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Die Folter. Eine Enzyklopädie des Grauens [Gebundene Ausgabe]

Horst Herrmann
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

2004
Die USA in der ersten Jahrhunderthälfte waren für viele Menschen ein Sehnsuchtsland, dessen Vielfalt, Offenheit und Freiheit eine magische Anziehungskraft besaß. Andreas Feiningers fotografische Arbeiten aus den Vierziger Jahren, als er als Bildjournalist für das LIFE Magazine unterwegs war, umfassen alle Bereiche der vielfältigen Natur-, Industrie- und Stadtlandschaften der USA und reflektieren das Flair der Vereinigten Staaten auf unnachahmliche Weise. 13 Schwarzweißfotos, Foliendeckblatt, Text auf Deutsch, Englisch und Französisch, internationales Kalendarium
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821839511
  • ISBN-13: 978-3821839516
  • Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 16 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 631.561 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

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Mit seinen populären Lexika hat der Eichborn-Verlag schon manches Mal Geschmacksgrenzen ausgelotet. Nur ungern erinnern wir uns an das Lexikon merkwürdiger Todesarten oder das Lexikon der Attentate. Nun also ein Lexikon über Die Folter. Eine Enzyklopädie des Grauens. Gewiss: Auch dieses Buch ist eine schwere Prüfung. Doch dieses Mal hat hier mit Horst Herrmann jemand die Feder geführt, der dem Thema gewachsen war. Ein Mann, der bekannt dafür ist auch dann genau hinzuschauen, wenn es weh tut.

"Der Körper des Menschen kennt kein Glied, für das kein eigenes Foltergerät erfunden und benutzt worden wäre und wird" schreibt der in Münster lehrende Soziologe, dem die katholische Kirche schon Mitte der siebziger Jahre die theologische Lehrbefugnis entzogen hat, weil er auch in ihre Geschichte allzu deutlich hineingeleuchtet hatte. Von "Abhacken" über "Abziehen (der Haut)", "Einschmiedefolter", die "Eselrittfolter", "Folterschulen", "Kastrationsfolter", die "Rösttiertortur" bis zur "Zwangstracht" reichen die Beispiele für Foltermethoden, -rituale und Werkzeuge, die der Autor zusammengetragen hat und akribisch beschreibt.

Ob man das alles wirklich so genau wissen will, sei dahin gestellt. Als Entspannungslektüre vor dem Einschlafen ist der Band sicherlich nicht geeignet. Aber er informiert exakt und verständlich. Und er stellt auch Zusammenhänge her und kommentiert ausführlich. Vor allem aber führt er anschaulich vor Augen, wie viel Intelligenz Menschen aufgewendet haben und immer noch aufwenden, um anderen Menschen extremes Leid zuzufügen. Wer wissen will, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind, der sollte auch gegen innere Widerstände doch einmal einen Blick in dieses Buch werfen. --Hasso Greb

