Mit seinem >Flusswelt-Zyklus< hat Farmer ein bahnbrechendes Werk der phantastischen Literatur geschaffen, welches aus fünf Büchern besteht, die alle in diesem Jahr neu aufgelegt werden. Zusätzlich gibt es auch noch Kurzgeschichten und Novellen zu diesem Thema.
Philip José Farmer hat auch viele andere Bücher geschrieben. Achtung, einige davon sind nicht so gut.
Alle Menschen, die je gelebt haben, werden auf einem mysteriösen Planeten wiedergeboren. Sie sind nackt und haben keinerlei Haar. Schon bald wird dem berühmten Forscher Sir Richard Burton deutlich, das jemand einen erschreckenden Plan verfolgt. Doch wer ist dazu in der Lage eine künstliche Welt zu erschaffen und welchen Zweck verfolgt er damit?
Zusammen mit dem Urmenschen Kazz und der Aristokratin Alice macht er sich auf die Suche nach Antworten. Doch auch Hermann Göring,
ehemals Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe unter Hitler, wurde wiederbelebt und zwischen Burton und Göring scheint es eine Verbindung zu geben...
Die Geschichte ist wirklich eine Wucht. Ich möchte ja nicht zu viel verraten, aber was der Autor sich da ausgedacht hat, ist mit Abstand das Beste, was mir in letzter Zeit unter die Finger gekommen ist. >Die Flusswelt der Zeit< hat eine geniale Hintergrundgeschichte.
Überaus faszinierend sind die historischen Persönlichkeiten, welche in dem Zyklus Haupt- und Nebenrollen einnehmen.
Darunter (in Band eins) Sir Richard Burton, Alice Hargreaves, Hermann Göring, Tom Mix, Heinrich Kramer und, weniger historisch, Peter Jarius Frigate, der wohl Farmer selbst darstellen soll.
Der erste Band bietet großes Potenzial für grandiose Geschichten in den weiteren Bänden. Lediglich am Anfang kam es mir komisch vor, wie schnell die Wiedererweckten sich mit ihrem Schicksal abfinden.
Farmer vermag es mit seiner guten Charakterdarstellung und mitreißenden und unkonventionellen Erzählweise dem Buch viel Tiefe zu verleihen. In der Flusswelt gibt es keine Helden, sondern Menschen, die Fehler haben, für die man sie liebt und auch Dinge tun, für die man sie unter Umständen verachtet.
Dieser Zyklus hebt sich erfreulich von der Masse ab und sollte einfach mal gelesen worden sein!
Zusätzlich gibt es noch die humorvolle Novelle >Auf dem Fluss<, welche inhaltlich unabhängig vom Zyklus handelt.
Darin geht es um die Geschichte des ehemaligen Schauspielers Tom Mix und seinen Gefährten Jeschua, die vor Heinrich Kramer, einem Inquisitor aus dem 15. Jahrhundert, fliehen.
In dieser Erzählung beschäftigt Farmer sich mit Religion und bietet mit dem charismatischen Tom Mix einen seiner unverwechselbaren Charaktere.
Teil zwei, >Auf dem Zeitstrom<, wartet schon!