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Die Flucht aus der Beliebigkeit
 
 
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Die Flucht aus der Beliebigkeit [Gebundene Ausgabe]

Josef Mitterer
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
  • Verlag: Velbrück; Auflage: 1., Auflage (22. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942393263
  • ISBN-13: 978-3942393263
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 357.678 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Josef Mitterer
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de


Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2001
Eigentlich, meint Walter Grasnick, könnte eine angemessene Rezension dieses Bandes nur darin bestehen, "das ganze Buch abzuschreiben". Das bleibt uns erspart, nicht aber eine rhapsodische und ausführliche Besprechung, die zur Reformulierung der Argumente von Josef Mitterer jedoch kaum in der Lage scheint. Was genau das "dualistische Erkenntnisprinzip" ist, gegen das der Philosoph anschreibt, wird nie so ganz klar. Man versteht aber soviel, dass Mitterer keiner ist, der an letztbegründete Objektivierbarkeit der Erkenntnis, an einen sicheren Hafen jenseits der Beliebigkeit glaubt. Und diese Ansicht verteidigt Mitterer, wenn man dem Rezensenten glaubt, "bemerkens- und bewundernswert klar und klug". Der Rechtsdiskurs hat in dieser Besprechung ebenso einen merkwürdigen, eigentlich erläuternd gemeinten Auftritt wie ein Tisch mit Holzwürmern, der möglicherweise auch aus Plastik ist. Grasnick tut so, als würde man schon verstehen, worauf er damit hinauswill, dafür dass man's versteht, tut er jedoch recht wenig. Aber loben kann er: alle Kapitel, vom Vorwort bis zu den Anhängen, sind, findet er, "Kabinettstücke für sich". Der Hauptteil: "ein herrlicher Traktat". Das Buch als ganzes: "das hellste Vergnügen".

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Philosophie kokettiert, ob vorsichtig oder verwegen, mit einem Standpunkt jenseits aller Kontingenzen des Hier und Jetzt. Wie Grundzüge dieser Flucht aus der Beliebigkeit aussehen, ist der Gegenstand dieses Buches. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Scharfzüngig und doch einfach in der Sprache zeigt Mitterer die jeweils nicht hinterfragten Grundoperationen von Realismus und Konstruktivismus auf, und fordert eine non-dualistische Position, also eine, die die Grundunterscheidung Subjekt und Welt auflöst. Die "Welt" - so Mitterer - ist immer nur das, was wir über sie in Diskursen sagen. Die Welt kann nicht als Instanz dienen über Wahrheitsansprüche zu entscheiden, denn sie bleibt stumm. In dem was Mitterer Wahrheitsorientierte Philosophie nennt, wird aber ständig auf die Realität oder die Wahrheit rekurriert. Wenn so etwas geschieht, dann tun wir dies, um im Diskursdiesseits Vorteile zu erlangen. Auf das Diskursjenseits - die "Welt" - greifen wir dabei aber laut Mitterer nicht zu. Mitterer macht dies in sehr lakonischen Worten klar. Die Selbstbezüglichlichkeit von Wahrheitstheorien wurde mir nie so anschaulich wie in diesem Buch.
Nur bin ich am Ende nicht ganz sicher, was er nun für eine Konsequenz aus seinen interessanten Thesen zieht. Trotzdem mein wohl liebstes Buch eines Philosophen. Denn manchmal kann ich beim Lesen eines Abschnittes einfach nur "wow" sagen. Mitterer gehört zum Stamm der Autoren, die ich immer wieder zitiere.
Übrigens: Der Haupttext ist in 160 kleine Abschnitte unterteilt. Auch dies hilft der Lesbarkeit.
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4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von S. Johann
Format:Taschenbuch
1 Unser Erkennen sei letztlich: in Sprache am Diskurs teilnehmen.
Und das Erkannte sei: ein sprachlich-diskursiv entwickeltes Bewusstseinsergebnis.
2 Der Diskurs ziele de facto nicht auf ein Rechthaben, sondern auf ein Rechtbekommen. Und weil unser ‚Erkennen’ auf sprachliche Diskursteilnahme festgelegt sei, ginge es jedem von uns immer nur um ein Rechtbekommen.
3 Der Wahrheitsbegriff aber diene dazu, den Diskurs für sich zu entscheiden, indem er eine fiktive (und dem Diskurs überlegene) Position außerhalb des Diskurses einführe.

