Im Gegensatz zu "Das falsche Urteil", das mir zu unlogisch und auch zu weit hergeholt war, habe ich bei diesem Krimi durchaus mitgefiebert. Schon die Anfangsszene hat mich gepackt: Eine Frau beerdigt ihre Mutter und schwört am Grab für irgendetwas Rache. Danach besorgt sie sich eine Waffe und beginnt, eine Reihe von Männern zu töten, die ihrer Mutter, um es mal salopp auszudrücken, das Leben schwer gemacht haben. Die Spannung entsteht hier weniger aus der Frage, ob van Veteren es schaffen wird, die Frau zu stellen, bevor sie ihre Liste abgearbeitet hat, sondern eher aus der Beobachtung, wie sie es immer wieder schafft, den Ermittlern und auch den Todeskandidaten, die alles andere als sympathisch sind, einen Schritt voraus zu sein. Es gibt sogar einen klassischen Showdown, nur mit verdrehten Vorzeichen ...
Das alles liest sich flott und abwechslungsreich und ist erfrischend anders als herkömmliche Krimiplots, nur der Schluss ist für meine Begriffe arg klischeeüberfrachtet, was das verdorbene Leben der Frau angeht.