Zwar gibt es mindestens fünfzig Memoiren und Studien über Gurdjieff, doch leider nur wenige in deutscher Sprache.
Um nur ein einziges Beispiel zu nennen: Es wäre ein großer Gewinn für deutsche Gurdjieff-Interessierte, läge "The Harmonious Circle" des außergewöhnlichen, leider zu früh verstorbenen, Schotten James Webb auf deutsch vor. Allerdings steht in Webbs zweibändigem Hauptwerk "Die Flucht vor der Vernunft" (19. Jahrhundert) und "Das Zeitalter des Irrationalen" (20. Jahrhundert) auch schon einiges über Gurdjieff und seine Lehre. Darüber hinaus sind diese zwei Bücher die besten zum Thema "Politik, Kultur und Okkultismus im 19. und 20. Jahrhundert", sie sind auf jeden Fall äußerst lesenswert und jedem am Thema Interessierten wärmstens zu empfehlen.
Von den wenigen deutschsprachigen Gurdjieff-Biographien ist "Georg Iwanowitsch Gurdjieff: Magier, Mystiker, Menschenfänger" des englischen Professors James Moore zweifellos die beste, ausführlichste, umfassendste und gründlichste. Dazu kommt noch: Das Buch ist auch spannend geschrieben, ist unterhaltsam und lerhrreich und liest sich leicht.
Der Autor, damals neunzehn Jahre alt, ist 1949 mehrmals Gurdjieff begegnet. Später stand er mit vielen bekannten Gurdjieff-Anhängern in Kontakt, so mit Olga de Hartmann, Jeanne de Salzmann, Jane Heap, Louise March und anderen, sowie mit zahlreichen weniger bekannten. Er schreibt: "Seit 1956 habe ich den ernsthaften Versuch unternommen, Gurdjieffs Methodologie anzuwenden." Bessere Voraussetzungen für ein gelungenes Werk kann man nicht haben.
Moore berichtet in seinem Buch von einem Besuch Aleister Crowleys in Gurdjieffs Prieuré in Fontainebleau. Der erwähnte James Webb berichtet von zwei dortigen Besuchen, Marco Pasi ("Aleister Crowley und die Versuchung der Politik") auch noch von einem Treffen von Gurdjieff und Crowley in Paris. Im "Tarot der Idioten" sitzen die beiden im Pariser Café de la Paix und diskutieren über Tarot, Kabbala, Astrologie und anderen magischen Wissenschaften.