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Die Fische von Berlin
 
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Die Fische von Berlin [Gebundene Ausgabe]

Eleonora Hummel
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Steidl; Auflage: 1., Aufl. (März 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865211003
  • ISBN-13: 978-3865211002
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.048.833 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Eleonora Hummel
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Kurzbeschreibung

Für ein Mädchen aus Kasachstan hat Alina einen auffälligen Nachnamen: Schmidt. Ihrem Paß nach ist sie »Nemka«, eine Deutsche, doch die Sprache ihrer Vorväter spricht sie nicht. Dafür stellt sie neugierig Fragen: Was ist das für ein Messer unter dem Kopfkissen ihres Großvaters? Was bedeutet »Igarka, 1956« auf dem alten Foto? Während Alinas Eltern ihre Zukunft in Deutschland sehen und seit vielen Jahren auf die Genehmigung zur Ausreise warten, bringt das Mädchen den Großvater dazu, über seine Vergangenheit zu reden. Allmählich beginnt Alina zu verstehen, daß er keineswegs ein Kriegsheld war und in Sibirien nicht nur geangelt hat. Die Fische von Berlin ist die Geschichte einer Familie von Rußlanddeutschen. Mißtrauisch beäugt und aus nichtigen Anlässen zu Volksfeinden erklärt, verschlägt es ihre Mitglieder immer wieder fort von ihren vorläufigen Heimaten. Seßhaft geworden in der kasachischen Sowjetrepublik, hat jeder einen eigenen Bezug zur ›falschen‹ Nationalität. Während die Eltern auf innerlich gepackten Koffern sitzen und die ältere Schwester ihre Abstammung als Stigma erlebt, begegnet Alina selbstbewußt den Absurditäten des Alltags. Fesselnd und voller Leichtigkeit erzählt Eleonora Hummel von der Bürde, eine Schmidt unter lauter Petrenkos und Sokolows zu sein.

Klappentext

Alina aus Kasachstan hat mit der deutschen "Heimat" nichts im Sinn. Während die Eltern seit vielen Jahren von der Zukunft im Land ihrer Vorfahren träumen, interessiert sie sich brennend für die Vergangenheit und löchert ihren Großvater mit unbequemen Fragen. Ein streng gehütetes Geheimnis wird gelüftet, und eine so spannende wie tragische Familiengeschichte entfaltet sich unversehens zum Panorama eines ganzen Jahrhunderts.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gelebte Geschichte 28. April 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Ein 12jähriges Mädchen namens Alina Schmidt lebt im Kasachstan der 70er Jahre und würde am liebsten anders heißen, denn ihr Name verrät sie als Deutsche. Solange sie beim "Kriegspielen" mit ihren Schulkameraden die Verliererrolle übernimmt, ist alles gut, aber sobald sie sich weigert, ist sie die "Faschistin".
Alina wundert sich, warum ihr Großvater keine Medaillen besitzt und nie von seinen Kriegserlebnissen berichtet wie die anderen Nachbarn. Sie findet unter Großvaters Kopfkissen ein altes Taschenmesser und niemand kann ihr erklären, warum es dort liegt. Es gibt offenbar Geheimnisse in der Familie, denen Alina auf den Grund gehen will. Sie beginnt, ihren Großvater auszufragen - der anfangs ein wortkarger alter Kauz zu sein scheint - und irgendwann hat sie ihn soweit, dass er ihr Antwort gibt. So entspannt sich parallel zu Alinas sowjetischem Alltag die Vergangenheit des Großvaters, dessen Schicksal stellvertretend für Hunderttausende von Russlanddeutschen
steht, und die Enkelin erfährt, warum er kein Kriegsheld sein konnte, warum die Fische in den Seen um Berlin etwas besonderes sind und woran man Heimat erkennen kann.

Erzählt wird die Geschichte von Alina und ihrer Familie in klaren einfachen Sätzen. Der Roman liest sich leicht, weil seine Sprache ohne Ballast daherkommt. Und doch wiegt das Thema schwer. Hier geht es nicht um Befindlichkeiten moderner Thirtysomethings, die in einem ereignislosen Leben
gefangen sind. Hier geht es - auch wenn es abgedroschen klingt - um gelebte Geschichte, die so nicht jeder kennt.

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Gutes Buch 10. April 2012
Von Clara P.
Format:Broschiert
Schnell zu lesen (wenn man will. Und man will wissen, was passieren wird!), und sehr gut erzählt aus der Perspektive eines Kindes, das Dinge nur teilweise erzählt und erklärt bekommt, aber sich dennoch ein Bild der Welt macht. Empfehlenswert auch als "Geschichts-Literatur", denn ein ähnliches Schicksal haben viele Familien erlebt. Das Buch zeigt auch, welche Diskriminierung deutsch-stämmige Menschen erlebt haben (und nicht nur sie), und bietet Einsicht in Lebens-Geschichten von Menschen, die "Deutsche" in dem Land sind, wo sie geboren sind, und "Russen" in dem, in das sie hinziehen.
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Lachen und Weinen 22. Juli 2009
Format:Broschiert
Deutsche Geschichte kann man nur verstehen, wenn man die Schicksale derer kennt, die sie erlebt haben. Eleonora Hummel hat ein wichtiges Buch zur Geschichte der Russlanddeutschen geschrieben - ein Thema, dem sich die Historiker, die seit einiger Zeit unsere abendliche Fernsehunterhaltung in den Öffentlich-Rechtlichen bestimmen, recht wenig gewidmet haben. Aber es ist nicht nur der historische Aspekt, der an dem Buch fasziniert - die Geschichte der kleinen Alina aus Kasachstan, in die Eleonora Hummel offenbar ihre eigene Familiengeschichte verwoben hat, ist manchmal so rührend naiv erzählt, dass man laut auflachen muss und dann wieder so traurig, dass einem die Tränen über die Wangen kullern.
Eleonora Hummels erster Roman hat zu Recht einen wichtigen Preis erhalten. Es ist ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann und das man komplett verschlingen muss, bevor man sich auf etwas anderes konzentrieren kann. Und am Schluss hat man das Gefühl, mit Alina eine neue Freundin gewonnen zu haben.
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