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Die Freistatt. SZ-Bibliothek Band 25
 
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Die Freistatt. SZ-Bibliothek Band 25 [Gebundene Ausgabe]

William Faulkner , Hans Wollschläger
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.




Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 248 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (4. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793240
  • ISBN-13: 978-3937793245
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 118.937 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Horace Benbow ist ein Rechtsanwalt mit einem groáen Herzen. Er ist unterwegs nach Jefferson, als er in der N„he der Old-Frenchman-Farm vom Verbrecher Popeye aufgehalten wird. Dieser befrchtet, dass das Geheimnis der in der Farm versteckten illegalen Schnapsbrennerei auffliegen k”nnte, und l„sst Benbow ...

Über den Autor

William Faulkner, am 25. September 1897 in New Albany im Staat Missisippi/USA geboren, wuchs in der Nachbarstadt Oxford auf. Im I. Weltkrieg war er Kampfflieger. Nach seiner Rückkehr studierte er Literatur, schlug sich danach in verschiedenen handwerklichen Berufen durch, arbeitete aber auch als Journalist. Schließlich ließ er sich in seiner Heimatstadt als Farmer nieder. Faulkner schrieb zunächst Gedichte später Prosa. Erst die Zuerkennung des Literatur-Nobelpreises im Jahre 1949 machte ihn einem weiteren Publikum bekannt. Viele Themen zog er aus seinem eigenen Hintergrund der niedergegangenen Südstaatenwelt. Der Schriftsteller, der seine Farm in Oxford nie verlassen hat, starb dort am 6. Juli 1962 an einem Herzschlag.Hans Wollschläger, geboren 1935, war Übersetzer, Schriftsteller, Historiker, Religionskritiker, Rhetor, Essayist und Literaturhistoriker. Er erhielt neben vielen anderen Auszeichnungen 2005 den Friedrich-Baur-Preis für Literatur der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 2007 verstarb Hans Wollschläger.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Timo Brandt TOP 500 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
"Verglichen mit deutschen Romanen, ist er Shakespeare."
Gottfried Benn

"Die Enge Stiege führte in kurzem und steilem Hin und Her nach oben. Das Licht, das vorn durch die Scheibenkabine der Haustür und hinten durch ein mit Läden versehenes Fenster auf jedem Absatz hereindrang, hatte etwas Müdes an sich. Es wirkte verbraucht, zu Tode erschöpft - so müde wie ein faulig abgestandenes Seitenwasser, das keine Sonne und kein lebendiger Laut von Sonne und Tag erreicht."
(Seite 124)

Ob die obrige Aussage von Benn jetzt mehr über den deutschen Roman oder über Faulkner aussagt, sei dahingestellt. Ohne Zweifel gehöret der Nobelpreisträger aber zu den großen Romanciers und Sprachmeistern unserer Zeit.

Mit "Die Freistatt" betreten wir ein Gelände, dessen Atmosphäre düster, launisch und karg, dessen Sprache fein und grob zugleich und dessen Genre schwierig zu greifen ist. Kriminalroman und Gangsterstory? Südstaatenroman, kombiniert mit Rassenproblematik? Abenteuergeschichte, verschlungen mit Gerichtsthriller?
Eigentlich ist es nichts von alldem, denn -eigentlich- ist es ein Roman über drei schlichte Dinge, die sich in alle Geschichten und Passagen eingewühlt haben:
1. Das Böse
2. Sexualität und sexuelle Perversion
3. Heuchelei

Technisch gesehen ist Faulkner ein Meister der Sprache; (innere) Monologe, poetische Anstriche und hypnotische Wiederholungen in den Aussagen, szenisches Erzähltempo und und und...
Doch wer hier einen (Kriminal-)Roman einfachsten Schemas erwartet, wird von Sprache und Dialektik vermutlich überfordert/abgeschreckt sein.

