Gebraucht kaufen
Gebraucht - Sehr gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 3,01

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Artikel ist in folgender Variante leider nicht verfügbar
Keine Abbildung vorhanden für
Farbe:
Keine Abbildung vorhanden

 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Die Freistatt. Roman. SZ-Bibliothek Band 25 [Gebundene Ausgabe]

William Faulkner , André Malraux , Hans Wollschläger
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

4. September 2004
Horace Benbow ist ein Rechtsanwalt mit einem groáen Herzen. Er ist unterwegs nach Jefferson, als er in der N„he der Old-Frenchman-Farm vom Verbrecher Popeye aufgehalten wird. Dieser befrchtet, dass das Geheimnis der in der Farm versteckten illegalen Schnapsbrennerei auffliegen k”nnte, und l„sst Benbow ...

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 248 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (4. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793240
  • ISBN-13: 978-3937793245
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 100.358 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

William Faulkner, am 25. September 1897 in New Albany im Staat Missisippi/USA geboren, wuchs in der Nachbarstadt Oxford auf. Im I. Weltkrieg war er Kampfflieger. Nach seiner Rückkehr studierte er Literatur, schlug sich danach in verschiedenen handwerklichen Berufen durch, arbeitete aber auch als Journalist. Schließlich ließ er sich in seiner Heimatstadt als Farmer nieder. Faulkner schrieb zunächst Gedichte später Prosa. Erst die Zuerkennung des Literatur-Nobelpreises im Jahre 1949 machte ihn einem weiteren Publikum bekannt. Viele Themen zog er aus seinem eigenen Hintergrund der niedergegangenen Südstaatenwelt. Der Schriftsteller, der seine Farm in Oxford nie verlassen hat, starb dort am 6. Juli 1962 an einem Herzschlag.Hans Wollschläger, geboren 1935, war Übersetzer, Schriftsteller, Historiker, Religionskritiker, Rhetor, Essayist und Literaturhistoriker. Er erhielt neben vielen anderen Auszeichnungen 2005 den Friedrich-Baur-Preis für Literatur der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 2007 verstarb Hans Wollschläger.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Hinter dem Schirm der Büsche, die um die Quelle standen, beobachtete Popeye, wie der Mann trank. Ein dünner Weg führte von der Straße zur Quelle herüber. Popeye beobachtete, wie der Mann - ein hochgewachsener, hagerer Mann, hutlos, in abgetragenen grauen Flanellhosen, einen Tweedrock über dem Arm - auftauchte auf dem Weg und niederkniete, um aus der Quelle zu trinken. Die Quelle sprudelte an der Wurzel einer Rotbuche und floß auf quirlig gewelltem Sand dahin. Sie war von dichtem Rohr- und Dornenwuchs umgeben, von Zypressen und Fieberbäumen, in denen ursprungslos gebrochenes Sonnenlicht lag. Irgendwo, versteckt und heimlich, doch ganz in der Nähe, sang ein Vogel drei Töne und verstummte. An der Quelle beugte der trinkende Mann das Gesicht über die gebrochenen und mannigfachen Spiegelungen seines Trinkens. Als er sich erhob, sah er unter ihnen das zertrümmerte Widerbild von Popeyes Strohhut, obwohl er keinen Laut vernommen hatte.

Er sah einen Mann unter Mittelgröße, der ihn über die Quelle hin anblickte, die Hände in den Rocktaschen, eine Zigarette schief über dem Kinn. Sein Anzug war schwarz, der Rock knapp, hochtailliert. Seine Hosen waren einmal umgeschlagen und klebten von Schmutz über schmutzverklebten Schuhen. Sein Gesicht hatte eine sonderbare, blutlose Farbe, ganz als sehe man es in elektrischem Licht; vor der sonnigen Stille, in seinem schief sitzenden Strohhut und mit den leicht abgewinkelten Armen wirkte er böse unergründlich wie gestanztes Konservenblech. Hinter ihm sang wieder der Vogel, drei Takte in monotoner Wiederholung: ein Laut, bedeutungslos und tief in der atemholenden und friedvollen Folgestille, die das Fleckchen abzusondern schien von allem und aus der einen Augenblick später das Geräusch eines die Straße langfahrenden Autos kam und erstarb. Der trinkende Mann kniete neben der Quelle. "Sie haben eine Pistole in der Tasche da, nehme ich an", sagte er. Über die Quelle weg sah es aus, als betrachte ihn Popeye mit zwei Knöpfen aus weichem schwarzen Gummi. "Das frag ich Sie", sagte Popeye. "Was ist das in Ihrer Tasche da?" Der andere Mann hatte den Rock noch immer über dem Arm. Er hob die freie Hand und näherte sie dem Rock, aus dessen einer Tasche ein zerknautschter Filzhut, aus dessen anderer ein Buch hervorsah. "In welcher Tasche?" sagte er. "Nicht zeigen", sagte Popeye. "Erzählen Sie's mir." Die Hand des anderen Mannes hielt inne. "Ist ein Buch." "Was für ein Buch?" sagte Popeye. "Einfach ein Buch. Was Leute so lesen. Manche Leute tun das." "Lesen Sie Bücher?" sagte Popeye. Die Hand des anderen Mannes war wie erstarrt über dem Rock. Über die Quelle weg blickten sie einander an. Die Zigarette kräuselte ihren blassen Flaum vor Popeyes Gesicht, und die eine Seite seines Gesichts war schielend verzogen vor dem Rauch wie eine Maske, in die gleichzeitig zweierlei Ausdruck geschnitzt ist. Popeye zog aus seiner Hüfttasche ein verschmutztes Taschentuch und breitete es über seine Hacken.

