55 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
unbedingt lesenswert, 15. Februar 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Frau mit den Regenhänden (Taschenbuch)
Wolfram Fleischhauer hat mit seinem Roman „Die Frau mit den Regenhänden" zwei Geschichten in geschickter Weise miteinander verschweißt, in dem er eine Kriminalgeschichte, die auf einen ungelösten Fall von Kindesmord aus dem Jahre 1867 beruht, kunstvoll in eine Liebesgeschichte aus dem Jahre 1992 einbettet. Bruno, ein junger Architekt aus Deutschland, kommt für ein paar Monate nach Paris, um eine Arbeit über die Architektur des 2. Kaiserreiches vor dem Hintergrund der Weltausstellung 1867 zu verfassen. Zu seiner Überraschung sind von ihm benötigte Werke z.B. über Napoleon III., oder über die Weltausstellung in der Bibliothek ständig ausgeliehen. Schließlich stößt er im Lesesaal auf eine völlig in ihre Arbeit vertiefte, junge Frau, die die Bücher seit geraumer Zeit benutzt. Gaetane, eine wunderschöne Frau, schiebt ihm auf seine Bitte hin, das gewünschte Buch zu, ohne ihn auch nur anzusehen. Natürlich beginnt er sich für sie zu interessieren und versucht, sich ihr zu nähern. Sie ist immer sehr freundlich, bleibt aber distanziert. Bei einem weit über seine finanziellen Möglichkeiten gehenden Essen, gibt sie ihm zu verstehen, dass sie nicht an ihm interessiert sei. Zunächst ist er am Boden zerstört, aber völlig überrascht, als er am nächsten Morgen in seinem Briefkasten, das unfertige Manuskript findet, an dem sie, wie er später erfährt, seit zwei Jahren wie besessen schreibt. Es ist die Geschichte von Marie Lazes, die ihren acht Monate alten Sohn kurz vor der Weltausstellung 1867 in Paris getötet und in den Kanal geworfen haben soll. Sie bestreitet die Tat hartnäckig, und ihr Anwalt, unterstützt von einer jungen Engländerin, die zur Weltausstellung bei ihrem in Paris lebenden Bruder weilt, stößt auf viele Ungereimtheiten. Schließlich interessieren sich sogar mächtige Regierungskreise für den Fall. Warum, das erzählt Gaetane Bruno, der inzwischen doch ihr Liebhaber und Lektor geworden ist. Im Laufe des Roman zeigen sich mehr und mehr Parallelen zwischen der Geschichte von Marie Lazes und dem Schicksal der jungen Gaetane und schließlich versteht Bruno auch die anfängliche ablehnende Haltung Gaetanes.
Zugegeben, der Titel von Wolfram Fleischhauer „Die Frau mit den Regenhänden" hat anfangs nicht gerade auf einen interessanten Roman schließen lassen, doch ich mußte schnell feststellen, dass ich mich geirrt hatte. Denn die Art und Weise wie Wolfram Fleischhauer im Laufe des Romans das Schicksal der angeblichen Kindsmörderin mit dem der jungen Frau verbindet, hat mich sehr beeindruckt. Außerdem hat Fleischhauer sowohl mit dem kapitelweise abwechselnden Erzählen der beiden Geschichten als auch die unterschiedlichen Erzählpositionen zusätzlich Spannung aufgebaut und so zum Weiterlesen angeregt. Darüber hinaus war es sehr interessant durch Fleischhauers detaillierten Beschreibungen sehr viel, sehr genaues über die französische Geschichte und das Leben Napoleons III. zu erfahren, was vielleicht sogar einprägsamer war als der Geschichtsunterricht in der Schule. Dieser Roman, bestehend aus einer Liebes- und einer Kriminalgeschichte, ist unbedingt lesenswert.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Superspannender Historienkrimi..., 10. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Frau mit den Regenhänden (Taschenbuch)
... ideal für den langen Flug oder die Reise nach Paris. Auf jeden Fall ist mit einer langen Lesenacht zu rechnen.
Es gibt ihn doch, den deutschen Kriminalautor, der erstklassig recherchierte Arbeit mit spannendem Plot abliefert, so daß man förmlich eingesogen wird in sein Buch.
Diesmal wird eine romantisch-geheimnisvolle Handlung in den späten Achtziger Jahren kunstvoll verflochten mit einem packenden Mordfall in Paris zur Zeit der Weltausstellung unter Napoléon III. Die besondere Qualität des Kriminalromanes kommt dadurch zustande, daß Autor Wolfgang Fleischhauer die Spannung geschickt aufbaut und stets psychologisch glaubwürdig schreibt. Das Ganze ist so raffiniert konstruiert, man kommt bis zuletzt nicht darauf, wer der Täter und was das Motiv ist.
Diesem Roman ist zusätzlich eine Portion Sozialkritik am französischen Staat und seiner Verwaltung beigemischt. Fleischhauer weist eine durch die Geschichte gehende Kontinuität von sozialem Desinteresse der französischen Regierung nach. Sein historischer Kriminalroman hat beängstigende Parallelen zu den aktuellen Jugendrevolten und ist daher plötzlich hochaktuell.
Fleischhauers Bücher sind eine Klasse für sich und ich bin noch nie enttäuscht worden.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
das Ende ist nicht zu erwarten, 27. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Frau mit den Regenhänden (Taschenbuch)
Dieses Buch reißt den Leser durch die beiden gleichzeitig erzählten Geschichten hin und her. Zuerst ist es sehr schwer, die Verbindung zwischen beiden zu erkennen, doch bald fügen sie sich in ein harmonisches Ganzes zusammen.
Auf der einen Seite fast eine Kriminalgeschichte und auf der anderen Seite fast eine Liebesgeschichte, aber eben beides nur fast.
Fleischauers Stil ist berauschend und unglaublich gut ausgearbeitet. Er scheint ein sehr guter Beobachter zu sein.
Ein Buch, was jedem zu empfehlen ist!
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