Wer Faulkner kennen lernen will, der sollte mit Licht im August oder, wenn er des englischen mächtig ist, As I Lay Dying im Original lesen. Wer keine allzu düsteren Geschichten mag und sich von unkonventionellem Erzählen und manchmal springenden und feinen Entwicklungen nicht angezogen fühlt, der sollte Faulkner (mit Ausnahme eben von Licht im August) erstmal meiden. Es steckt viel in Faulkner. Aber wenig Hoffnung.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Diethelm Thom VINE™-PRODUKTTESTER
F. habe ich in vieler Hinsicht als sehr zeitgebunden empfunden, mnachmal
erreicht er, z.B. in der Schlusspassage, eine gewisse Erhabenheit: Da sitzt
Temple Drake, das Girlie aus besserem Haus. Nach ihrer unsäglichen
Eskapade mit dem kriminellen Hurenmilieu hat ihr Papi sie nach Paris
gebracht. Sie sitzt in den Luxembourg Gardens, letzter Satz: "Sie schloss
die Puderdose, und mit den Augen unter ihrem eleganten neuen Hut schien sie
den Wellen der Musik zu folgen, sich aufzulösen in die ersterbenden
Klänge, hin über den Teich und den Halbkreis von Bäumen gegenüber, wo
in düsteren Abständen die toten Königinnen sannen, ruhevoll aus
geflecktem Marmelstein, und hinauf in den Himmel, der hingestreckt lag und
besiegt in der Umarmung der Jahreszeit des Regens und des Todes."
2 Handlungsstränge: 1.) Temple gerät mit einem versoffenen Beau (Zeit der
Prohibition) in eine abgelegene Schnapsbrennerhöhle, bewohnt von Popeye,
einem degenerierten Killer und Freak, Goodwin und seiner Lebensgefährtin
und Tommy, einem gutmütigen Schwarzen. Im Mittelpunkt steht Temples
wahnsinnige Angst, den Kerlen (es sind noch mehr anwesend) sexuell
ausgeliefert zu sein, tatsächlich wird sie, wie sich am Schluss in dder
Gerichtsverhandlung herausstellt, mit einem Maiskolben defloriert,
höchstwahrscheinlich von Popeye, der fischigen Kanaille, der zum Sexualakt
selbst unfähig ist. Popeye verschleppt sie in ein Hurenhaus und geilt sich
daran auf, Temple beim Sexualakt mit einem anderen Kerl (Red) zu
beobachten, den er gleich darauf auch umlegen lässt. 2.Strang: Tommy, der
Schwarze, der Temple beistehen wollte, wurde ermordet, als Täter kommt nur
Goodwin in Frage, der in Haft genommen wird. Ihm folgt treulich seine Frau,
die dem Schuft schon ein Leben lang zu Diensten war und sich jetzt noch mit
einem kranken Baby abquält. Zwischen ihr und Benbow entwickelt sich etwas
wie Freundschaft. Benbow, Rechtsanwalt, war eine Woche vor den Ereignissen
selbst in die Schnapshöhle geraten, er ist von Goodwins Unschuld
überzeugt und will den beiden selbst- und kostenlos helfen. Dieses
Engagement ist gleichzeitig so etwas wie ein Befreiungsversuch Benbows -
gegen die spießige, selbstgerechte Gesellschaft (Mississipi), symbolisiert
und repräsentiert durch seine Schwester, die sich mit dem Establishment
(Staatsanwalt) liieren will.
Benbows Engagement wird zunichte gemacht durch das Establishment, das sich
vorher einig geworden ist, in Goodwin den Täter zu haben. Als Hauptzeugin
der Seite tritt Temple auf, die bezeugt, dass Goodwin auch in der
Kornkammer war, was stimmt. Was sie verschweigt, ist, dass Popeye die
scheußlichen Dinge mit ihr angestellt hat und wahrscheinlich Tommy gekillt
hatte. Gleich nach der Verurteilung wrd Goodwins Gefängnis angezündet und
er kommt im Feuer um.

