Amelie Fried is back und überzeugt mit einem neuen spritzigen Frauenroman. Sie erzählt die Geschichte von Holly Berger, die 38 ist und das vermeintlich perfekte Leben führt. Sie ist glücklich verheiratet, hat zwei wunderbare Kinder (auch wenn diese gerade pubertäre Anwandlungen kriegen) und ist beruflich als Sachbuchautorin erfolgreich. Doch dann bricht plötzlich ihr ganzes Leben zusammen, als sie nämlich erfahren muss, dass sie als Säugling ausgesetzt und von ihren Eltern "nur" adoptiert worden ist. 38 Jahre lang hat ihre Familie ihr dieses Geheimnis verschwiegen. Als Holly dann auch noch erfahren muss, dass selbst ihr Ehemann von dem Geheimnis wusste, bricht Holly zusammen und beschließt, ihre leibliche Mutter zu suchen.
Doch die Hinweise sind spärlich, dennoch macht sich Holly entschlossen auf die Suche und beweist einiges detektivisches Gespür. Schließlich führt ihre Suche nach Ägypten, wo sie den gutaussehenden Ashraf kennen lernt, der ihr in dem fremden Land hilft und schnell mehr für sie wird als nur ein netter Reiseführer. Komplikationen sind also vorprogrammiert.
Mit der Findelfrau hat Amelie Fried ein herzerfrischendes Buch vorgelegt, das einfach Spaß macht zu lesen. Natürlich ist es keine große Literatur, aber dafür doch ein unglaublich unterhaltsamer Roman. In locker-flockiger Sprache erzählt Amelie Fried eine doch etwas andere Frauengeschichte, die sich primär nicht um Männer und Liebe dreht, sondern um die Suche nach der leiblichen Mutter und nach der eigenen Lebensgeschichte.
Wir treffen Holly Winter, als für sie ihr Leben eine Wende nimmt, mit der sie nie gerechnet hätte. Sie bricht völlig zusammen und fühlt sich von ihrer Mutter und ihrem Mann hintergangen. Plötzlich ist nichts mehr wichtiger für sie als die Suche nach ihrer Mutter und als die Antwort auf die Frage, warum sie als Säugling ausgesetzt worden ist. Hier herrscht also alles andere als Friede, Freude, Eierkuchen und Amelie Fried schildert (meist) nachvollziehbar Hollys widersprüchliche Gefühle. Durch Frieds gelungene Figurenzeichnung wird Holly beim Lesen zu einer guten Freundin, sodass wir ihr alles nur erdenklich Gute wünschen für die Suche nach ihrer Mutter.
"Die Findelfrau" ist ein herzerfrischendes Leseerlebnis und ein etwas anderer Frauenroman, der mal mehr zu bieten hat als Männer, Mode und Gewichtsprobleme. Für den bevorstehenden Sommer ist dieses Buch daher genau die richtige Lektüre für sonnige Stunden am Strand.