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Die Frau des Philosophen
 
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Die Frau des Philosophen [Taschenbuch]

Robert Gordian
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Heyne (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453195981
  • ISBN-13: 978-3453195981
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 773.424 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Autorenporträt

Robert Gordian wurde 1938 in Oebisfelde/Sachsen-Anhalt geboren. Studium der Journalistik und Geschichte. Fernsehredakteur und Theaterdramaturg in Berlin, Hör- und Fernsehspielautor. U.a. Verfasser von Antike-Romanen und historischen Krimis.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
lebendige Antike 23. Mai 2002
Hinter der Titelfigur verbirgt sich Xantippe, legendäre Frau des Sokrates, sprichwörtlicher Inbegriff der streitsüchtigen, unleidlichen Frau. Wer hier nur eine herkömmliche Biographie: "berühmtestes keifendes Weib" erwartet, wird enttäuscht werden.
Dieser historische Roman, herrlich leicht erzählt, lässt die griechische Antike lebendig werden. Aus Sicht des Schuster Simon - sein Lebtag Nachbar von Xantippe (in die er ein klein wenig verliebt ist) und Sokrates - erfährt der Leser jede Menge über das gesellschaftliche Umfeld, das politische Geschehen und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Zeit (und er erhält nebenher natürlich eine kleine Lektion in Philosophie). Der Augen- und Ohrenzeuge Simon zeichnet chronologisch kleine Episoden und große Begebenheiten aus dem Leben dieser beiden konträren Berühmtheiten nach.
Der Ruf, der Xantippe vorauseilt, wird dabei relativiert. Heute würde man wohl eher von einer emanzipierten, selbstbewußten, vielleicht impulsiven Frau sprechen. Aber zugegeben: für jene Zeit eine außergewöhnliche Person; Xantippe ist umstritten: ständig sind neue Nachrichten und Klatschgeschichten über sie im Umlauf, die, je nach Sicht, die Bürger Athens erheitern oder empören. So desertiert sie zeitweilig aus ihrem Elternhaus oder meldet sich zum Stadionlauf - völlig ungebührlich für eine Frau!
Sokrates, ein eher sanfter Charakter, heiter und gelassen, führt ein nicht minder unbürgerliches Leben. Der gemäß Tradition vom Vater übernommene Beruf als Steinmetz ist nicht nach seinem Geschmack: das Behauen von Steinen langweilt ihn. Lieber übernimmt er den Beruf seiner Mutter: Hebamme. Halt! Natürlich im übertragenen Sinne: denn Sokrates Berufung liegt darin, die Wahrheit ans Licht der Welt zu holen. Mit Unschuldsmiene und dialektischen Künsten übt er sein philosophisches Handwerk auf dem Marktplatz aus - mit dem Ziel, sein Gegenüber zur Einsicht der eigenen Unwissenheit zu bringen: denn nur richtiges Denken, meint er, kann richtiges Handeln nach sich ziehen. Er, der jede objektive Ordnung durch seine Fragerei in Frage stellt, wird somit gleichermaßen geliebt wie gefürchtet.
Das gemeinsame Leben der beiden beginnt mit einer ebenso amüsanten wie erfolgreichen Brautwerbung des wesentlich älteren Sokrates, die damit endet, dass Xantippe - liebevoll von ihm Xantha genannt - "mit wehendem Brautschleier" auf dem Weg in ihr neues Heim "selbst die Zügel hält" - symbolisch für das Kommende. Anfangs noch hochmütig den Schein ihrer aristokratischen Abstammung wahrend, kümmert sie sich resolut um Haushalt und Lebensunterhalt. Da Sokrates hier wenig beisteuert, kommt der Familie ihre Tatkraft und ihr gesunder Geschäftssinn zu Gute. Sie jobbt in einer Töpferwerkstatt, als Markt- und Klageweib, bestellt den Weinberg und was sonst so anfällt. Zu Hause ist sie liebevolle Mutter für ihre drei Söhne und zugetane, wenn auch kämpferische Ehefrau. Ihr Auftreten bringt Xantippe jetzt öffentlich - wenn auch widerwillige - Anerkennung. Was Sokrates unter den Männer, ist Xantippe unter den Frauen Athens.
Xantippe ist für Sokrates notwendiger Sparringpartner für's tägliche Streittraining [Frage: Warum hast du dir gerade eine so unumgängliche Frau genommen? Antwort: Wer lernen will, mit Pferden umzugehen, übt besser mit mutigen Rössern als mit gutmütigen Lasttieren]. Er braucht Debatten wie "Gerstenbrei, Wein und Oliven". Beide liefern sich ebenbürtige Wortgefechte: eloquent, ironisch, scharfzüngig, scharfsinnig. Viele der den beiden (und dem Sokrates und seinen Disputanten auf der Agora) in den Mund gelegten Dialoge geben dabei - zumindest sinngemäß - die nach sokratischer Methode geführten Gespräche wider, die u.a. von Platon, einem Schüler des Philosophen, oder dem Feldherrn Xenophon schriftlich überliefert worden sind. Und gerade dieser spielerische Umgang mit Historie und Fiktion macht den Reiz und Charme des Romans aus.
Das Ende ist seit zweieinhalbtausend Jahren bekannt: Sokrates wird angeklagt, die Jugend zu verderben und zum "Schierlingbecher" verurteilt. Die Spur von Xantippe aber verliert sich - so Zeitzeuge Simon - nach dem Tod ihres Mannes.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von S. Faust
Dieses Buch ist einfach nur genial, wie ich finde. Es geht hier um Xanthippe und ihre Ehe mit Sokrates. Und gerade die Darstellung dieser Frau, mal aus neuer Sicht, fand ich sehr gelungen. Xanthippe wird hier zwar immer noch als feuriger Charakter dargestellt, aber nicht so schwarz-weiß wie in vielen anderen Darstellungen. Die Streitgespräche zwischen ihr und Sokrates sind dort sehr liebevoll dargestellt, und beide haben ihr Vergnügen dran. Und außerdem könnte ich mir vorstellen, das es tatsächlich so gewesen sein könnte - Xanthippe als für die damalige Zeit einfach etwas zu selbstbewusste Frau, die einfach nur frei heraus gesagt hat, was sie gedacht hat.

Aber wie gesgat, keine schwarz-weiß Darstellung und auch kein statischer Charakter. Wird sie am Anfang noch als eher verwöhnte Aristokratin dargestellt, so zeigt sich hier auch der Wandel zu einer taffen Frau, die zugreifen kann und die Familie finanziell über Wasser hält mit allerlei Tricks, nachdem Sokrates die ungeliebte Arbeit als Steinmetz aufgibt und künftig nur noch seiner Lieblingstätigkeit nachgehen will, mit Leuten zu sprechen und sie zu "prüfen" aber kein Geld dafür verlangen möchte.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr unterhaltsam! 21. Januar 2010
Geschichte unterhaltsam und anschaulich aufbereitet und mit einem Augezwinkern serviert. Mir hat das Buch sehr gefallen. Dazu habe ich noch etwas über Philosophie und das Leben in Athen gelernt.
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