Dieses schöne, sowohl im Text als auch in den Bildern feinfühlig gestaltete Bilderbuch ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie man auch schwierige und vielleicht randständige Themenbereiche für Kinder und auch für die vorlesenden Erwachsenen umsetzen und darstellen kann.
Es geht um Krebs, um Leukämie, an der immer wieder Kinder erkranken. Ist die Krankheit einmal festgestellt, bricht oft große Panik in den Familien aus. Das Buch soll helfen, Kindern und Erwachsenen gleichermaßen, mit der Angst zu leben, es will Mut machen und mit Rat weiterführen. Deshalb haben die Autoren an das Ende der Geschichte von Julius, der den Krebs besiegt, ein an betroffene Eltern gerichtetes Nachwort gestellt, gefolgt von wichtigen Kontaktadressen im Verbreitungsraum des Buches.
Erzählt wird die Geschichte des fünfjährigen Julius und seiner Familie, seiner Schwester Pauls und seinen Eltern. Als Julius sich eine Zeit lang ständig müde fühlt und erst recht, als seine Mutter eine Schwellung an seinem Hals fühlt, gehen Mama und Papa sofort mit ihm zum Kinderarzt. Der sieht sofort, was los ist und schickt die Familie ins Krankenhaus. Dort wird nach kurzer Untersuchung Leukämie festgestellt. Ein sehr feinfühliger Arzt und eine Krankenschwester namens Margit erklären Julius und den geschockten Eltern, dass fast alle an dieser Krankheit leidenden Kinder geheilt werden können und erläutern die Therapie. Schwester Margit benutzt für die durcheinander geratenen Krebszellen das Wort "Fleckenfieslinge" und die Chemotherapie erklärt sie mit den sogenannten "Chemozwergen", die den Fleckenfieslingen auf den Pelz rücken und ihnen den Garaus machen - "worauf du dich verlassen kannst."
Julius vertraut dem Krankenhauspersonal und auch seine Eltern gewinnen neuen Mut. Besondere Unterstützung erfährt er aber auch von den vielen anderen Kindern auf der Kinderkrebsstation, insbesondere von der schon etwas älteren Sophie, der Julius auch am Ende des Buches, als er glücklich entlassen wird, jene Schutzfee überlässt, die seine Schwester Paula ihm mit ins Krankenhaus gebracht hatte: "Ich brauche sie ja jetzt nicht mehr. Jedenfalls nicht so sehr wie du."
Ein gutes, für Betroffene sehr hilfreiches Bilderbuch. Aber auch die Kinder in der Kindertagestätte unseres Ortes, wo ich seit Jahren in einer wöchentlichen Lesezeit" Kindern vorlese und mit ihnen über die Büchern spreche, waren die Kinder, von denen die meistens noch kein Krankenhaus von innen gesehen haben, von dem Buch gespannt und betroffen. Es kann gesunden Kindern ein Gefühl dafür geben, wie es kranken Kindern und ihren Familien geht, die von einer solche lebensbedrohenden Krankheit betroffen sind.
Den Annette Betz Verlag kann man nur zur Veröffentlichung weiterer solcher Bücher ermutigen.