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Am 5. Januar 1757 sticht F. R. Damiens auf König Ludwig XV. von Frankreich ein. Dieser wird kaum verletzt, nur seine Haut ist geritzt; die Rache fällt freilich schrecklich aus, der Attentäter wird zum Tod durch Vierteilen verurteilt. Die Justiz Seiner Majestät hat den verworren wirkenden Damiens bereits foltern lassen; die zugezogenen Ärzte raten, die Folter nicht allzu sehr auszuweiten, damit Damiens ihr nicht erliege. Seine Beine versagen bereits den Dienst, er kann nicht mehr stehen oder gehen. Doch ungerührt nimmt die offizielle Vergeltung ihren Lauf: Zu Beginn der Hinrichtung taucht der Henker die Hand, in der Damiens das Messer gehalten hatte, in eine Pfanne brennenden Schwefel, bis sie verkohlt. Dann reißt ein Helfer mit einer glühenden Zange Fleischstücke aus Armen, Brust, Bauch und Schenkeln des Verurteilten, legt nach jedem Riß die Zange wieder in das Feuer und gießt flüssiges Harz oder Blei in die Wunde. Damiens stößt entsetzliche Schmerzensschreie aus. Schließlich der eigentliche Vollzug der Todesstrafe: Der Delinquent soll mit Hilfe von Pferden gevierteilt werden. Die Tiere sind an seine Arme und Beine gebunden und ziehen in vier Richtungen. Doch der Körper widersteht mehreren Versuchen. Da durchtrennt der Scharfrichter die Sehnen an den Beinen und in den Achselhöhlen des Damiens. Die Maßnahme hat Erfolg: Die Beine lösen sich beim Anrucken der Pferde vom Rumpf, die Arme folgen knirschend, und endlich erreicht die Gerechtigkeit des Königs ihr Ziel. Der Leichnam und die abgerissenen Extremitäten des Attentäters landen auf dem Scheiterhaufen. Alles nur Vergangenheit? Natürlich; in der neueren Geschichte der westlichen Welt wurde die Folter im Strafverfahren ebenso abgeschafft wie in vielen Ländern die Todesstrafe ..."

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Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen
4.2 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einmalig, wahrscheinlich nicht nur in Deutschland 25. September 2004
Von Ein Kunde
So merkwürdig es klingt: Über die Folter ist zwar immer wieder geschrieben worden, aber noch nie so systematisch und detailliert wie in dieser Enzyklopädie. Sie führt sage und schreibe 450 Stichwörter auf - und beschreibt wirklich ALLE Foltergeräte und Foltermethoden, die der renommierte Autor aus Quellen aller Kontinente zusammengesucht hat. Historische und aktuelle Beispiele runden den positiven Gesamteindruck ab: Wer sich über die Maschinerie der Martern detailgenau informieren möchte, muß hier zugreifen. Dabei geht es dem Autor, daran ist kein Zweifel, stets um Solidarität mit den Opfern - gleich, ob es sich um "Hexen" oder um Häftlinge im Irak handelt. Ein notwendiges Buch, auf das man durchaus "sparen" sollte. Es ersetzt wahrscheinlich alle anderen Bücher zum Thema und ist ein echtes Standwerk.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bedrückend und beeindruckend 28. August 2004
Der renommierte Soziologieprofessor Horst Herrmann legt mit diesem Buch ein eindrucksvolles Standardwerk zu einem dunklen Kapitel der Menschheit vor. Die erschütternden Vorfälle im Irak zeugen von der ewigen Aktualität des Themas Folter. In wohl keinem anderen Bereich hat die menschliche (bzw. unmenschliche) Phantasie eine derartige "Kreativität" entfaltet, wie beim Ersinnen von Foltermethoden und -geräten. Herrmanns enzyklopädisches Lexikon schildert auf fast 400 S., dass es kein Körperteil gibt, das nicht Zielscheibe von Torturen wurde und wird; kein Gerät dafür nicht verwendet wird. Nicht zuletzt führt uns dieses wichtige Buch vor Augen, wie dünn die Haut der Zivilisation ist.
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13 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss 27. September 2004
Von Ein Kunde
Endlich, möchte ich sagen, ist DAS Buch da! Wer sich mit dem Thema befaßt (und gar eine Sammlung einschlägiger Bücher besitzt), kommt an diesem Grundlagenwerk nicht vorbei. Übersichtlich, in Form eines Lexikons, knapp und kenntnisreich, aber auch sehr cool, sind hunderte von Foltermethoden dargestellt und mit Beispielen belegt. Man kann hinzulernen: Wer weiß schon, was aktuelle Folterformen wie el murciélago, tubo de la risa, Kleiner Pfeffer, el teléfono besagen? Von vielen Methoden habe ich zum erstenmal gehört. Das Buch läßt nichts aus, es ist auch nicht gerade billig, doch sein Geld wert.
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