Die Geschichte des 14 jährigen Evy zeigt einmal mehr, mit welch unvergleichlicher Stilsicherheit Phillip Djian es versteht, Geschichten in einem Tempo vorzutragen, dass einem die Spucke wegbleibt und es einem kaum gelingt, das Buch aus der Hand zu legen.
Djian beschreibt in seinem neuesten Werk drei Generationen des modernen Lebens. Die Sprachlosigkeit der Jungen, vollgedröhnt mit Drogen und sexuellen Eskapaden, der Hoffnungslosigkeit bis in den Tod und die abgrundtiefe Verachtung, die sie ihren Eltern entgegenbringen.
Die Genration der Eltern, die sich in ihrem Leben der Oberflächlichkeiten verstricken und bezüglich Drogen und Sexualität den Kindern ein wenig gutes Vorbild geben.
Und die Generation der Großeltern, die mit ihren starren Vorstellungen, der eigenen Unbeweglichkeit und der nervtötenden Bevormundung der jüngeren Generationen ihr Recht auf Gehör verspielen.
All das spielt an einem beliebigen, fiktiven Ort mit fiktiven Personen, dramatisch überzogen und teilweise ins Unglaubliche geschrieben, trotzdem immer mit dem Beigeschmack der schonungslosen Offenheit und knallharten Realität. Geschrieben in einer Sprache, die die Liebe zum Wort in jeder einzelnen Zeile widerspiegelt, die einmal mehr beweist, dass Phillip Djian ein Meister der Gegenwart ist und völlig zu Recht zu den am meisten gelesenen Autoren unserer Zeit zählt. Die Art, Situationen, Menschen und Landschaften zu beschreiben beweisen seine geistige Verwandtschaft zu Herman Melville und Kerouac.
Wer Djian kennt, wird sich in die Hände klatschen und das Buch nicht aus Hand legen.
Wer ihn noch nicht kennt, wird einen notorischen Ästheten mit dem Talent, den Leser bis ins Mark zu erschüttern, kennen lernen.