Dann hockte er sich hin und sah den Mann über die Quelle weg an. Das war etwa um vier Uhr an einem Nachmittag im Mai. Sie hockten da und sahen einander über die Quelle weg an, zwei Stunden lang. Hin und wieder sang der Vogel hinten im Sumpf, als sei er von einem Uhrwerk getrieben; zweimal noch kam das Geräusch unsichtbarer Autos auf der Landstraße heran und erstarb wieder. Und wieder sang der Vogel. "Natürlich wissen Sie auch den Namen nicht", sagte der Mann über die Quelle hinüber. "Ich glaube fast, Sie kennen überhaupt keine Vögel, wenn sie nicht grad in einer Hotelhalle im Käfig singen oder auf dem Teller vier Dollar kosten." Popeye sagte nichts. Er hockte da in seinem knappen schwarzen Anzug, dessen rechte Rocktasche schwer und kompakt an seiner Flanke niederhing, drehte und rollte Zigaretten in seinen kleinen Puppenhänden und spuckte in die Quelle. Seine Haut war von toter, dunkler Blässe. Seine Nase zeigte eine schwache Adlerkrümmung, und er hatte überhaupt kein Kinn. Sein Gesicht wirkte wie zerlaufen, wie das Gesicht einer Wachspuppe, die man zu nah an ein heißes Feuer gesetzt und da vergessen hat. Über seine Weste lief eine Platinkette wie ein Spinngewebe.
"Hören Sie", sagte der andere Mann. "Mein Name ist Horace Benbow. Ich bin Rechtsanwalt in Kinston. Früher hab ich drüben in Jefferson gewohnt; dahin war ich jetzt grad unterwegs. Jeder hier im Lande kann Ihnen sagen, daß ich harmlos bin. Wenn es sich um Whisky handelt, ist es mir jedenfalls egal, wieviel davon Sie alle brennen, verkaufen oder kaufen. Ich hab hier nur angehalten, um einen Schluck Wasser zu trinken. Ich will in die Stadt, nach Jefferson, nichts weiter."
Popeyes Augen waren wie Gummiknöpfe, die der Berührung nachgeben und dann wieder vorspringen würden, den quirligen Schmier des Daumens auf sich. "Ich möchte noch vor Dunkelheit in Jefferson sein", sagte Benbow. "Sie können mich hier nicht einfach so festhalten." Ohne die Zigarette zu entfernen, spuckte Popeye daran vorbei in die Quelle. "Sie können mich nicht einfach so festhalten", sagte Benbow. "Wenn ich nun aufspringe und weglaufe?" Popeye richtete die Augen auf Benbow, wie Gummi. "Wollen Sie weglaufen?" "Nein", sagte Benbow. Popeye nahm die Augen weg. "Gut, dann tun Sie's auch nicht." Benbow hörte den Vogel wieder und versuchte, sich des einheimischen Namens zu erinnern. Auf der unsichtbaren Landstraße kam ein weiteres Wagengeräusch heran und erstarb. Zwischen ihnen und ihm war die Sonne fast untergegangen. Popeye zog eine Dollaruhr aus der Hosentasche, warf einen Blick darauf und steckte sie wieder in die Tasche zurück, lose wie ein Geldstück.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Faulkner, William, Die Freistatt 4. November 2007
Von Diethelm Thom TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
F. habe ich in vieler Hinsicht als sehr zeitgebunden empfunden, mnachmal
erreicht er, z.B. in der Schlusspassage, eine gewisse Erhabenheit: Da sitzt
Temple Drake, das Girlie aus besserem Haus. Nach ihrer unsäglichen
Eskapade mit dem kriminellen Hurenmilieu hat ihr Papi sie nach Paris
gebracht. Sie sitzt in den Luxembourg Gardens, letzter Satz: "Sie schloss
die Puderdose, und mit den Augen unter ihrem eleganten neuen Hut schien sie
den Wellen der Musik zu folgen, sich aufzulösen in die ersterbenden
Klänge, hin über den Teich und den Halbkreis von Bäumen gegenüber, wo
in düsteren Abständen die toten Königinnen sannen, ruhevoll aus
geflecktem Marmelstein, und hinauf in den Himmel, der hingestreckt lag und
besiegt in der Umarmung der Jahreszeit des Regens und des Todes."
2 Handlungsstränge: 1.) Temple gerät mit einem versoffenen Beau (Zeit der
Prohibition) in eine abgelegene Schnapsbrennerhöhle, bewohnt von Popeye,
einem degenerierten Killer und Freak, Goodwin und seiner Lebensgefährtin
und Tommy, einem gutmütigen Schwarzen. Im Mittelpunkt steht Temples
wahnsinnige Angst, den Kerlen (es sind noch mehr anwesend) sexuell
ausgeliefert zu sein, tatsächlich wird sie, wie sich am Schluss in dder
Gerichtsverhandlung herausstellt, mit einem Maiskolben defloriert,
höchstwahrscheinlich von Popeye, der fischigen Kanaille, der zum Sexualakt
selbst unfähig ist. Popeye verschleppt sie in ein Hurenhaus und geilt sich
daran auf, Temple beim Sexualakt mit einem anderen Kerl (Red) zu
beobachten, den er gleich darauf auch umlegen lässt. 2.Strang: Tommy, der
Schwarze, der Temple beistehen wollte, wurde ermordet, als Täter kommt nur
Goodwin in Frage, der in Haft genommen wird. Ihm folgt treulich seine Frau,
die dem Schuft schon ein Leben lang zu Diensten war und sich jetzt noch mit
einem kranken Baby abquält. Zwischen ihr und Benbow entwickelt sich etwas
wie Freundschaft. Benbow, Rechtsanwalt, war eine Woche vor den Ereignissen
selbst in die Schnapshöhle geraten, er ist von Goodwins Unschuld
überzeugt und will den beiden selbst- und kostenlos helfen. Dieses
Engagement ist gleichzeitig so etwas wie ein Befreiungsversuch Benbows -
gegen die spießige, selbstgerechte Gesellschaft (Mississipi), symbolisiert
und repräsentiert durch seine Schwester, die sich mit dem Establishment
(Staatsanwalt) liieren will.
Benbows Engagement wird zunichte gemacht durch das Establishment, das sich
vorher einig geworden ist, in Goodwin den Täter zu haben. Als Hauptzeugin
der Seite tritt Temple auf, die bezeugt, dass Goodwin auch in der
Kornkammer war, was stimmt. Was sie verschweigt, ist, dass Popeye die
scheußlichen Dinge mit ihr angestellt hat und wahrscheinlich Tommy gekillt
hatte. Gleich nach der Verurteilung wrd Goodwins Gefängnis angezündet und
er kommt im Feuer um.

