sondern um die Sichtweise des Polizisten. Der verhielt sich unrealistisch, eigentlich fast lächerlich hinsichtlich seines " körperlichen Einsatzes".
Alles in allem finde ich aber den Film gelungen und empfehlenswert.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Frau sieht rot, 28. Februar 2008
In diesem mitreißenden und zum Nachdenken anregenden Selbstjustizdrama von Neil Jordan ("Zeit der Wölfe") glänzt Jodie Foster als rachelüsterne New Yorker Radiomoderatorin Erica Bain, deren Verlobter von Gangkriminellen auf unmenschliche Weise zu Tode geprügelt wurde.
Bain wandelt sich in der Folge dieses alles verändernden Schicksalsschlages zur kaltblütigen Antiheldin, die sich selbst immer fremder und unbekannter wird, und in ihrem Selbstjustizverlangen die Grenzen der gesellschaftlichen Moral überschreitet.
Dank der schnörkellosen Inszenierung und einem in kalte Bilder getauchten New York, in dem die Rächerin auf ihre nichts ahnende Beute lauert, gelingt dem Film meiner Ansicht nach die Balance zwischen differenziertem Rachedrama und spannungsintensivem Großstadt-Thriller. Insbesondere auch die Darstellerleistungen - allen voran natürlich Jodie Foster und ihr Gegenpart Terrence Howard, der selbst immer mehr an dem System, welches er eigentlich vertreten sollte, zu zweifeln beginnt - machen diesen Film zu einem außergewöhnlich sehenswerten und politisch nicht gänzlich den Konventionen entsprechenden Erlebnis.
Dieser zuletzt genannten Tatsache zolle ich meinen Respekt und vergebe im Ganzen die volle Punktzahl. Ein aufwühlender Film, der einen selbst mit der Frage konfrontiert, wie man sich in einer solchen Situation verhalten würde; absolut empfehlenswert.
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