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Die Formel der Macht
 
 
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Die Formel der Macht [Gebundene Ausgabe]

Harald Katzmair , Harald Mahrer
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 179 Seiten
  • Verlag: Ecowin Verlag; Auflage: 1., Aufl. (29. April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3711000037
  • ISBN-13: 978-3711000033
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 304.616 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Die Autoren beschreiben klar strukturiert die Formeln, das Einmaleins der Macht sowie deren Veränderungen. Mit den Methoden moderner Netzwerkforschung und mit Netzwerk-Know-How zeigen sie, was Macht ist, wie sie funktioniert und wo ihre Zentren liegen. Schließlich zeigt 'Die Formel der Macht', wie Einfluss gewonnen werden kann, um die Zukunft aktiv zu gestalten." --DER STANDARD, 17. Dezember 2011

Kurzbeschreibung

Unsichtbare Netzwerke durchziehen jedes Land. Sie lassen Dinge reibungslos geschehen, Probleme verschwinden und fördern Karrieren. Sie beginnen in den Büros mit schönem Ausblick, machen Abstecher bei intimen Freundeskreisen und enden im Zentrum der Politik. Die Netzwerke der Macht bestimmen unser aller Leben.
Die Autoren zeigen Ihnen präzise, wie Macht funktioniert, wer im Spiel der Macht den Ton angibt, wer mitspielt und wer zusehen muss. Sie sagen Ihnen aber auch, dass Einfluss nur sehr selten eine Frage des Glücks ist, sondern fast immer das Ergebnis der richtigen Kombination unterschiedlicher Ressourcen. Denn Macht folgt einer ganz einfachen Formel: Macht = Geld x Beziehungen.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Macht macht Arbeit 16. Mai 2011
Von junior-soprano TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Derzeit führe ich gerade weder einen Grosskonzern noch bin ich in mächtigen Netzwerken engagiert. Das nur vorab, um darauf hinzuweisen, dass ich das Buch "Die Formel der Macht" als Macht-Laie beurteile. Ich denke, dass die wirklichen Entscheidungsträger die Tipps von Dr. Harald Katzmaier (Soziologie und Philosophie) und Dr. Harald Mahrer (BWL) bereits kennen werden und somit recht wenig Neues aus ihrem Werk herausziehen können.

Ganz hervorragend gefällt mir der leicht verständliche und angenehm lesbare Schreibstil der Autoren. Der Lesefluß geriet nicht ins Stocken, die Humor-Versuche zum Thema Fußball waren eher nicht mein Fall, aber als Auflockerung völlig in Ordnung.
Die Formel der Macht, so die beiden österreichischen Wissenschaftler, lautet: Macht = Ressourcen x Netzwerk. Mir persönlich sagt diese Gleichung mehr zu als die Variation der Formel auf der Buchrückseite: Macht = Geld x Beziehungen, denn nicht nur Geld ist eine wichtige Ressource, sondern auch Ideen, Visionen und anderes.

Sehr gut gefallen haben mir die kritischen Worte zu sozialen Netzwerken. Diese, so die Autoren, sind eben keine mächtigen Netzwerke, denn diejenigen die sich massenhaft einbringen (und somit ihre Daten und ihre Zeit einbringen) sind nicht diejenigen die vom sozialen Netzwerk profitieren. Das grosse Geld verdienen andere. Die Facebook Nutzer geben, Zuckerberg profitiert. Ausnahme seien allerdings vereinzelte Personen (Ich-AG), denen es gelingt zumindest im Kleinen Vorteile aus Facebook und Co. zu ziehen. Dennoch geben Katzmaier und Mahrer zu bedenken, dass es wenig sinnvoll ist, wenn mehrere Millionen Job-Suchende vielen anderen Job-Suchenden gegenüberstehen. Wer wirklich mächtig ist vertut seine kostbare Zeit nicht damit über Nichtigkeiten zu chatten und Fotos von seinen wilden Parties online zu stellen. Und wenn man mal einen Promi entdeckt, dann wohl nur um Volksnähe vorzutäuschen, so das ernüchternde Fazit der beiden Wissenschaftler.