Am Schluss kehrt der gebrochene Benbow zu seiner ungeliebten Frau Belle
zurück. Das vorletzte Kapitel stellt Popeyes Kindheit dar, die seine
Entwicklung zum Killer verdeutlicht. Er hat einen Polizisten umgebracht und
lässt sich gleichgültig zum Tod verurteilen. Die letzten Worte, wie
gesagt, gehören Temple, die wieder im sicheren gesellschaftlichen Hafen
angelangt ist.

F.s Gesellschaft besteht fast nur aus Heuchlern, Schurken, Freaks -
Menschen, die getrieben werden und die sich treiben lassen. Lediglich in
Benbow haben wir eine Person, die sich zu emazipieren versucht. Er und die
Frau sind die einzigen Menschen, die Güte repräsentieren. Deswegen der
Titel des Buches?

Der Stil ist schwer gewöhnungsbedürftig. Entsprechend F.s düsterer
Weltsicht werden die Erlebnisse gern aus der personalen Erzählperspektive
geschildert, und zwar ohne Rücksicht auf Verständlichkeit - besonders
krass Temples wahnsinnigen Ängste bei den Männern, ihre Fluchtversuche,
Ängste vor Ratten... In späteren Passagen wird das Geschehen noch einmal
im Zusammenhang erläutert, z.B. im Gespräch zwischen beteiligten
Personen, so dass der Leser die Zusammenhänge herstellen kann.
Nichtsdestwoweniger ein recht mühsamer Leseprozess. Ferner neigt F. zur
Karikatur (z.B. die bessere Gesellschaft: die Puffmutter im Gespräch mit
ihren Freundinnen nach der Leichenfeier von Red) und zur Groteske. Seine
Beschreibungen wirken oft statisch und gelinde gesagt, schwer
nachvollziehbar. Insgesamt muss man mit seiner düsteren Weltsicht
einverstanden sein, um den pathetischen, oft gewollt poetischen Stil gut zu
finden. Er zieht einen mehr in eine Atmosphäre hinein, als überzeitlich
triftige Erkenntnisse über Menschen zu vermitteln, die Nähe zum Stereotyp
ist gegeben. Nur Benbow konnte mich näher interessieren, er schien mir
auch am meisten von Faulkner selbst zu repräsentieren. Saigon, 25.1.2007
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Timo Brandt TOP 100 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
"Verglichen mit deutschen Romanen, ist er Shakespeare."
Gottfried Benn

