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Die Frau mit dem roten Tuch: Roman
 
 
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Die Frau mit dem roten Tuch: Roman [Gebundene Ausgabe]

Jostein Gaarder , Gabriele Haefs
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 5 (8. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446234888
  • ISBN-13: 978-3446234888
  • Originaltitel: Slottet i Pyreneene
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 90.329 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jostein Gaarder
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Jostein Gaarder versteht es, komplexe Fragen verständlich darzulegen." Neue Zürcher Zeitung, 29.04.10

Kurzbeschreibung

Ein dramatisches Ereignis bringt eine Liebe zum Scheitern. 30 Jahre später trifft sich das ehemalige Paar überraschend wieder - am gleichen Ort in Norwegen, an dem sich der Vorfall ereignete. Ist es Schicksal oder einfach nur Zufall, dass sie sich genau dort wieder begegnen? In einem Briefwechsel erinnern sie sich, was damals eigentlich geschah. Wie sie heftig verliebt ins Fjordland fuhren, eine wahnsinnige Dummheit begingen, und jener rätselhaften Frau mit dem roten Tuch begegneten. Gibt es Kräfte, die stärker sind, als Vernunft und Wissenschaft es wahrhaben wollen? Jeder der beiden hat seine eigene Philosophie. Um endgültig Klarheit über das rätselhafte Erlebnis zu gewinnen, beschließen sie, sich noch einmal wiederzusehen.

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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Steinn und Solrun sind ein Paar. Er ist ein rationaler Vernunftmensch, sie lässt sich von ihrem Glauben und ihren Gefühlen leiten. Obwohl ihre Liebe sehr tief ist, kommt es zum Bruch zwischen den beiden. Auslöser ist ein mysteriöses Ereignis bei einem Ausflug in die Natur.
Dreißig Jahre später treffen sie sich unvermutet am selben Ort wieder und die alten Gefühle kehren zurück. Allerdings sind beide inzwischen verheiratet und haben Kinder. Weil sie den Kontakt nicht abreißen lassen wollen, beginnen sie eine Korrespondenz per Email. Sie erinnern sich darin an ihre Beziehung, wie wahnsinnig verliebt sie ineinander waren, wie sie sich trennten und wieder fanden - und ob das alles nur Zufall war, oder ob vielleicht mehr dahinter steckt.
Jostein Gaarder nutzt diese Konstellation, um den Leser mit verschiedenen Weltanschauungen bekannt zu machen. Wer nicht gerade einen Doktortitel in Philosophie hat, wird hier sicher einige interessante Dinge erfahren.
Parallel dazu baut er Spannung auf, weil der Leser nicht weiß, was damals bei dem Ausflug genau geschehen ist. Aber auch nachdem das Geheimnis endlich gelüftet ist, nimmt die Handlung noch eine unerwartete Wendung.
Insgesamt ist das Buch fesselnd und lehrreich. Ich empfinde es als sehr ausgewogen, innere und äußere Handlung ergänzen sich. Und mit 220 Seiten hat es genau die richtige Länge.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von helmpr. TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Hier bin ich, Steinn." - "Solrun! Solrun! Du warst so schön." Nach mehr als dreißig Jahren waren sie sich wieder begegnet, die sich einst so stark und verrückt geliebt hatten. Und sie trafen genau dort aufeinander, wo ihre Liebe durch ein geheimnisvolles Ereignis urplötzlich zerstört wurde.

Nach Jahren der Totenstille bricht die längst verdrängte Geschichte wieder auf. Die beiden mailen einander wie besessen. Und schließlich füllen ihre E-Mails ein ganzes Buch. Und es ist ein bewegendes, ansprechendes Buch geworden, aus der bewährten Werkstatt Jostein Gaarders. Wie in seinen anderen Büchern durchweht auch "Die Frau mit dem roten Tuch" philosophisches Nachdenken und Suchen. Es geht um existentielle Fragen des Bewusstseins, der Wirklichkeit, der wissenschaftlichen Erkenntnis, der Seele, des Zufalls oder der Fügung. Der Mann - typisch? - sieht das alles als Atheist mit Hang zum Zynismus. Und zu Calvados. Die Frau - typisch? - sieht alles aus der Sicht des Glaubens mit Hang zur Esoterik. Dabei hatten beide in ihrer verliebten Symbiose den selben weltanschaulichen Ausgangspunkt, einen sehr reizvollen im übrigen.

Gaarder bedient keine Stereotypien (außer vielleicht die Verteilung der jeweiligen Weltanschauung auf Mann und Frau). Der sonst so klare Denker und Skeptiker hat gleichsam mystische Erlebnisse, ohne sie religiös deuten zu wollen. Er kann auch selbstkritisch (und Nietzsche-kritisch) sagen: "In der heutigen Zeit will man uns hartnäckig weismachen, unser eigenes Ego sei der eigentliche Mittelpunkt des Universums. Aber ist das nicht eine anstrengende Lebensweise? Ich meine, ein Leben mit der Aussicht, dass der eigentliche Mittelpunkt des Universums nur noch einige wenige Jahre oder Jahrzehnte existieren wird?" Und dann träumt er, tief erschrocken, einen Traum, der ein dramatisches Gleichnis wird für diesen Egozentrismus des eigenen Bewusstseins. Oder er gesteht: "Es ist fast nicht zu glauben. Du hast wirklich Erlösung gefunden, die Rettung für deine verängstigte Seele ... Ich bin nahe daran, dich zu beneiden, denn ich stehe außerhalb deines Glaubens und friere." Auf der anderen Seite wertet sie, der die Seele so wichtig ist ("Atheismus bedeutet, nicht an die Herrlichkeit der eigenen Seele zu glauben."), an keiner Stelle die Leiblichkeit ab oder die Sexualität. Sie steht positiv zu Wissenschaft und Welt.