Spannend finde ich auch die Einschätzung der beiden Experten zum Thema globaler Machtverschiebung mit dem reichlich trägen Europa, das sich viele seiner brillanten Patente und Fachkräfte abkaufen lässt und weitere gravierende Fehler begeht.
Auch sehr interessant: 10 % des Stromverbrauchs werden dafür verwendet, dass wir ständig online sein können. Eine simple Suche per Suchmaschine verbraucht so viel Energie wie 1 Stunde Einsatz einer 60 Watt Glühbirne. Erstaunlich!

Netzwerke brauchen Bewegung, immer wieder neue Mitglieder. Netzwerke müssen ihre Mitglieder selektieren. Macht ohne Ziele ist zynisch. Menschen, die glauben mächtig zu werden, weil sie sich mit Promis ablichten lassen nimmt man nicht ernst. Die Vortäuschung von Macht ohne wirkliche Macht wirkt lächerlich. Diese und weitere Thesen haben mich sehr interessiert und ich nehme viele hilfreiche Anregungen aus diesem Buch mit, die ich zumindest für den Alltag nützlich finde. Wie ich nun Entscheidungsträger finden soll, weiss ich noch nicht. Vielleicht versuche ich es bei den Steinmetzen. Sind die eigentlich bei Facebook? ;-)

179 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, s/w-Abbildungen, Ecowin 2011
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Dr. Harald Katzmaier und Dr. Harald Mahrer befassen sich im vorliegenden Buch mit den Facetten der Macht. Auf Seite 62 las ich den entscheidenden Satz: "Die Deutungshoheit über unsere Wirklichkeit ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Quellen von Macht überhaupt."Wie nun erlangt man diese Deutungshoheit und was versteht man eigentlich unter Macht? Hat sich der Machtbegriff im Laufe der Jahrhunderte verändert? Welche Machtmodelle gibt es? Das sind einige der Fragen, die im Buch sehr gut beantwortet werden. Nicht allen werden die Überlegungen der Autoren schmecken, die in Sätzen zum Ausdruck kommen, wie etwa: "Die liberale Amerikanische Revolution beförderte eine Machtkultur, die Macht und insbesondere ökonomische Macht auf der Ebene der Geschichten (der "Stories") und Mythen egalisiert hat".(...)"Das Primat der Ökonomie hat in den vergangenen Jahrzehnten die globalen Machtstrukturen weiter verändert. Die weltweite Finanzindustrie wurde zum zentralen Schlüssel-Spieler und stolperte jüngst gemeinsam mit der Politik- wie wir zwischenzeitlich wissen, über eine intransparente, nicht mehr beherrschbare Systemkomplexität. Und die Finanzindustrie stolperte über eine Kasino-Mentalität, in der an Ressourcen und Netzwerken Mächtige immer weniger in den Aufbau realen Sach- und Humankapitals investieren wollten, sondern in immer fabelhaftere Finanzprodukte. Es wurde mehr gewettet als investiert."(...) "Was für eine eigenartige Änderung des Bildes der Macht, weg vom "heroischen" Unternehmer hin zum Spieler(der, der "Riecher" hat), der - wie sich zuletzt herausstellte- vor allem auf Kosten anderer Geld macht. Auf Kosten getäuschter Anleger, auf Kosten der haftenden öffentlichen Hand und damit auf Kosten der Gesellschaft."(Zitat: S. 63-64). Ich teile diese Überlegungen der Autoren und habe das Buch, nachdem ich beim ersten Durchblättern diesen zitierten Text las, neugierig in seiner Gesamtheit gelesen und als sehr informativ empfunden.