"Die Enge Stiege führte in kurzem und steilem Hin und Her nach oben. Das Licht, das vorn durch die Scheibenkabine der Haustür und hinten durch ein mit Läden versehenes Fenster auf jedem Absatz hereindrang, hatte etwas Müdes an sich. Es wirkte verbraucht, zu Tode erschöpft - so müde wie ein faulig abgestandenes Seitenwasser, das keine Sonne und kein lebendiger Laut von Sonne und Tag erreicht."
(Seite 124)

Ob die obrige Aussage von Benn jetzt mehr über den deutschen Roman oder über Faulkner aussagt, sei dahingestellt. Ohne Zweifel gehöret der Nobelpreisträger aber zu den großen Romanciers und Sprachmeistern unserer Zeit.

Mit "Die Freistatt" betreten wir ein Gelände, dessen Atmosphäre düster, launisch und karg, dessen Sprache fein und grob zugleich und dessen Genre schwierig zu greifen ist. Kriminalroman und Gangsterstory? Südstaatenroman, kombiniert mit Rassenproblematik? Abenteuergeschichte, verschlungen mit Gerichtsthriller?
Eigentlich ist es nichts von alldem, denn -eigentlich- ist es ein Roman über drei schlichte Dinge, die sich in alle Geschichten und Passagen eingewühlt haben:
1. Das Böse
2. Sexualität und sexuelle Perversion
3. Heuchelei

Technisch gesehen ist Faulkner ein Meister der Sprache; (innere) Monologe, poetische Anstriche und hypnotische Wiederholungen in den Aussagen, szenisches Erzähltempo und und und...
Doch wer hier einen (Kriminal-)Roman einfachsten Schemas erwartet, wird von Sprache und Dialektik vermutlich überfordert/abgeschreckt sein.

Wer Faulkner kennen lernen will, der sollte mit Licht im August oder, wenn er des englischen mächtig ist, As I Lay Dying im Original lesen. Wer keine allzu düsteren Geschichten mag und sich von unkonventionellem Erzählen und manchmal springenden und feinen Entwicklungen nicht angezogen fühlt, der sollte Faulkner (mit Ausnahme eben von Licht im August) erstmal meiden. Es steckt viel in Faulkner. Aber wenig Hoffnung.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ungewöhnlich und stellenweise schwierig 17. Februar 2007
Von Frodo
Horace Benbow, geschiedener Anwalt und Verteidiger, wird auf seinem Nachhauseweg beim Rasten an einer Quelle von dem debilen Popeye überrascht, stets in dunklem Anzug und glänzenden Schuhen gekleidet, und soll diesen zu seinem Gut begleiten. Dort trifft Horace auf eine zwielichte Ansammlung von Gestalten, die sich um den sonderbaren Lee Goodwin und seine Frau scharen und auf dem Anwesen eine illegale Schnapsbrennerei betreiben. Horace darf wieder gehen, nachdem er das Versprechen gegeben hat, nichts über diesen Ort zu erzählen.

Wenige Zeit später machen die verführerische, von sämtlichen Männern angebete Studentin Temple Drake und ihr derzeiter Liebhaber Gowan Stevens eine unerwartete Rast auf dem Gelände, nachdem Gowan den Wagen im Suff gegen einen Baum gefahren hat. Die Nacht wird für Temple zu einem einzigen großen Schrecken: Gowan wird bewusstlos und blutig geprügelt, Popeye vergewaltigt Temple und erschießt den sensiblen Tommy, der auf Temple aufpassen wollte. Temple wird von Popeye verschleppt und bei einer Hure untergebracht...

Lee Goodwin wird des Mordes angeklagt und Horace soll sich mit dem Fall beschäftigen. Dabei enthüllt sich ihm eine zuvor unbekannte, erschreckende und brutale Welt...

Faulkners Erzählstil ist meistens anstrengend und fordernd, doch passt zu der Darstellung des erzählten Geschehens. Zwei Welten prallen aufeinander: Mittelschicht aus dem gesitteten Bürgermilieu und unterste Arbeiterklasse, die ihre Säuglinge in Holzkisten in der Küche schlafen lassen und illegalen Schnaps brennen. Eine Geschichte mit überraschendem Augang und ungemein plastisch dargestellten Charakteren.
War diese Rezension für Sie hilfreich?

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten

Legen Sie Ihre eigene Lieblingsliste an

Ähnliche Artikel finden


Ihr Kommentar