«Wer immer sich an der nie endenden Diskussion über die Zukunft beteiligt, weiß, was wir Isaac Asimov zu verdanken haben.» THE NEW YORKER
| ||||||||||||||||||||||||
Produktinformation
|
Erzählt wird die Geschichte der Menschheit in der nun wirklich fernen Zukunft. Die Erde ist nur noch eine verblassende Sage, regiert wird das Imperium der Menschheit vom Planeten Trantor aus. Je größer das Imperium wird, destomehr bröckelt auch der Glanz. Ein Mann, Hari Seldon, verkündet den Untergang des Imperiums und sagt voraus, das es mehrere Jahrtausende dauern wird, bis ein neues Imperium aus den Trümmern des alten entstehen wird. Mit Hilfe einer von ihm entwickelten Wissenschaft -der Psychohistorik- kann man das dunkle Zeitalter aber auf tausend Jahre beschränken. Nach dieser ketzerischen Rede wird er vom Kaiser, der all das nicht wahrhaben will, auf den Planeten Terminus in die Verbannung geschickt. Dort gründet er die Foundation. Eine Stiftung, die dazu bestimmt ist, nach seinem Plan den Keim des neuen Imperiums zu bilden. Die Zeit zeigt, das Seldon mit seiner Voraussage über den Niedergang des Imperiums Recht hatte. Es zerbricht und zerfällt in viele kleine Königreiche. Seldon stirbt, aber er hinterläßt seinen Nachfolgern einen Plan über die weitere Entwicklung der Zukunft, die er in aller Einzelheit richtig vorausgesagt hat. Immer wieder finden sich Männer in der Foundation, die in der Lage sind, die richtigen Maßnahmen zu unternehmen und Seldons Tausend-Jahres-Plan zu Ende zu führen. Aber dann passiert etwas, das selbst Seldon nicht voraussehen konnte. Ein Mutant, wegen seiner körperlichen Mißgestalt das Maultier genannt, taucht auf und gefährdet mit seiner unheimlichen Gabe Seldons Plan. Das Maultier erobert einen Planeten nach dem anderen. Seine größten und fanatischsten Gegner laufen mit fliegenden Fahnen zu ihm über und werden seine treuesten Untergebenen. Nichts und niemand kann das Maultier stoppen. Auch die Foundation unterliegt im Kampf gegen das Maultier und wird erobert. Der Tausend-Jahres-Plan ist gescheitert. Aber Hari Seldon (oder Isaac Asimov) hat noch einen Trumpf in der Hinterhand. Eine zweite Foundation. Niemand weiß, wo sie sich befindet. Auch das Maultier nicht. Das Geheimnis wurde von Seldon mit ins Grab genommen. Die zweite Foundation nimmt den Kampf gegen das Maultier auf. Ein Clown, ein Wissenschaftler und eine junge Frau (samt Ehemann) spielen dabei die alles entscheidende Rolle. Aber auch die zweite Foundation scheint dem Maultier nicht gewachsen zu sein.
Jeder der einen Asimov liest, muß damit rechnen, an der Nase herumgeführt zu werden. Kein Autor versteht es so wie er, unvorhersehbare Wendungen in seine Bücher einzubauen. Nichts ist so, wie es zu sein scheint. Glaubt man, man hätte eine Geschichte durchschaut, wird man hinterher oft eines Besseren belehrt. Asimov ist der Meister der Täuschung und der Irreführung. Jeder der dieses Buch liest, sollte das im Hinterkopf behalten.
Die offensichtlichen Parallelen:hoher zivilisatorischer Lebensstandard,begleitet vom schleichenden moralischen und kulturellen Verfall.Eine meuterende Armee in den Randgebieten.Kindkaiser,die nur noch dem Namen nach herrschen.Kurz:eine Zivilistaion geht an der eigenen Dekadenz zu Grunde.
Doch auch Namen weisen darauf hin:Bel Riose erscheint als ein Zukunfts-Aetius,als der letzte aufrechte Soldat und Bürger. Cleos II. erinnert an die letzten Kaiser im Westen,wie Valentin III. (dieser richtete Aetius nach der für ihn siegreichen Schlacht auf den Katalaunischen Feldern hin,ähnlich wie Riose später exekutiert wird).
