Nichts gegen Ms. Ross, aber von Marion Zimmer Bradley ist in diesem Buch nicht mehr viel enthalten. Das merkt man am deutlichsten, wenn man dieses Buch mit dem zeitgleich spielenden Buch "Herrin der Falken" (Hawkmistress), eigentlich ein typisches Jugendbuch, vergleicht. Wo mich die "Herrin der Falken" anrührte, ging mir "Die Flamme von Hali" eher auf die Nerven, das Gleiche gilt für die Hauptcharaktere. In den älteren Darkover-Romanen hatten die Charaktere meistens Ecken und Kanten und unterschieden sich dadurch oft vom "Fantasy-Einheitsbrei". Außerdem wurden im Hintergrund immer ernsthafte Themen angesprochen, sei es Sexualmoral (Der verbotene Turm/Forbidden Circle), Gleichheit der Frau (Shattered Chain/Die zerbrochene Kette), der Kontrast zwischen einem feudalistischen und einem technokratischen System (Hasturs Erbe / The Heritage of Hastur)usw. Vieles davon ging in dieser Trilogie verloren. Die besten Stellen in diesem Buch handeln von Eduin, der von seinem Vater durch Konditionierung und telepathischen Zwang noch die Erblast eines lang vergangenen Machtkampfes mit sich trägt und deshalb versuchen muß, König Hastur zu stürzen. Sein innerer Konflikt und wie er sich so weit emporarbeitet, daß er einen Versuch wagen kann, gegen Colin Hastur vorzugehen, ist noch lesenswert. Eine Entäuschung dagegen war der Charakter von Varzil. Er bleibt nur oberflächlich, sein innerer Konflikt wirkt aufgesetzt, warum und wie er die treibende Kraft hinter einer jahrhunderte andauernden Reform des Planeten wurde, bleibt hier schleierhaft.