Deutsche Geschichte kann man nur verstehen, wenn man die Schicksale derer kennt, die sie erlebt haben. Eleonora Hummel hat ein wichtiges Buch zur Geschichte der Russlanddeutschen geschrieben - ein Thema, dem sich die Historiker, die seit einiger Zeit unsere abendliche Fernsehunterhaltung in den Öffentlich-Rechtlichen bestimmen, recht wenig gewidmet haben. Aber es ist nicht nur der historische Aspekt, der an dem Buch fasziniert - die Geschichte der kleinen Alina aus Kasachstan, in die Eleonora Hummel offenbar ihre eigene Familiengeschichte verwoben hat, ist manchmal so rührend naiv erzählt, dass man laut auflachen muss und dann wieder so traurig, dass einem die Tränen über die Wangen kullern.
Eleonora Hummels erster Roman hat zu Recht einen wichtigen Preis erhalten. Es ist ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann und das man komplett verschlingen muss, bevor man sich auf etwas anderes konzentrieren kann. Und am Schluss hat man das Gefühl, mit Alina eine neue Freundin gewonnen zu haben.