"Die Fliege und die Ewigkeit" ist ein Buch, das Hakan Nesser in Schweden schon 1999 veröffentlicht hat, also mitten in der Schaffensperiode mit dem Krimis um seinen Kommissar Van Veeteren.
Das Buch spielt im gleichen imaginären Land wie die Veeteren-Bücher; man erinnert sich z.B. sofort an die Kneipe "Vlissingen", die auch die beiden Protagonisten dieses Buches besuchen.
Der Bibliotheksangestellte Maertens saß 14 Jahre lang wegen eines Mordes im Gefängnis. Wir erfahren lange Zeit nichts über die Hintergründe, nur dass er in seiner Freizeit klassische Werke abschreibt um sie besser zu verstehen, eine zeitraubende, aber offenbar extrem wirkungsvolle hermeneutische Methode. Seine sozialen Kontakte beschränken sich auf seine Schachfreunde und die sexuellen Kontakte zu Birthe, die ihn oft im Gefängnis besuchte und ihn dort auch nach einiger Zeit heiratete. Nach seiner Entlassung stellen sie aber fest, dass es außer dem Sex nichts weiter gibt, um ein Zusammenleben zu begründen.
Als Maertens alias Leon Delmas ( so ist sein richtiger Name) die Todesanzeige von Tomas Borgmann liest, gerät sein Leben außer Kontrolle. Nun erklären sich auf einmal die mysteriösen Anrufe, die ohne Worte blieben...
Er entschließt sich zur Beerdigung des ehemaligen Freundes zu gehen. Seltsame Dinge geschehen dort auf dem Friedhof mit ihm. Erst recht, als er den letzten Willen seines Freundes erfüllt, und mit dessen Frau Marlene, die Leon Dalmas damals als Student auch geliebt hat, sieben Tage in seinem Haus am Meer verbringen soll.
Er lässt sich darauf ein und erzählt Marlene über diese Tage hinweg die Geschichte einer Vergangenheit, die längst nicht vergangen ist.
Nessers Buch ist nicht eingängig zu lesen, nicht nur wegen der vielen philosophischen Diskurse der beiden Philosophiestudenten Delmas und Borgmann. Aber es ist spannend und spannt einfühlsam den Bogen zwischen Schuld und Sühne.
Das Buch ist als Krimi höchst anspruchsvoll und absolut empfehlenswert.