Diese Aufnahme von "Die Frau ohne Schatten" war 1987 die ersten vollständige Einspielung der Oper. Eine Pioniertat von Dirigent Wolfgang Sawallisch mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks. Es zeigte sich, dass zahlreiche der üblichen Striche die Musik der Amme betrafen. Und diese Musik gehört zum spannendsten, was die Oper zu bieten hat. Wenn dann auch noch für die Amme eine Sängerin wie Hanna Schwarz zur Verfügung steht, ist das Ergebnis geradezu atemberaubend. Hanna Schwarz singt hier die beste aller Ammen, die man auf Tonträger hören kann. Allein das würde den Kauf der Aufnahme lohnen.
Aber auch die junge Cheryl Studer als Kaiserin, oder Alfred Muff als Barak hört man sehr gerne. Das gilt nicht in gleichem Maße für den Kaiser von René Kollo, aber offenbar stand Ende der 1980er Jahre kein besserer Interpret dieser Rolle zur Verfügung. Die Färberin von Ute Vinzing, eine Sängerin von der es kaum Aufnahmen gibt, fällt nicht immer angenehm aufs Ohr. Dennoch gelingt ihr ein eindrucksvolles Rollenportrait. Desweiteren sind selbst für kleinere Partien prominente Sänger wie Kurt Rydl, Jan Hendrick Rootering, Cyndia Sieden, Marjana Lipovsek oder Julie Kaufmann aufgeboten. Auf jeden Fall also eine hochkarätig besetzte Aufnahme.
Das Spiel des Bayerischen Rundfunkorchesters unter Wolfgang Sawallisch verleiht dem Werk alle nötige Wucht und Opulenz. Dennoch klingt es transparenter, als das berühmte Böhm-Dirigat. Letztlich wirkt Sawallischs Zugriff auf das Werk frischer und zeitgemäßer. Auch ist diese digital eingespielte Aufnahme den älteren klanglich weit überlegen. Auf jeden Fall eine empfehlenswerte Einspielung.