Warum nur existiert die Unart ein schon bereits bestehendes, gutes Buch zu verfilmen und es dann in entscheidenden Sequenzen völlig umzuändern, es quasi Sinn zu entstellen? Das ist leider nicht nur hier passiert, sondern die Liste dieser Unnötigkeiten ließe sich beliebig fortführen.
Jeder, der das Buch von John Grisham gelesen hat, wird sich ob dieses obskuren Endes des Filmes die Haare raufen. Man stellt sich unwillkürlich die Fragen: Warum, warum ist das Ende aus dem Buch nicht übernommen worden? Was hätte dagegen gesprochen?
Zugegeben, der Film selbst ist sehr gut. Spannend erzählt und, wie ich finde, mit einem starken Tom Cruise in der Hauptrolle. Auch die anderen Darsteller liefern eine gute Leistung ab, sei es Ed Harris oder Gene Hackmann. Wer das Buch nicht kennt, wird den Film bestimmt sehr mögen. Wer aber beides kennt, wird sich die Haare raufen. Nur zur Erinnerung:
Im Film kriegt Cruise die Anwälte der Firma wegen Missbrauch einer öffentlichen Einrichtung (Post) dran, pinkelt aber der Mafia nicht direkt ans Bein. Am Ende des Filmes packt er seine Frau und seine Sachen und entschwindet in eine bessere Zukunft. Er hat keine Farbe bekannt und ist, den für ihn, harmlosesten Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Im Buch handelt der von Cruise gespielte Anwalt anders. Er bekennt Farbe und entscheidet sich für den schwereren Weg. Er liefert die Firma und die Mafia an das FBI aus und nimmt dafür in Kauf den Rest seines Lebens auf der Flucht zu sein. Sollte er von der Mafia gefunden werden, würde er wohl umgebracht.
Ich rate jedem, sich für eine Sache zu entscheiden. Entweder man liest das Buch und verzichtet auf den Film, oder umgekehrt. Handelt man so, wird man in beiden Fällen mit einem guten und spannenden Gegenwert belohnt, ansonsten ärgert man sich schwarz.
© deval