Gleich zu Beginn erfährt man, dass derjenige, der spezifische Ressourcen (nicht nur Geld!) mit spezifischen Beziehungen in Verbindung bringen kann, Macht besitze. Diese Machtformel erläutern die Autoren im Buch gut nachvollziehbar, zeigen auch, dass ökonomische Ressourcen wie Geld und Wissenskapital nur ein Teil der relevanten Machtressourcen sind und ein anderer Teil in Werten, Haltungen, Visionen und Ideen besteht. Symbolische Ressourcen spielen seit Jahrtausenden bereits in der Politik und in der Gesellschaft eine Rolle. Dort, wo Ideen und Persönlichkeiten sich glaubwürdig vereinen, entstehen besondere Machtpotentiale, (vgl.: S.23). Macht in der Gegenwart habe derjenige, der Deutungsmacht über die Zukunft gewinne. Dazu ist es allerdings notwendig, seine Netzwerke im Griff zu haben und sie immerfort auszubauen. Am Beispiel unserer Kanzlerin kann man sehr gut nachvollziehen, wie ihr Netzwerk brüchig wird. Dass dies Folgen für die nächste Wahl haben wird, ist m.E. vorauszusehen. Was könnte sie tun, um das Ruder noch herumzureißen?

Es stimmt, man benötigt eine große Machtperipherie, um Macht im Zentrum konzentrieren zu können und es stimmt auch, dass diejenigen, die die eigene Peripherie nicht am Wachstum des Wohlstands, der im Netzwerk erwirtschaftet wird, teilhaben lassen, die Quellen des eigenen Ressourcenreichtums zerstören. Anhänger des Neokapitalismus wollen diesen Punkt nicht begreifen, obschon die Folgen doch absehbar sind. Ludwig Erhard hat dieses Problem sehr gut erkannt und in seinem Konzept der Sozialen Marktwirtschaft überaus erfolgreich und klug umgesetzt.

Es stimmt, keiner ist in der Lage absolute Macht zu erringen, "Macht bildet Ranking und Reihen, sie vergibt Plätze"(...)Die Sieger leben vom Vergleich mit den Verlierern- jeder kluge Sieger weiß, dass man nicht aus sich heraus man mächtig ist, sondern man den anderen dazu benötigt, (siehe S. 38). Das vergessen selbstverliebte Machtinhaber allzu oft und werden dann Opfer ihrer Hybris, so meine Beobachtung.

Es stimmt weiter, wenn die Autoren konstatieren, dass derjenige, der keine Handlungsmacht besitzt, den Widrigkeiten der Zukunft schutzlos ausgeliefert ist. Deshalb auch ist die oberste Maxime der militärischen Führung für strategische Entscheidungen am Erhalt der Handlungsfreiheit orientiert. Machtorientierte Personen versuchen alles zu unternehmen, um die Handlungsfreiheit ihrer Gegner zu zerschlagen und dazu ist ihnen in der Regel jede Intrige recht. Soweit ich mich erinnere, hat Machiavelli sich dazu bereits dezidiert geäußert.

Die Autoren verdeutlichen, weshalb Macht ein solides Fundament, auch weshalb sie Resilienz benötigen. Resilienz- das Zauberwort der Stunde-, war meines Erachtens in allen Zeiten notwendig, um bei allen Widrigkeiten der Zeitläufte seine Macht zu erhalten. Auf Unvorhergesehenes machtvoll zu reagieren, bedarf eines mathematischen Verstandes und auch sehr guter intuitiver Fähigkeiten, an denen reine Machtechnokraten in der Regel scheitern.

Gut sind die Fragen der Autoren, wie etwa: "Was macht uns resilienter und entwicklungsfähiger?", "Was fördert unser Vermögen, auf Unvorhergesehenes zu reagieren?", "Wie halten wir uns neue Optionen offen?", "Wie bleiben wir inmitten eines Sturms handlungsfähig?" (Zitat:. S. 60). Meines Erachtens haben diese Fragen schon immer die Macht der Zukunft geprägt und wurden stets nur von sehr intelligenten Machthabern sinnvoll beantwortet. Mir fallen dazu die historischen Beispiele, wie der Stauferkaiser Friedrich II. und Jakob Fugger ein. Zwei absolute Ausnahmemenschen.

Eine These der Autoren lautet, dass die Macht der Zukunft noch mehr denn je durch die Software-Industrie definiert wird. Wer dort die neuen Wirklichkeitsräume zur Verfügung stellt, sie kontrolliert, steuert und weiterentwickelt, hat die Macht, sofern er in der Lage ist Machtmythen zu durchschauen und Deutungshoheit sowie Ressourcen gut zu managen,(vgl.: S. 83- 84). Stimmt.