Entgegnung:
1 Wir sind zu unserem Erkennen-in-Sprachlichkeit in ein Verhältnis gesetzt, wir reflektieren darüber. Erkennen geschieht nicht erst in Sprache, sondern führt auch schon in Sprachlichkeit hinein – auch das ist Erkennen -, im weiteren reflektiert es unsere Sprachverfasstheit. Jenes Erkennen, dass ich ein Erkennender bin (unter Befragung der zugehörigen ‚Instrumente’ wie Sprache, Sinnenhaftigkeit etc.), ist kein Scheinproblem der Philosophie, sondern Grundsituation des Menschen. Sie entspringt auch nicht einem abendländischen ‚Dualismus des Denkens’ und kann schon gar nicht mit einem ‚Nondualismus’ überwunden werden.
Der Dualismus (um dieses unglückliche Wort zu verwenden) ist also immer schon da, aber er betrifft eigentlich nicht Subjekt<>Objekt, Sein<>Bewusstsein, sondern ist eher ein Trialismus: Subjekt<>Subjektivität<>Möglichkeit der Objektivität, Bewusstsein<>sich als Bewusstsein bewusst sein<>das Bewusste in Abhängigkeit davon. DAS war immer das Feld der Philosophie. Bei Mitterer aber wird der Erkennensprozess überführt in einen Automatismus: Gemäß unserer (neuro)physiologischen und sprachlichen Bedingtheit – und deren Modifizierung im Diskurs - ergäben sich ‚Erkanntheiten’, über die wir nicht hinauskönnen. Das ignoriert unser real stattfindendes Problematisieren des Erkennens und leugnet folgerichtig eine Dimension Wahrheit. (Und real stattfindend heißt natürlich, dass es ein echtes Problematisieren ist, nicht etwa wieder Selbstbehauptung in einem intellektuellen Diskurs. Damit sind wir beim zweiten Punkt.)
2 Und wenn er auch darauf zielt und sich womöglich darin erschöpft, so erledigt sich der Diskurs keineswegs im (gesellschaftlichen) Rechtbekommen. Und ich stehe auch zum Diskurs, zu jeder sprachlichen Begegnung und Verständigung in einem Verhältnis, realisiere, dass ich da einer Dynamik des Begreifens und Für-wahr-Haltens ausgesetzt bin. Und ‚nach’ dem Diskurs werde ich vielleicht den Kopf frei bekommen wollen. Ging es mir zum einen zwar darum, im Diskurs zu bestehen, so will ich doch nicht im Diskurs aufgehen.
3 Da hat Josef Mitterer, Philosoph zu Klagenfurt, wohl von einer pfiffigen Entdeckung (?) her seine historische Mission gefunden - die explizite Abschaffung von ‚Wahrheit’, weil ja der Wahrheitsbegriff erst im Diskurs zur Erlangung eines Vorteils konstituiert worden wäre.
(Und alles andere war auch tatsächlich schon da: mit den Sprachspielen, mit der Autorität des (herrschaftsfreien) Diskurses, mit Neurophysiologie statt Neurophilosophie, mit der Aufhebung der Dualität im ganzheitlich Intentionalen usw.) Ob es die Seele gibt, und Wahrheit und Transzendenz wird immer GEGLAUBT werden müssen. Zu Mitterer nur noch soviel: Dass der Wahrheitsbegriff im Diskurs instrumentalisiert/instrumentalisierend konstituiert werden kann, schließt keineswegs eine Wahrheit ‚dahinter’ aus.

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