Gegensätze prallen also aufeinander, die nicht gegensätzlicher gedacht werden können. Und doch berührt immer wieder, wie Atheist und Gläubige miteinander in Beziehung treten und auch eins werden. Oder sich zumindest ehrlich respektieren.

Die Form des E-Mail-Wechsels ist raffiniert gewählt. Auch dass die beiden vereinbaren, jede Mail nach dem Lesen sofort zu löschen. Diese flüchtige Form macht das Buch unmittelbar und dynamisch. Sie erlaubt retardierende Momente, weil der Akku leer ist oder der jetzige Ehepartner ruft. Dass die besprochenen Ereignisse mehr als dreißig Jahre zurück liegen, gestattet dem Autor, vieles zu erzählen, was im zeitnahen E-Mail-Verkehr nicht erzählt werden müsste, weil es bekannt und vertraut wäre. Manchmal wirkt das ein wenig verzwungen, meist gelingt der Kunstgriff.

Stellenweise hätte ich fast die Geduld verloren, weil plötzlich so viel reflektiert und das tragische Geheimnis immer noch nicht aufgedeckt wurde. Andeutungen steigerten die Spannung. Ich wollte unbedingt weiter lesen. Und als das Geheimnis gelüftet war, drängte das Buch gleich weiter, denn es lag jetzt ein überraschender Schluss in der Luft. Und der kam auch, wirklich überraschend und wirklich noch einmal alles auf den entscheidenden Punkt bringend. Ich finde, das ist genial gemacht.

Aufgrund der fesselnden Anlage des Romans kann ich inhaltlich nicht deutlicher werden. Man muss schon selber lesen. Aber das Buch ist eine Herausforderung, sich zu positionieren. Wobei mein Eindruck ist, dass die Sympathie Gaarders bei der Frau liegt. Aber ob das wirklich so ist, das muss jeder Leser, jede Leserin selbst herausfinden.

Nebenbei ist das Buch auch ein weiterer Beitrag zu Krise und Chance der über 50-Jährigen, die gerade Konjunktur haben. Es sind die typischen Fragen dieser Generation.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Franziska Huhnke VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Sie haben sich 31 Jahre lang nicht gesehen und dann stehen sie plötzlich wieder voreinander. Solrun und Steinn. Beide leben ihr Leben, beide verheiratet, beide haben Kinder. Doch eine Begebenheit aus der Vergangenheit hat sie für immer mit einander verbunden und auch für immer getrennt.

Solrun fängt gerade an zu studieren, als sie Steinn kennen lernt. Fünf Jahre wohnen sie gemeinsam zusammen und werden zu einer kleinen Glaubensgemeinschaft. Denn Solrun weiß: Das Leben ist irgendwann vorbei, sie ist ein Teil der Natur, sie ist Natur. Diese Erkenntniss ist manchmal so schwer für sie, dass sie Anfälle bekommt, doch Steinn ist für sie da. Bis die beiden eines Tages auf einen Gletscher fahren wollen und dort nie angekommen, denn etwas Schreckliches passiert....

Jahre später sehen sie sich wieder und beginnen sich danach Emails zu schreiben. Emails über das Leben, die Vergangenheit und die "Preiselbeerfrau".

Wer Jostein Gaarder kennt weiß, dass dieses Buch nicht einfach nur ein Liebesroman ist. Geschickt webt der Autor wieder einmal philosophische Gedanken mit hinein und bringt den Leser zum Nachdenken. Wer bin ich? Woher kommen wir? Solrun ist für Zufälle und Übernatürliches empfängliche, Steinn als Naturwissenschaftler denkt eher praktisch und pragmatisch, für ihn gibt es kein Schicksal. In diesen Emails kann man beide Seiten sehr gut nachvollziehen. Zwar ist der Anfang etwas holprig, aber wenn man sich an die Gedankengänge gewöhnt hat, liest sich der Briefwechsel leicht weg. Sie sind auch nicht als solche gekennzeichnet. Wer Emails kennt denkt an Betreff- und An-Zeilen, an Datenangaben und Zeiten. Dies fehlt hier völlig. Ich empfand das Fehlen als sehr positiv. So wurde man nicht immer wieder aus dem Fluss der Erzählung heraus gerissen. Am Anfang kam ich ein paar mal durcheinander, ich verwechselte Solrun mit Steinn, aber auch das legte sich mit der Zeit.

Die zarten Hinweise zur "Preiselbeerfrau" am Anfang waren gerade genug um mehr wissen zu wollen. Und am Ende klärt sich alles auf, auch wer die "Preiselbeerfrau" ist...

Man darf nur nicht zu viel erwarten. Es ist keine ausdrückliche Liebes-Email-Geschichte wie "Gut gegen Nordwind". Es ist eine philosophische Betrachtung eines Teils der Welt und gleichzeitig eines Mikrokosmos, der von Solrun und Steinn geschaffen wurde. Ich war gerne Teil dieses Mikrokosmos und warte gespannt auf das nächste Buch von Jostein Gaarder.
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