Das Buch zeichnet sich nicht durch einen bestechenden Schreibstil, sondern durch den Einblick in eine andere Welt aus. Die Erlebnisse der Schweizerin Denis Zintgraff in Saudi Arabien werfen interessante Schlaglichter auf den Alltag von Frauen in einem islamischen Staat, insbesondere dem Alltag von Bediensteten einer Prinzenfamilie. Gleichzeitig ist aber auch ein Blick hinter die hohen Mauern eines arabischen Familienlebens und in Grenzen in die sehr weitläufige arabische Königsfamilie möglich. Das ermöglicht dem Leser weitergehende Überlegungen zu den soziologischen Strukturen der arabischen Welt, sowie dem Denken und Handeln ihrer Mitglieder.
Gleichzeitig ginge es aber sicherlich zu weit, aus dieser sehr speziellen Sicht (Königsfamilie, Reichtum, unzählige Bedienstete) allgemeingültige Schlußfolgerungen ziehen zu wollen.
Um eine Ahnung von Dingen zu bekommen, die man nicht für möglich gehalten hätte, ist dieses Buch aber ausgesprochen empfehlenswert. Ebenso als leichte Lektüre über die arabische Gesellschaft. Wer Gesellschaften über die Summe ihrer Mitglieder erfassen möchte, dem kann dieses Buch ohne weiteres empfohlen werden. Ebenso demjenigen, der ein modernes Märchen, das bisweilen auch eine Gänsehaut mit sich bringt, über 1001 Nacht lesen möchte.