Die junge Engländerin Madeleine begibt sich 1925 im Alter von 33 Jahren aus freien Stücken nach Indien, um im Ashram von Mahatma Gandhi zu leben. Ihr größter Wunsch war es, ihm nahe zu sein und ihm zu dienen. Im Buch werden die Jahre von 1925-1930 und 1939 bis 1942 geschildert und es werden Briefe zitiert, die im Museumsarchiv liegen. Der Autor mischt aber auch fiktive Stellen in die Abläufe hinein und widmet seinem persönlichen Werdegang das ein oder andere Kapitel.
Die Geschichte von Madeleine, die in Mira umgetauft wurde, begleitet das politische Leben von Gandhi. Was ich persönlich nicht gut fand, dass der Leser gegen Ende des Buches das Leben Gandhi's aus den Augen verliert. Das hat mich jedoch dazu bewogen, eine Biographie von ihm in Angriff zu nehmen.
Der erste Teil des Buches ist sicherlich sehr anschaulich geschildert und man kann sich das Leben im Ashram vorstellen. Der hohe Stellenwert, welches das Spinnen einnimmt, die verschiedenen vegetarischen Diätansätze, die Gandhi im Laufe der Zeit vorgibt, die strengen Anforderungen an Moral, Wahrheitsliebe, Aufrichtigkeit und Rechtschaffenheit. Mit der Zeit werden die Konflikte, die Mira beschäftigen, eintönig und der zweite Teil zieht sich hin, wird jedoch durch die vom Autor bestrittenen Kapitel wieder aufgelockert. Am Ende des Buches ist ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen.
Die Frage, die mich jetzt immer noch beschäftigt, ist, warum Gandhi Mira so einen hohen Stellenwert in seinem Leben eingeräumt hat, zumal sie nicht die einzige war, die zu der Zeit in seinen Ashram kam, um mit ihm zu leben. Vielleicht gibt mir die Biographie Aufschluss darüber.