Die Autoren befassen sich intensiv mit Netzwerken und lassen den Leser wissen, dass starke Netzwerke über einen starken Kern an geteilten Wahrnehmungen, Interessen und Perspektiven verfügen. Man sei sich einig darüber, wie die Welt sei und noch mehr einig darüber, wie die Welt sein sollte, (vgl.: S.87). Wer die Macht eines Mächtigen untergraben möchte, muss demnach Zwietracht im Netzwerk säen, so meine Analyse. Dies ist das tägliche Brot der Intriganten in Wirtschaft und Politik. Jeder weiß das.

Wann ist ein Netzwerk machtvoll und wann ist es machtlos? Welchen Sinn haben soziale Netzwerke, wenn überhaupt? Die Autoren schreiben nicht zu Unrecht, dass soziale Netzwerke nicht dazu in der Lage sind, Macht zu verdichten, weil dies nämlich Repräsentation und entsprechende Strukturen erfordere, (vgl.: S. 99).

Aufgezeigt wird, woran man Netzwerkmacht erkennen kann und auch welches Machtmodell in welcher Weise funktioniert und ferner, welche Chance man hat, in Netzwerken aufzusteigen, d.h. , was man tun muss, damit dieses geschieht. Man sollte wissen, dass man, je tiefer man in Machträume vordringt, je näher man also dem Machtkern kommt und je höher man in der Netzwerkhierarchie aufsteigt, um so mehr kommt man in den Genuss von Informationen, die die eigenen Ressourcen vergrößern. Es trifft nach meinen Beobachtungen zu, dass, wie die Autoren schreiben, je höher man aufsteigt, desto wichtiger nicht nur Taten, sondern die Worte oder andere Artikulations- und Darstellungsformen, sowie die Bedeutung von Symbolik und nonverbale Kommunikation werden. Dies wird einem sehr schnell klar, wenn man sich aufmerksam die Nachrichten im Fernsehen ansieht und hin und wieder den Ton abstellt. Sehr bemerkenswert finde ich in diesem Zusammenhang die Selbstinszenierungen Joschka Fischers, einem Meister auf diesem Gebiet.

Wichtig zu wissen: "Mächtige Netzwerke fordern, bevor sie fördern", (Zitat. S.137). Von daher ist es notwendig einem Netzwerk zu zeigen, was man zu bieten hat, aber man sollte sich auch darüber klar werden, was einem das jeweilige Netzwerk tatsächlich bringen kann. Soziale Netzwerke in der digitalen Welt haben nach Meinung der Autoren für Machtnetzwerke keine Zukunft, weil sie kein qualitatives Wachstum besitzen. Thesen wie diese werden den Betreibern von Facebook etc. gewiss nicht gefallen, weil ihr Marktwert dadurch bestimmt langfristig nicht steigt. Was können uns Netzwerke lehren? Wie "man Visionen und Ideen bündelt, wie man dafür Anhängerschaft mobilisiert, wie man Ziele formuliert und wie man sie gemeinsam erreichen kann."(Zitat: S. 158).

"Macht =Ressourcen x Netzwerk". Da sich Ziele ohne Macht nicht durchsetzen lassen, sollte sich jeder, der wirtschaftliche oder politische oder andere Ziele umsetzen möchte, mit den Grundvoraussetzungen von Macht auseinandersetzen. Dieses Buch ist ein Einstieg dazu.
Empfehlenswert.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn sich der renommierte Soziologe Harald Katzmair und Polit-Berater Harald Mahrer zusammentun um ein Buch über Bedeutung, Macht und Entstehung von Netzwerken zu schreiben erweckt das natürlich Aufmerksamkeit, vor allem wenn das Buch dann noch den verheißungsvollen Titel "Die Formel der Macht" trägt. Die Macht von Netzwerken, ein Thema mit Zukunft, da die Netzwerkforschung selbst noch weitgehend am Anfang steht und sich durch Facebook & Co. auch medial einige Gelegenheiten ergeben den wissenschaftlichen Diskurs in die öffentliche Berichterstattung einzubetten. Doch wie mächtig sind social networks wirklich und lässt sich die Macht von Netzwerkern wie Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad wirklich mit Zahlen bemessen? "Die Formel der Macht" soll darauf Antwort geben.

