Das ist ja mal ein richtig interessantes, wichtiges und dabei spannendes Buch. Hier wird ein Thema dargestellt, dass wohl noch kaum in unserem (deutschen) Bewusstsein heraufdämmert. Das Freilernen. Das Leben ohne Schule. Ungefragt nehmen wir immer noch die Schulpflicht als ein Gebot hin, dem wir uns fraglos unterordnen. Ist halt Gesetz... hahaha. In anderen Ländern wird das Freilernen sogar vom Staat gefördert. Bei der Lektüre dieses Buches wird u.a. sehr deutlich wie Gesetze gegen die Bürger dieses Landes ausgelegt werden, denen sie ja eigentlich dienen sollten. Gerade in der heutigen Zeit, in der alles in Bewegung ist, klammert sich das Untertanenbewusstein an Gewohnheiten und Regeln... und wehe, sie werden in Frage gestellt. Ein lebendiger Organismus ist aber flexibel in seiner Antwort auf Anforderungen und Entwicklungen. Das deutsche Volk ist in Bewegung. Aber die neuen Kinder wachsen hinein in Gegebenheiten, die ihnen übergestülpt werden - von Staats wegen. Wer aber ist denn der Staat? Die neuen Kinder werden die Staatsträger von morgen sein und damit unsere Zukunft.
Man sollte daher annehmen, das gerade ihnen die größte Sorge gilt. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus! Entfremdung und Delegieren der elterlichen Verantwortung in die überstrapazierten Hände von Pädagogen und Lehrern, die unter einem Wust von sich ständig ändernden Vorschriften ersticken und dennoch versuchen gute Arbeit zu leisten. Ein Blick in den Alltag der Schulen genügt, um zu sehen, dass wer dahin muss, sich gleich den täglichen Frust eimerweise hineinschaufeln kann. Soziales Miteinander? Fehlanzeige.
Was ist zu tun? Dieses Buch gibt fundierte Antworten auf diese Fragen. Es überrascht in seiner schlichten Art damit, dass wir uns alle an unsere Schulzeit erinnern können, in der wir uns gewünscht haben, dass es so sein möge wie es hier geschildert wird. Es wird ein Verdienst dieses Buches sein, neue Basisideen und praktische Hinweise für das Leben mit Kindern Im Familienalltag aufbereitet zu haben die im besten Sinne lebensfördernd und staatserhaltend sind. Dabei ist es der Autorin ergreifend gelungen die persönliche Geschichte dieser Familie mit den zwei freilernenden Kindern - ohne Schule - packend zu vermitteln und einen Einblick zu geben in die Lebendigkeit des Familienlebens. Es zeigt sich, dass die Familie die Wurzel der Zivilisation ist. Nicht in der Schule sondern im Leben lernen wir! Das wird hier sehr deutlich. Dem gegenüber steht das starre, bestrafende Verhalten des Staates, der sich vor der Freiheit und der wahrgenommenen Chance zur Selbstverantwortung seiner Bürger fürchtet. Abgerundet wird das Buch durch ein Kompendium von typischen Fragen und Antworten zu dem Thema. Wem das Leben, die geistige Freiheit und die Zukunft der Zivilisation am Herzen liegt und wer seine Kinder liebt, der muss dieses Buch lesen und sich überraschen lassen. Hier ist der Ausweg aus der Schulmisere. Sehr empfehlenswert. Danke an die Autorin für dieses spannende zeitgeschichtliche Dokument.