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Die Freiheit des Verlegers - Erinnerungen, Festreden, Seitenhiebe
 
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Die Freiheit des Verlegers - Erinnerungen, Festreden, Seitenhiebe [Gebundene Ausgabe]

Klaus Wagenbach , Herausgegeben von Susanne Schüssler
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Verlag Klaus Wagenbach; Auflage: 1. (8. Juni 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3803136326
  • ISBN-13: 978-3803136329
  • Größe und/oder Gewicht: 24 x 14,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 143.953 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Klaus Wagenbach
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Verhärtet, humorlos, fanatisch-fahl war Wagenbach nie. Es ist bezeugt, wie er Ende der 70er-Jahre in süddeutschen Universitätsstädten für totale Verwirrung sorgte. Da bereiste er, um Unterstützung für seinen Verlag zu finden, die linken Buchhandlungen im Land, und seine Vorstellungen vom Sozialismus umriss er so: er wolle nicht nur zwei oder drei Käsesorten wie in der DDR, sondern zweihundert oder dreihundert wie in Italien. Dieser Gedanke, so fremd und abwegig er zunächst schien, bewegte einiges. Wagenbach steht für ein linkes Bürgertum im Geist des französischen Citoyen, dessen Parolen von Freiheit, Gleichheit, Bürgerlichkeit er nicht müde wird einzufordern. Sein gesamtes Wirken hat etwas damit zu tun, dass die deutsche Linke, im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern Europas , wie er sagt, nicht auf begrenzte Bündnisse mit einem liberalen oder konservativen Bürgertum zählen kann, weil in Deutschland solch ein Bürgertum so gut wie nicht existent sei. Hier wird ein Nerv getroffen. Wagenbachs Bürgertum hat mit der aktuellen deutschen, gelegentlich etwas verschmockten Hinwendung zu adäquaten Krebs- und Hummer-Besteck, preußisch-steifem Aufrechtstehen und durchaus oft dünkelhaftem Konservativismus nicht das Geringste zu tun. Klaus Wagenbach ist ein deutsches Vorbild. (Helmut Böttiger, Deutschlandradio)

Klaus Wagenbach ist alles andere als ein einfacher Zeitgenosse. Seine Dickköpfigkeit, sein gutes Gedächtnis und seine Streitlust werden von seinen Feinden gefürchtet. Da er die Fähigkeit hat, noch die gröbsten Anschuldigungen mit der unschuldigsten Miene vorzutragen, müssen seine Gegner auf der Hut sein. Wenn er Bourgeoisie ruft, darf man nicht wegschauen. Zu seinen Freunden ist er generös und auf strenge Weise gütig. Aber auch wer ihn nicht mag, sollte ihn mögen. Und wer sich nicht einmal das zugestehen möchte, sollte wenigstens die Bücher lesen, die seinen Namen tragen, als Autor und als Verleger. [...] In einer Zeit, in der fast alle großen Buch-Verlage sich unter die schützenden Fittiche von Konzernen geflüchtet haben, ist er ein Vorbild an Unabhängigkeit. Freibeuter hieß die Zeitschrift, die er zwanzig Jahre lang herausgegeben hat. Ein Name, der zu ihm passt. Übrigens kann er lange und ausdauernd lachen. Dass ihm dies nicht vergeht, wünscht ihm zum Geburtstag sein alter Tintenfisch -Mitherausgeber (Michael Krüger, Süddeutsche Zeitung)

Die Prinzipien, auf die er 1964 seinen Verlag gründete Hedonismus, Anarchie, Geschichtsbewusstsein sind ihm nach wie vor heilig. Denn aller Italienleidenschaft zum Trotz, die sich im Klaus Wagenbach Verlag seit vielen Jahren niederschlägt, hat der Begründer der Toskana-Fraktion und notorische Rote-Socken-Träger ja eine deutsche und somit politische Vergangenheit. Darüber gibt jetzt ein Sammelband vielfach Auskunft, den der Verlag zu Wagenbach achtzigstem Geburtstag in gewohnt bibliophiler Manier mit rotem Leineneinband und händisch aufgeklebtem Foto des Jubilars herausbringt: Die Freiheit des Verlegers . Es ist ein schillerndes Konvolut zur kulturellen und geistigen Geschichte der Bundesrepublik. [...] Klaus Wagenbach hat als Verleger Literatur- und Kunstgeschichte geschrieben. (Sandra Kegel, FAZ)

Kurzbeschreibung

Klaus Wagenbach ist einer der letzten aus einer Generation von unabhängigen, eigenwilligen und leidenschaftlichen Verleger; ein linker, aber undogmatischer Kopf, der nicht vor den Konsequenzen politischen Handelns zurückschreckt; und ein früher und bis heute unerschütterlicher Liebhaber Italiens. Außerdem: ein heiterer Geschichtenerzähler, ein eifriger Vorwortschreiber, ein freudig erwarteter Festredner, aber auch einer der gern widerspricht, wenn die öffentliche Meinung jemanden moralisch und politisch gar zu korrekt schlachten will. Der Band sammelt Texte Klaus Wagenbachs über Italien (einschließlich Kunstgeschichte), Politik, das Leben und die Zukunft der Bücher und über einzelne Autoren (u. a. Fried, Hermlin, Celan, Jandl, Grass, Pasolini). Ein Großteil der Texte ist bisher nicht veröffentlicht, wichtige Zeitdokumente wie die Grabrede für Ulrike Meinhof wurden jedoch ebenfalls aufgenommen. Und schließlich erst jüngst entstandene biographische Geschichten: Vom gegen die Nazis rebellierenden Großvater, der reformbewegten Mutter, dem Vater, der nur Latein, Griechisch und Hebräisch konnte; darüber, wer und wie nach dem Krieg die Demokratie aufbaute, warum Kollektive träumen und Frauen besser kommunizieren können.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Uwe-Jens Has TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Buch mit einer nie aussetzenden Dichtigkeit der Themen
und Einfälle in fünfundsiebzig Statements, Reflexionen
und Reden.

