George Martin ist seit seinem "Armageddon Rag" (der im deutschen als "Armageddon Rock" mit widerlichem Cover bei Heyne erschienen und dort - vermutlich wegen seines üblen Outfits und des hirnverbrannten Klappentextes - klanglos untergegangen ist) für mich einer der Ganz Grossen, und ich stürze mich auf jedes neue Werk von ihm. Mit "The Dying Of The Light" (dt.: "Die Flamme erlischt") erzählt Martin die Geschichte des zivilisatorisch bedingten Weicheis Dirk, der von einer Botschaft seiner verflossenen Liebe Gwen angelockt auf einen Planeten reist, welcher als systemloser Wanderer nach 50 Jahren Sonnennähe zurück in die ewige Nacht stürzt.
Während seiner vorübergehenden Sonnennähe war der Planet Schauplatz einer jahrzehntelangen Feier, und in den sterbenden Resten dieser Welt streifen barbarische Jäger umher, auf der Suche nach jagbarem Wild - auch Menschen.
Gwens neuer Partner entstammt dieser Rasse, und in einer verwirrenden Dreiecksbeziehung gefangen, muss Dirk unter dem schwindenden Licht der Sonne/Zivilisation für seine Werte kämpfen lernen.
Die von Martin in dem Buch erzeugte Simmung ist grandios, schwermütig und fesselnd. Auch wenn die Handlung im eigentlichen Sinne kaum vorhanden ist und die Motive der Hauptpersonen teilweise unklar bleiben, fängt der Roman den Leser und gibt ihn noch lange nach der letzten Seite nicht frei, die Bilder, die Farben und das LICHT des Buches sind von geradezu unheimlicher Eindringlichkeit und wunderschon visionär.