Als Buch hat "Die Formel der Macht" mit zwei großen Problemen zu ringen. Einerseits wird man aufgrund des Titels und Renommees der Autoren womöglich mit sich später als falsch herausstellenden Erwartungen an das Werk herangehen und enttäuscht sein, während andererseits das Buch eben eine Gemeinschaftsarbeit von zwei Autoren ist, was bei erstmaligen Kooperationen fast immer für die eine oder andere Irritation sorgen kann. Als problematisch kann sich auch erweisen dass sich Katzmair und Mahrer ziemlich viel vorgenommen haben und eine ganze Reihe von Stichwörtern in der Inhaltsbeschreibung anführen, die jedoch keine speziellen Schwerpunkte des Buchs sind. Man sollte also darauf vorbereitet sein dass sich "Die Formel der Macht" eher philosophisch mit dem Thema Macht auseinandersetzt und Formeln an sich eine sehr kleine Rolle spielen.

Die Formel ist übrigens ganz simpel: Macht = Geld (Ressourcen) x Beziehungen (Netzwerk)

Das heißt in einfache Worte umgemünzt, wer viel Geld oder viele Kontakte besitzt ist noch lange nicht mächtig, wer jedoch über beides verfügt dessen Macht multipliziert sich regelrecht. Zur genaueren Erläuterung der Formelbestandteile (angefangen bei "Geld", über "Beziehungen" bis zum "x") nehmen sich Katzmair und Mahrer gebührend Zeit und greifen auch auf historische Beispiele wie König Philipps II. von Frankreich zurück, dessen chronische Geldnot ihn zu gewaltsamen "Verstaatlichungen" zwang, so dass er 1291 gegen lombardische Banken und 1305 auch jüdische Bankiers vorging, ehe er sein Augenmerk auf den wohlhabenden Templerorden richtete und dessen Untergang besiegelte. Ohne Geld eben keine Macht, selbst wenn man König Frankreichs ist. Ein wichtiges Statement der Autoren ist bei all dem dass Macht trotz ihrer fortwährenden negativen Interpretation das einzige probate Mittel zur Problemlösung ist und daher plädieren Katzmair und Mahrer für einen pragmatischen Umgang mit Macht, denn ohne sie geht es nicht.

Macht wie wir sie heute noch kennen ist jedoch im Umbruch. Der politische Wandel hin zu neuen Weltmächten und die Wechselwirkung von sich verknappenden Ressourcen mit der Abhängigkeit von Rohstoffen wie Öl läuft geradewegs auf einen Wendepunkt hinaus. Naja, kann man sagen, das verrät einem ja wohl kaum neues und wurde schon oft genug debattiert, doch Peak Oil und der Aufstieg neuer Weltmächte werden vor allem für das spätere Kapitel um die Zukunft der Macht noch eine prägende Bedeutung haben. Bis dahin versuchen die Autoren zunächst einmal Fakten und Beispiele zu sammeln, ehe es in das höchst noch eher unverbrauchte aktuelle Kapitel 3 übergeht.

Die Lügen sozialer Netzwerke - so nennt sich das Kapitel mit dem Katzmair und Mahrer dem "Netzwerken" à la Facebook auf den Zahn fühlen, denn dort hat sich das Beitreten in "Gruppen" und die Pflege digitaler Netzwerke mittlerweile zu einem Volkssport entwickelt und Medien-Berichte über die scheinbare Macht solcher Netzwerke tun ihr übriges, um uns im Glauben zu bestärken all das wäre eine wundersame Revolution des Machtbegriffs in richtung "Macht für alle". Nun, die Autoren schließen sich dem Enthusiasmus der Web 2.0-Apologeten nicht an, denn wie sie bis zu diesem Zeitpunkt schon ausgiebig argumentiert haben konzentriert sich Macht immer in den Händen weniger. Zwar fehlen den Autoren hier schmerzlich einige konkrete (vielleicht sogar polemische) Beispiele doch ihr Statement bleibt klar, Fake-Netzwerke in denen man sich nicht wirklich kennt haben keine Macht, vor allem wenn dem Engagement eines "Likes" dann doch keine reale Betätigung folgt. Nach Katzmair & Mahrer sollte man die relative Machtlosigkeit der social networks schon daran erkennen dass sich Top level-Entscheider wie CEOs dort bestenfalls durch ein von Medienleuten verwaltetes Profil repräsentieren lassen.

