Interessant ist das Leben im Harem - und anders als man es sich gemeinhin vorstellt. Von daher ist das Buch lesenswert. Der immense Luxus, das Nichtstun scheinen fast unglaublich und es gibt einiges an Sitten und Gebräuchen zu erfahren. Soweit zu den positiven Aspekten des Buches, welches durchaus interessant ist. Von der Welt ausserhalb des Harems erfährt man nur wenig, von dem Leben der „normalen" Saudis nichts - aber diesen Anspruch hatte das Buch ja auch nicht. Von der Person Denise Zintgraff bin ich allerdings nur wenig angetan. Völlig ohne Vorkenntnis fährt sie nach Saudi-Arabien und stellt dann Fragen wie „warum beten Moslems schon so früh?". Als Konversationspartnerin gibt sie manchmal dümmliche, manchmal tiefschürfende, westliche Kommentare von sich, die das Gegenüber nicht verstehen kann. An einer Stelle kann Sie ihre Haremsgenossinnen überhaupt nicht verstehen, die - da sie schon lange ohne Männer und Sex auskommen müssen - genau davon träumen, ein paar Seiten weiter will sie vom ersten westlichen Mann, mit dem sie reden kann, Hautkontakt und sagt wieder ein paar Seiten weiter, dass ihr Männer überhaupt nicht fehlen. Am Anfang verdammt sie Ibiza, am Ende ist es ihre geliebte Insel. In Kairo will sie zurück in die Ruhe des Harems, im Harem fehlt ihr das Leben in Kairo. Alles in allem benimmt sie sich unreif und kindisch. Liegt es an ihr oder der Autorin, dass das Buch manchmal unverständlich ist? Arabische Begriffe werden z.B. ohne Erklärung verwendet. Am Anfang wird von verwässertem Joghurt geredet, dann wie selbstverständlich von Laban, ohne zu erklären, das es das gleiche ist. Arabische und französische Ausdrücke sind nicht erklärt - und warum um alles in der Welt muss sie auf Seite 180 den Haremsbereich verlassen? - dieser Part steht zusammenhanglos im Raum. Aufgrund dieser Mängel gibt es nur drei Punkte. Schade, bei diesem Thema wäre mehr drin gewesen.