Von diesem Buch hatte ich noch nichts gehört, und als man es mir zum Lesen in die Hand drückte, wusste ich weder, welche Handlung mich erwartete noch dass es sich um einen Klassiker handelte.
Bereits nach den ersten paar Seiten schloss mich die bedrückende Stimmung des Romans ein. Ein Mann macht sich auf, um in den Dünen eine unbekannte Spezies zu entdecken. Er vergisst die Zeit und beschließt, im Dorf zu übernachten. Freundlich quartieren ihn die Bewohner bei einer Frau ein, die in einem Sandloch wohnt. Was er noch nicht weiß und lange, nachdem ihn erste Zweifel beschleichen, zu verdrängen versucht, die Frau braucht Hilfe im Kampf gegen den Sand, und er ist als geeigneter Kandidat ausgewählt worden.
Dieses Buch ist wirklich kein einfaches. Das liegt nicht am Schreibstil. Dieser ist flüssig und gut zu verstehen. Aber das Szenario, dass Abe hier entwickelt hat, ist unglaublich. Die Verzweiflung, Angst und Resignation sind so gut beschrieben, dass man beim Lesen förmlich den Sand auf der Haut spürt und die Anstrengung riechen kann. Ständig ist man auf der Suche nach einer Lösung, einer Erlösung. Aber man rutscht immer wieder mit ab. Die Dramatik ist unwahrscheinlich dicht und lässt den Leser teilweise den Atem anhalten. Ich kann nicht behaupten, dass ich alles verstanden habe oder so interpretiere, wie der Autor es meinte. Trotzdem hat mich Die Frau in den Dünen" tief bewegt und ich empfehle es gerne weiter. Für labile Menschen ist der Roman nicht unbedingt geeignet, da man schon über eine gewisse Kraft verfügen sollte, die man dem Sand entgegensetzen kann.
Obwohl das Buch sicher 5 Sterne verdient hätte, vergebe ich nur 4, da ich mir nicht sicher bin, ob ich es ein zweites Mal schaffen würde, den Kampf gegen den Sand aufzunehmen.