Am Schluss kehrt der gebrochene Benbow zu seiner ungeliebten Frau Belle
zurück. Das vorletzte Kapitel stellt Popeyes Kindheit dar, die seine
Entwicklung zum Killer verdeutlicht. Er hat einen Polizisten umgebracht und
lässt sich gleichgültig zum Tod verurteilen. Die letzten Worte, wie
gesagt, gehören Temple, die wieder im sicheren gesellschaftlichen Hafen
angelangt ist.

F.s Gesellschaft besteht fast nur aus Heuchlern, Schurken, Freaks -
Menschen, die getrieben werden und die sich treiben lassen. Lediglich in
Benbow haben wir eine Person, die sich zu emazipieren versucht. Er und die
Frau sind die einzigen Menschen, die Güte repräsentieren. Deswegen der
Titel des Buches?

Der Stil ist schwer gewöhnungsbedürftig. Entsprechend F.s düsterer
Weltsicht werden die Erlebnisse gern aus der personalen Erzählperspektive
geschildert, und zwar ohne Rücksicht auf Verständlichkeit - besonders
krass Temples wahnsinnigen Ängste bei den Männern, ihre Fluchtversuche,
Ängste vor Ratten... In späteren Passagen wird das Geschehen noch einmal
im Zusammenhang erläutert, z.B. im Gespräch zwischen beteiligten
Personen, so dass der Leser die Zusammenhänge herstellen kann.
Nichtsdestwoweniger ein recht mühsamer Leseprozess. Ferner neigt F. zur
Karikatur (z.B. die bessere Gesellschaft: die Puffmutter im Gespräch mit
ihren Freundinnen nach der Leichenfeier von Red) und zur Groteske. Seine
Beschreibungen wirken oft statisch und gelinde gesagt, schwer
nachvollziehbar. Insgesamt muss man mit seiner düsteren Weltsicht
einverstanden sein, um den pathetischen, oft gewollt poetischen Stil gut zu
finden. Er zieht einen mehr in eine Atmosphäre hinein, als überzeitlich
triftige Erkenntnisse über Menschen zu vermitteln, die Nähe zum Stereotyp
ist gegeben. Nur Benbow konnte mich näher interessieren, er schien mir
auch am meisten von Faulkner selbst zu repräsentieren. Saigon, 25.1.2007
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Frodo
Horace Benbow, geschiedener Anwalt und Verteidiger, wird auf seinem Nachhauseweg beim Rasten an einer Quelle von dem debilen Popeye überrascht, stets in dunklem Anzug und glänzenden Schuhen gekleidet, und soll diesen zu seinem Gut begleiten. Dort trifft Horace auf eine zwielichte Ansammlung von Gestalten, die sich um den sonderbaren Lee Goodwin und seine Frau scharen und auf dem Anwesen eine illegale Schnapsbrennerei betreiben. Horace darf wieder gehen, nachdem er das Versprechen gegeben hat, nichts über diesen Ort zu erzählen.

Wenige Zeit später machen die verführerische, von sämtlichen Männern angebete Studentin Temple Drake und ihr derzeiter Liebhaber Gowan Stevens eine unerwartete Rast auf dem Gelände, nachdem Gowan den Wagen im Suff gegen einen Baum gefahren hat. Die Nacht wird für Temple zu einem einzigen großen Schrecken: Gowan wird bewusstlos und blutig geprügelt, Popeye vergewaltigt Temple und erschießt den sensiblen Tommy, der auf Temple aufpassen wollte. Temple wird von Popeye verschleppt und bei einer Hure untergebracht...

Lee Goodwin wird des Mordes angeklagt und Horace soll sich mit dem Fall beschäftigen. Dabei enthüllt sich ihm eine zuvor unbekannte, erschreckende und brutale Welt...

Faulkners Erzählstil ist meistens anstrengend und fordernd, doch passt zu der Darstellung des erzählten Geschehens. Zwei Welten prallen aufeinander: Mittelschicht aus dem gesitteten Bürgermilieu und unterste Arbeiterklasse, die ihre Säuglinge in Holzkisten in der Küche schlafen lassen und illegalen Schnaps brennen. Eine Geschichte mit überraschendem Augang und ungemein plastisch dargestellten Charakteren.
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