Doch was Asimov am Besten hinbekommen hat,neben den wundervoll herausgearbeiteten Charakteren,ist die Geschichte an sich.Sie berichtet im ersten Teil,wie ein einziger Mann den schleichenden Verfall des Imperiums bemerkt:der Psychohistoriker Hari Seldon (der,nebenbei bemerkt,KEIN Naturwissenschaftler ist,sondern ein Soziologe).Er erkennt auch,dass er gegen den drohenden Kollaps nichts unternehmen kann,sondern nur die Zeit der Barbarei mit Hilfe seiner Foundation verringern kann.Ein gewagter Plan...
Im zweiten Teil erwacht das Imperium aufs neue (eine Remiszenz aus Justinians Restauratio Imperii?),geführt vom "letzten Kaiserlichen" Bel Riose.Anschliessend berichtete das Buch vom Konflikt mit einem Kriegsherren namens "Maultier",der die Reste des Imperiums formiert hat.
Asimov schuf mit "Foundation" ein kleines Stück Literaturgeschichte.Sicherlich,der Zusammenbruch wurde schon oft literarisch beschrieben,aber Asimov schuf mit seinem Zukunftsepos etwas anderes:Nicht nur der Zusammenbruch wird beleuchtet,sondern besonders wird der menschliche Wunsch beleutet,die Zukunft zu verändern.Nicht durch Kriege oder Unterdrückung,sondern durch Logik und persönlichen Mut.
Der wunderbare Schreibstil Asimovs,seine Art,der Geschichte eine plötzliche Wendung zu geben,ist kaum erreicht.Jeder,der Asimov noch nie gelesen hat,oder auch sonst nichts mit SciFi zu tun hatmsollte hier zugreifen.Die Geschichte könnte auch in der nahen Zukunft auf unserer Welt spielen:die Zeichen der Dekadenz sind auch bei uns kaum verkennbar.Zugreifen!
Die Ideen in der Geschichte sind faszinierend: Die Wissenschaft der Psychohistorik, von Asimov selbst erfunden, akzeptiert, dass die Handlungen eines einzelnen Menschen sich nicht vorhersagen lassen. Bei Menschenmassen hingegen ist dies anders: Ähnlich wie bei Gasen, bei denen aus den unvorhersehbaren Verhalten von Myriaden Molekülen ein einheitlicher Druck und eine Temperatur entsteht, löschen sich die individuellen Handlungen in der Masse aus. Dadurch wird es möglich, die Handlungen von Menschenmassen auf viele Jahre vorherzusagen -- zumindest nach Asimov.
Im Buch wendet der Psychohistoriker Harri Seldon seine Wissenschaft an, um den baldigen Zusammenbruch des mächtigen Imperiums vorherzusagen. Er lässt nach seinen Berechnungen zwei "Foundations" gründen, die den Zusammebruch überleben sollen und den Keim eines neuen Imperiums werden sollen.
Die Bücher beschreiben die tatsächliche Geschichte der beiden Foundations. Die Geschicht bleibt ständig spannend, nicht zuletzt aufgrund der vielen überraschenden Wendungen.
Etwas enttäuschend aber, dass die Charaktere, wie so oft bei Asimov, etwas blass und schablonenhaft bleiben. Man hat den Eindruck, sie existieren nur, um die Geschichte voranzutreiben. Diese ist aber, wie gesagt, sehr gut.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Lesen dieses Werkes, trotz (oder gerade wegen?) der vielen Seiten, sehr viel Spass gemacht und mich sehr gut unterhalten habe. Trotz seiner kleinen Schwächen gehört dieses Buch ins Regal eines jeden Science-Fiction-Fans, der mehr will als nur Raumschlachten und neue Technologien, nämlich Ideen und Zukunftsvisionen. Und davon hat dieses Werk jede Menge!
|
Das Forum zu diesem Produkt
Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
|
|
|