Natürlich wissen die Autoren (vor allem Polit-Berater Mahrer) auch mit einem aktuellen politischen Bezug aufzuwarten, der sich unter anderem damit auseinandersetzt warum die Sozialdemokraten (in Österreich) politisch hauptsächlich Abstürzte zu beklagen haben. Die Autoren erklären das mit fehlenden Personal-flows, etwa aus der ehemaligen staatlichen Industrie oder "roten" Großkonzernen. Ganz im Gegensatz dazu kann sich das bürgerliche Lager durch die Erhaltung dieses in der Wirtschaft ausgelagerten Personalreservoirs der "schwarzen Reichshälfte" halbwegs stabilisieren. Und damit sind Katzmair und Mahrer auch schon bei der zentralen Botschaft des Buchs, Netzwerke brauchen Frischblut, denn sobald es nur noch um den Machterhalt geht sind sie zum qualvollen Niedergang verdammt. Den Ausweg bietet einzig und allein "Resilienz", doch dazu gleich mehr.

Wie wird Macht in Zukunft aussehen? Katzmair und Mahrer skizzieren zunächst drei Modelle wie sich unsere Zukunft entwickeln könnte. Da gibt es das Raumschiff Enterprise Modell (Nummer 1) nach dem sich alle Herausforderungen technologisch lösen ließen, man müsse nur einen Weg dazu erforschen, das Mad Max Modell (Nummer 2) nachdem uns die Apokalypse bevorsteht und eine nicht zukunftsfähige Gesellschaft einen Crash sondergleich erlebt, nach dem es nur noch ein Abgleiten in Tribalismus gibt und das Autoritarismus Modell (Nummer 3) in dessen Mittelpunkt eine autoritäre Rationierung der verbliebenen Energiereserven steht und ein zentralisiertes Mediensystem zur Verdummung der Bevölkerung beiträgt. Doch es gibt einen Ausweg: Den vierten Weg - den Weg der Resilienz! Und an diesem wird wohl der ideelle Einfluss Harald Mahrers deutlich, denn die Ideen hinter dem vierten Weg erinnern unter anderem stark an Konzepte aus dessen Buch "Mehr Freiheit. Mehr Verantwortung" und beschäftigen sich mit der Macht des Wettbewerbs.
Resilienz, das ist das Schlagwort unter dem schlussendlich eine ganze Palette von Ideen und Reformvorschlägen zusammenkommt, die vor allem eines gemein haben nämlich zu betonen dass es einen Weg mit Krisen nicht nur fertig zu werden, sondern durch sie auch zu wachsen. Wie ein solches Lernen aus Krisen funktionieren kann versuchen die Autoren auch zu skizzieren. Die Einführung des Resilienzkonzepts in den politischen Diskurs erscheint am Ende sogar als die wohl bedeutendste Eigenschaft von Katzmair und Mahrers "Formel der Macht". Denn das auf den Medizinsoziologen Dr. Aaron Antonovsky (1923-1994) zurückgehende Konzept entstand einst aus dessen Untersuchungen KZ-Überlebender die trotz all ihrer traumatischen Erlebnisse psychisch relativ gesund aus ihnen hervorgegangen sind.

- Resümee -
Die Formel der Macht bietet interessante Denkanstöße und Einsichten wie Ansichten zum Thema Macht. Doch wer aufgrund des Titels meint es wäre ein sehr "konkretes" Werk (wie die Bücher einer Christine Bauer-Jelinek), der irrt. Wohl durch die geteilte Autorenschaft bedingt und weil es mehr ein Sach- als ein Fachbuch ist - das titelgebende Thema also nicht allein im Mittelpunkt stehen muss - ist das Buch viel mehr ein Spaziergang über ein weites Feld.
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