Nachdem sie ihren Arbeitsplatz verloren hat, zieht Karrierefrau Joanna (Nicole Kidman) mit Ehemann Walter (Matthew Broderick) und den Kindern nach Stepford, einem Ort mit steril gepflegten Häusern und glücklichen Familien. Alle Frauen des Ortes mit Ausnahme der auch erst kürzlich zugezogenen Bobbie Markowitz (Bette Middler) sehen alle Frauen aus wie Barbie-Kopien, sind perfekte Hausfrauen, Ehefrauen, Mütter und Geliebte.
Von Ira Levins Buch wurden lediglich die Grundidee und die Namen der Figuren übernommen, aber: Wer behauptet, Literaturverfilmungen müssten literaturgetreu sein??? Na gut, selbst wenn man davon absieht, ist der Film allenfalls zweitklassig. Statt der angekündigten Komödie werden Sitcom-Scherze präsentiert ("Geldautomat"), und die versprochene Gesellschaftskritik erschöpft sich in kleinen Seitenhieben auf den "American Way of Life"; das sich anbietende Thema "Männerträume" wird nur indirekt gestreift, und gerade das ließe sich auf der Basis des Buches wunderbar persiflieren.
Obwohl als Hollywood-Stars hochkarätig, können deren schauspielerische Leistunden nicht überzeugen: Matthew Broderick bewältigt jede Szene mit der Mimik eines erstaunten Kindes, Nicole Kidman, noch stark in der Anfangsszene, agiert verhalten und hölzern. Lediglich Bette Middler saust mit gewohnt chaotischem Charme durch die Szenerie; leider bietet ihr diese Rolle nicht genug Platz, um sich zu entfalten.
Die Rolle der Joanna ist merkwürdig brüchig angelegt: Nachdem sie ihr schwarzes Outfit gegen das rosa Kleidchen getauscht und hunderte Muffins für ein Picknick gebacken hat, ist sie eigentlich schon auf dem besten Weg, sich aus eigenem Antrieb und ohne Manipulation in ein Wesen wie die anderen Frauen zu verwandeln.
In der Schluss-Szene steigert sich der Klamauk, und selbstverständlich erfährt man wieder die Botschaft: Liebe siegt.
Zurück zur Literaturtreue einer Verfilmung: Meiner Ansicht nach ist es legitim, den Film in einem anderen Genre anzusiedeln als die Vorlage. Oder den Schwerpunkt zu verlagern. Nur eines darf nicht passieren: Dass die Kernaussage oder das Anliegen des literarischen Originals verfälscht wird. Was aber im vorliegenden Fall vor allem durch das peinliche und aberwitzige Ende geschehen ist.