Meine Lieblingsgeschichte geht so, dass er seinen Vater einmal
fragt in welcher Krankenkasse der eigentlich sei und zu seiner
Verblüffung erfährt dass der keine hätte. Die Begründung war, dass
Vater Wagenbach ' natürlich' ausgetreten ist, als die Kassen sich im
Dritten Reich plötzlich weigerten, Rechnungen von jüdischen Ärzten
zu bezahlen. Und Wagenbachs hatten eben wie viele tausende andere auch,
einen jüdischen Arzt.
Und als er seinen Vater fragte, warum er nach dem Krieg nicht wieder eingetreten
sei:
' wurde er ein wenig genant und beschied mich mit der Auskunft:
'War mir zu blöd'.

Und dann kommt der wunderbare Satz:

'Mein Vater hatte irgendeine Schraube, die ihm das lockere Funktionieren
unmöglich machte'.

Es ist ein Kompendium der Zeit- und Literaturgeschichte.
Früh schon reist er auf Kafkas Spuren nach Prag und an die Orte wo
Kafkas Eltern herkamen und schafft es auf abenteuerliche Weise an Dokumente
wie die aus dessen Zeit in der Arbeiter-Unfall-Versicherung heranzukommen.

Einmal reist er nach Israel zu Max Brod und dessen Sekretärin Esther Hoffe.
Brod gibt ihm abends verstohlen immer etwas zum Abschreiben mit und ermahnt
ihn es am nächsten Tag ja so zurückzugeben, dass Esther Hoffe es nicht bemerkt.

Ein anderer Freund stellt ihn seiner Familie mit den Worten vor:

'Hier seht Ihr jetzt einen richtigen Arier'.

Die sechzehn Jahre alte Nichte fixierte ihn scharf und sagte:

'Sieht genauso aus wie a Jud' '.

Viele Reden, darunter die Begräbnisrede für Ulrike Meinhof sind versammelt.
Nachdem sechs andere abgesagt hatten, wurde Wagenbach am Tag zuvor darum
gebeten..

Und er ist im Zusammenhang mit der Erschießung Benno Ohnesorgs und noch eines
anderen Studenten durch Berliner Polizeibeamte der einzige der bestraft wurde.
Er hatte das umgangssprachlich als 'Mord' bezeichnet.
Nicht die Täter, sondern der Kritiker wurde bestraft.

Es gibt den zunächst nicht verständlichen Satz :
'Stammheim war ohne Auschwitz nicht möglich'.
Die verblüffende, bauingenieurmäßige, Auflösung steht im Buch.

Wie es zuging, wenn Erich Fried ein Manuskript abgeschickt hatte, erfährt
man auch. Gestrichene Stellen wurden mit Leukoplast überklebt und, noch ehe
es im Verlag eingetroffen war, trudelten schon telegrafische und telefonische
Korrekturen ein.

Das Wagenbach-Verlagssignet ist von Günter Bruno Fuchs, der ist beerdigt
auf dem Friedhof am Berliner Columbiadamm mit einem Findling als Grabstein,
der seine Körperformen nachzeichnet. Wagenbach beschreibt ihn so:

'Fuchs war dick, freundlich, begabt, das führte zu Irrtümern, denn manchen,
die freundliche Menschen für dumm halten, hörte Fuchs eine Weile lang zu
und sagte dann mit Bärenstimme, wohlartikuliert mit unverkennbarem berliner
lispeln:
'Mein Herr, Sie sind ein hervorragender Idiotenkaiser'.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Linker, mit Ecken und Kanten 29. November 2011
Von F. Kluge TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Klaus Wagenbach - Linker, mit Ecken und Kanten! Zum 80sten Geburtstag des Verlegers erscheinen Erinnerungen, Festreden und Seitenhiebe in einem gebunden Buch (natürlich in rot) und mit 350 Seiten. 20 Kapitel sind den persönlichen Erinnerungen gewidmet (Familie / Lebensweg). 16 Kapitel beschäftigen sich mit den deutschen Verhältnissen (unter anderem mit der RAF). 21 Kapitel befassen sich mit anderen Autoren oder Freunden (z.B. mit Paul Celan, Günter Grass oder Willy Brandt). 9 Kapitel setzen sich mit dem Verlagswesen auseinander. 8 Kapitel mit seiner Affinität zu Italien. Auch wenn man nicht mit der politischen Einstellung von Klaus Wagenbach übereinstimmen sollte, ist es ein lesenswertes Buch - es spiegelt ein Stück deutscher Zeitgeschichte wieder. Ein Mann mit Charisma, der nicht katzbuckelt und sich mundtot machen läßt. RESPEKT und weiter so!!!
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein wunderbares Buch! 18. Juli 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Ein wunderbares Kompendium ist ist dieses Buch, nicht nur durch 80 Jahre Klaus Wagenbach, sondern auch durch deutsche Zeit- und Literaturgeschichte, ob in Hessen, Berlin oder Italien.
Macht Spaß zu lesen und ist sehr schön geschrieben, vor allem die neuen, erstmals veröffentlichten Texte!
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